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Neuruppin Risse in den Säulen der Pfarrkirche
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Risse in den Säulen der Pfarrkirche
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02:31 28.04.2018
Mike Detzner (l.) und Jörg Frobel (r.)  von der Firma Bennert mit Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde an einer der insgesamt 90 Säulen in der Pfarrkirche.
Mike Detzner (l.) und Jörg Frobel (r.) von der Firma Bennert mit Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde an einer der insgesamt 90 Säulen in der Pfarrkirche. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Der Anfang ist gemacht, die ersten elf Säulen in der Neuruppiner Pfarrkirche sind saniert. Doch das ist nicht genug. Schließlich gibt es im einstigen Gotteshaus allein im Erdgeschoss 34 Säulen, jede etwa 2,80 Meter groß. Hinzu kommen jeweils 28 Säulen in der ersten und zweiten Empore. Deshalb hat Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) am Mittwoch zu einer Spendenaktion aufgerufen, damit im nächsten Jahr wenigstens alle Säulen im Erdgeschoss saniert werden können.

Die erste Spende von der Baufirma

Den Grundstock für die Spendenaktion hat Jörg Frobel, der Geschäftsführer der Firma Bennert, am Mittwoch gleich gelegt. Frobel, der aus Neuruppin stammt, überreichte einen symbolischen Scheck über 1000 Euro. Das Geld ist Teil eines Preisgeldes, das die Firma für ihr Verfahren zur Sanierung des Marmorsaales im Neuen Palais in Potsdam Sanssouci gewonnen hat. Frobel weiß nicht nur, wie das rissige Holz der Säulen in der Pfarrkirche saniert werden kann – schließlich ist seine Firma bereits seit zwei Jahren dabei, die zwischen drei Zentimeter und 15 Meter langen Risse durch ein spezielles Verfahren mit Epoxidharz, das mit Quarzsand gefüllt ist, wieder zu kitten.

Der Grund für die Risse: die einstige Kirche wird jetzt beheizt

Frobel glaubt auch den Grund dafür zu kennen, warum die hölzernen Säulen seit einiger Zeit so rissig sind. „Das war jahrhundertelang eine Kirche, in der es kalt ist.“ Doch seit einigen Jahren werde das Gebäude als Veranstaltungsort genutzt und dafür regelmäßig geheizt, sagte Frobel. Dadurch trockne das Holz. Die Folge sind bis zu vier Zentimeter tiefe Risse.

Die Firma Bennert hat 2016 damit begonnen, die ersten sechs Säulen im Foyer zu sanieren. „Das ist kein statisches Problem, sondern eine rein optische Sache“, betonte Bürgermeister Golde. Gleichwohl ist auch die Stadt an der Sanierung interessiert. Der Rathauschef hofft, dass andere Neuruppiner und Freunde der Pfarrkirche ebenso denken und mit ihrer Spende helfen wollen, dass bis Ende 2019 vielleicht alle 34 Säulen im Erdgeschoss überarbeitet werden können. „Das wäre ein schönes Ziel“, so Golde.

Sanierung je Säule kostet rund 1500 Euro

Die Sanierungskosten pro Säule liegen laut Bürgermeister bei etwa 1500 Euro brutto. Das liegt auch daran, dass jeder größere Riss erst einmal feinsäuberlich von Farbanstrichen gereinigt werden muss, ehe begonnen werden kann, die Leerstelle mit Epoxidharz und Quarzsand auszufüllen. Die Kunst besteht dabei darin, die Ausgleichsmasse so geschickt zu verkleben, dass sie mit der Säule eine Einheit bildet und nach der Bemalung nicht mehr ersichtlich ist, wo sich eigentlich die Risse befanden.

Dass vor gut 200 Jahren die Säulen der Pfarrkirche St. Marien aus Kiefernholz gebaut wurden und nicht aus Sandstein oder gar aus Marmor, war vermutlich eine Kostenfrage. Immerhin hatten Stadt und Kirche nach dem verheerenden Brand von 1787 noch ganz andere Sorgen. Hinzu kam, dass schon damals „in der Region genügend Kiefern vorhanden“ waren, so Frobel.

Wer sich mit einer Spende an der Sanierung der Säulen beteiligen möchte, kann sich an Anne Schommler wenden. Die Sachbearbeiterin im Bauamt ist zu erreichen unter 03391/35 57 16 oder per Mail unter anne.schommler@stadtneuruppin.de.

Jörg Frobel (l.) von der Firma Bennert überreichte Bürgermeister Jens-Peter Golde den symbolischen Scheck. Quelle: Peter Geisler

Von Andreas Vogel

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