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Neuruppin Landtag lehnt Helikopter für die Luftrettung in Neuruppin ab
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin

Rettungshubschrauber: Landtag lehnt Helikopter für Luftrettung in Neuruppin ab

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19:06 16.11.2020
Ein zusätzlicher Rettungshubschrauber könnte schneller bei Verunglückten sein. Der Potsdamer Landtag hat sich dagegen ausgesprochen. Quelle: Julian Stähle
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Potsdam/Neuruppin

Der Antrag der Landtagsfraktion BVB/Freie Wähler auf einen festen Standort für einen Rettungshubschrauber in Neuruppin ist in der jüngsten Landtagssitzung mit knapper Mehrheit abgelehnt worden.

Den Antrag begründete der Fraktionsvorsitzende Péter Vida. Er wies auf die Notwendigkeit eines engmaschigen Rettungshubschrauber-Netzwerkes im ganzen Land hin. Das fachliche Meinungsbild der Ärzteschaft und die Studie des Institutes Forplan aus dem vergangenen Jahr seien eindeutig: Ein Rettungshubschrauber wird in Neuruppin gebraucht. Dieser dürfe auch nicht auf Kosten der Perleberger Station gehen.

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Für die Koalition sprach der Cottbusser Arzt Michael Schierack (CDU). Er vertrat die Auffassung, dass eine Auslastung der anderen Rettungshubschrauber nicht gegeben sei, so dass keine Notwendigkeit für einen weiteren bestünde. Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) schloss sich dem an und erklärte, dass der Einsatz des Hubschraubers nicht rettungsfristrelevant sei.

Peter Vida ist Chef des Bündnisses BVB/Freie Wähler in Brandenburg – hier bei der Zentralversammlung in Neuruppin. Quelle: Andreas Vogel

In seiner Erwiderung erklärte Péter Vida, dass im Landkreis Ostprignitz-Ruppin nur in 88,8 Prozent der Fälle die 15-minütige Rettungsfrist eingehalten werde. Zudem dürften bei der Anschaffung von Rettungsmitteln Wirtschaftlichkeitsaspekte wie die Auslastung nicht im Vordergrund stehen.

Knapp wurde es bei der Abstimmung des Antrages im Landtag. Da zahlreiche Abgeordnete der Koalition nicht im Plenarsaal waren, wurde hektisch telefoniert, um sie zur Abstimmung in den Raum zu holen. Nur durch ein schnelles Hereinholen konnte die Kenia-Koalition eine knappe Mehrheit für die Ablehnung des Antrages zusammenbekommen. Doch die Fraktion BVB/Freie Wähler will nicht aufgeben: „Aus fachlicher und regionalpolitischer Sicht bleibt es dabei: Der Rettungshubschrauber wird gebraucht. Deswegen werden wir an der Forderung dranbleiben und alles dafür tun, den Druck zur Realisierung aufrechtzuerhalten“, sagte Péter Vida.

Von MAZonline