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Neuruppin Real-Märkte in Neuruppin und Pritzwalk kurz vor dem Verkauf
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16:49 14.01.2020
Der Real-Markt am Neuruppiner Babimost-Ring. Insgesamt gibt es in der Mark 13 Real-Märkte mit rund 1600 Beschäftigten. Quelle: Andreas Vogel
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Neuruppin

Uwe Bormann wirkt gelassen. „Sehen Sie hier Unruhe?“, fragt der Geschäftsleiter des Neuruppiner Real-Marktes am Babimost-Ring und zeigt auf das übliche geschäftige Treiben im Supermarkt.

Natürlich kennt Bormann die Meldungen vom Dienstagmorgen, wonach alle 276 Real-Märkte in Deutschland zum Monatsende an das deutsch-russische Konsortium X-Bricks verkauft werden sollen.

Aber ob und wie sich dieser Verkauf an den Immobilieninvestor auf den Neuruppiner Real-Markt mit seinen rund 100 Mitarbeiter auswirken wird, dazu sagt Uwe Bormann, der erst seit 6. Januar den Neuruppiner Markt leitet und zuvor einen in Magdeburg geführt hat, nichts. „Wenden Sie sich an unsere Pressestelle.“

Betriebsrat warnt vor Kahlschlag beim Personal

Doch diese hält sich ebenfalls bedeckt. „Haben Sie Verständnis, dass wir uns im laufenden Verkaufsprozess nicht zu einzelnen Standorten äußern können“, sagt eine Sprecherin der Metro AG, dem Mutterkonzern von Real, und verweist auf eine Absichtserklärung, wonach ein Kern von Real-Märkten weiter betrieben und der Großteil der Standorte an andere Händler abgegeben werden soll. Aber was das für einzelne Real-Märkte wie etwa den in Neuruppin oder in Pritzwalk bedeutet, das bleibt offen.

Werner Klockhaus, Gesamtbetriebsratsvorsitzender des Unternehmens, warnte in einem Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ vor einem Kahlschlag beim Personal. Klockhaus rechnet damit, dass möglicherweise jede dritte Stelle gefährdet ist. „Es wird ein Drama“, sagt er. Denn bei rund 34.000 Beschäftigten, die in der Supermarktkette arbeiten, könnten damit etwa 10.000 Leute ihren Job verlieren.

13 Real-Märkte in der Mark

Hingegen betonte eine Real-Sprecherin aus der Konzernzentrale in Düsseldorf, dass für die 13 Märkte in Brandenburg „aktuell keine Veränderungen geplant“ seien. In den Real-Märkten in der Mark sind demnach derzeit rund 1600 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Wahrung der Mitarbeiter-Interessen sei für den Metro-Vorstand ein „zentrales Thema“ in den Verkaufsgesprächen, heißt es bei Metro. Zudem wird darauf verwiesen, dass sich Betriebsrat und Real Ende des vergangenen Jahres auf eine Vereinbarung geeinigt hätten. Diese sieht „vorsorglich“ für alle Mitarbeiter eine soziale Absicherung vor, „die trotz aller Bemühungen durch betriebsbedingte Kündigungen ihren Arbeitsplatz verlieren“. Damit werde die Metro ihrer sozialen Verantwortung gerecht, heißt es.

Verdi: Die Situation ist extrem belastend

Zur Höhe der sozialen Absicherung sagt der Metro-Sprecher nichts. „Die Situation für die Beschäftigten von Real ist extrem belastend“, sagt Stefanie Nutzenberger vom Bundesvorstand der Gewerkschaft Verdi. Metro als Verkäufer stehe ebenso wie der potentielle Käufer in der Verantwortung für die Beschäftigten und ihre Familien.

Das Wichtigste aus Sicht von Verdi sind das „nachhaltige“ Sichern der Arbeitsplätze und der Tarifverträge, der Verzicht auf ein Ausgliedern an selbstständige Kaufleute und der Erhalt der Betriebsratstrukturen.

Das Konsortium X-Bricks hat im Dezember schon 13 Lidl- sowie drei Edeka-Märkte übernommen.

Von Andreas Vogel

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