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Neuruppin Russischer Abend im Bodoni-Vielseithof
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Russischer Abend im Bodoni-Vielseithof
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10:16 27.10.2019
Das Trio Scho gastierte im Bodoni-Hof Buskow. Quelle: Foto: Regine Buddeke
Buskow

Wodka muss fließen. Und Borschtsch auch. In Buskow wurde zum russischen Abend geblasen. Seit Jahren schon ist Bodoni-Mann Marc Johne mit den Musikern des Trio Scho befreundet. Immer wieder hieß es: Ihr müsst mal bei uns auftreten. Immer wieder wurde es geschoben – frei nach der russisch-laxen Lebensphilosophie „Wsjo budjet“ – das wird schon. Jahre nach der Idee wurde es: Am Samstag gastierte das Trio Scho im Buskower „Salon im Kuhstall“ auf dem Bodoni-Vielseithof.

Die Hütte war voll, der Bullerjan auch – beides zusammen verbreitete wohlige Wärme wie im russischen Blockbohlenhaus in den sibirischen Wäldern. Noch mehr wärmte die für Russland wohl typischste Suppe – der Borschtsch – liebevoll gekocht von der Gastgeberin. Und wem das nicht reichte: Es ist auch Wodka da – wen der nicht innerlich wärmt, dem ist eh nicht mehr zu helfen. Kein Wunder, dass sich auch die Musik des Trio Scho oftmals um Getränke dreht.

Trio Scho wurde 1991 in der ukrainischen Stadt Poltava gegründet

Scho ist eine Ableitung von Schto – übersetzt ’Was?’ oder locker übersetzt ’Was soll sein?!’. Das steht als Motto des 1991 in der ukrainischen Stadt Poltava gegründeten Trios, das nunmehr in Berlin lebt und sich das russische Liedgut jedweder Couleur auf die Fahnen geschrieben hat und es singt, wie es ihm gefällt – versetzt mit Swing oder Blues – auch Tangomotive quellen dem Akkordeonisten Valeriy Khoryshman aus den Tasten.

Sänger Gennadij Desatnik lässt die Violine Klassik-Schmelz seufzen und die Gitarre feuern, während Kontrabassist Alexander Franz der Mann für die Tiefe und den treibenden Rhythmus ist: Und der kommt nicht zu kurz. Kassatschok-Feeling lässt immer wieder mal die Luft brennen.

Man nennt sich Musikkollektiv. Das passt. „Auch wenn das hier kein Abend der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft wird“, sagt Marc Johne und zwinkert vergnügt.

Gastgeber Marc Johne. Quelle: Regine Buddeke

„Achtung, Achtung. Auf Gleis drei fährt ein ... und Vorsicht bei Abfahrt des Zuges“, eröffnet Desatnik den Abend und das Akkordeon trötet besser als mancher marode Zug der Bahn. Kurz wird geklärt: Heißt es ’Na sdorowje“ oder ’Sa sdorowje’? Geht beides, ist zu erfahren. „Die Hauptsache: Trinken und gesund bleiben“, dröhnt der Geiger und prostet ein großes Wasserglas voll klarer Flüssigkeit. Nun ja, zwischen Woda (Wasser) und Wodka ist sprachlich kaum ein Unterschied. Und so mancher Russe trinkt letzteres wie ersteres.

Ein Lied über einen Moskauer Basar lässt die Musiker ordentlich warm werden. Zu dritt imitieren sie das Stimmengewirr der Marktschreier. Und auf „Posmotri, Aeroplan“ (Schau, ein Flugzeug) sollte man besser nicht reagieren, sonst ist die Börse ruckzug weg.

Russische Volkslieder und vieles mehr gab es beim russischen Abend. Quelle: Regine Buddeke

Ein Walzer aus Leningrad singt den Schnee herbei, ein anderes Lied dreht sich um des Russen liebstes alkoholfreies Getränk – den Brot-Trank Kwass. Mit Lust und Leidenschaft singen die Musiker – meist russisch, aber auch ein bisschen jiddisch und deutsch. Es geht um Liebe und auch um die Gründungsstadt Poltava, in der Zar Peter der Große einst eine Schlacht gewann.

Ein ukrainisches Liebeslied über eine sternklare Nacht lässt die Gäste seufzen – das nächste beschäftigt sich launig mit den Tücken, vor 100 Jahren in Kiew mit der Tram zu fahren. „Das ist heute nicht anders“, grient Gennadij Desatnik. Aber auch anderswo gebe es Verkehrsprobleme – immerhin habe man es trotz gesperrter Autobahn nach Buskow geschafft. Ein witziger Text über die Tücken, sich in Russland das Trinken abzugewöhnen – dann darf das Publikum mitsingen. „Annushka“ dröhnt es und klare Sache: „Stell den Wodka auf den Tisch.“

Von Regine Buddeke

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