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Neuruppin Wie sauber und aufgeräumt ist Neuruppin?
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Wie sauber und aufgeräumt ist Neuruppin?
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00:23 28.01.2019
Michael Strohschneider vom Stadtservice der Stadtwerke Neuruppin putzt zwei Mal im Jahr Schilder am Tourismusleitsystem, die Unbekannte immer wieder beschmieren. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Bei Minusgraden und beißendem Wind trägt an diesem grauen Januartag nicht nur Fontane Schal und Mütze, sondern auch viele Neuruppiner. Dass Winter ist, macht sich aber nicht nur an der Kleidung der Menschen bemerkbar.

Beim Spazieren durch die Stadt reicht der Blick auf den Boden: Auch teils noch verpackte Hustenbonbons in der Präsidentenstraße, Taschentuchpackungen in der Junckerstraße und vom Neujahrsputz übrig gebliebene Silvesterreste in den Nebenstraßen Richtung Ruppiner See deuten als saisonaler Müll an, in welcher Jahreszeit wir uns befinden.

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Manche MAZ-Leser finden, dass Neuruppin eine schmutzige Stadt ist. Die Meinungen darüber gehen auseinander.

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Sie gesellen sich zu den üblichen Verdächtigen, die wohl unabhängig von der Jahreszeit die Wege und Straßen säumen: Zigarettenstummel an den Bushaltestellen wie am Fehrbelliner Hof, Dönerpapier in der Wichmannstraße und einzelne Kaffeebecher im Umkreis von Bäckerläden, die teilweise auch auf Fensterbrettern der Neuruppiner „entsorgt“ wurden.

Sauberkeit in Neuruppin: Reiz, Bahnhof und Karl-Marx-Straße Schwerpunkte

Dabei wirkt die Stadt, wohl der Jahreszeit und dem Wochentag geschuldet, passend zum Wetter kühl und insgesamt aufgeräumt. „Seien Sie froh, dass Sie die Stadt jetzt und nicht in den belebteren Sommermonaten erleben“, sagt Rosswieta Funk.

Wenn man die Stadtverordnete auf Neuruppin anspricht, kommt sie ins Schwärmen: „Es ist wirklich eine wunderschöne Stadt. Es ist nur schade, dass manche Bewohner der Stadt sich offenbar große Mühe geben, das zu ändern.“

Eine beschmierte Hauswand neben der Montessori-Schule in der Wichmanstraße. Quelle: Fabian Lamster

Damit meint Funk vor allem diejenigen, die ihren Müll wegwerfen, egal wo sie sich gerade befinden. Vor allem um das Einkaufszentrum Reiz, das McDonalds in der Neustädter Straße, aber auch die Karl-Marx-Straße, den Bahnhof Rheinsberger Tor und die Wallanlagen sehe sie als Schwerpunkte – vor allem in warmen Sommermonaten.

Immer wieder Probleme am Bollwerk

Das sieht Thomas Fengler, Ordnungsdezernent der Stadt Neuruppin, anders: „Ich empfinde Neuruppin als saubere, aufgeräumte Stadt, in der die Menschen darum bemüht sind, diese auch sauber zu halten.“

Dennoch seien auch ihm und dem Ordnungsamt der Stadt vereinzelte Müllschwerpunkte im Randbereich bekannt, beispielsweise am ehemaligen Flugplatz.

Doch auch am innenstadtnahen Bollwerk habe es in der Vergangenheit immer wieder Probleme gegeben: „Im Sommer waren die Mülleimer dort schneller voll als sie geleert werden konnten. Darum werden sie dort nun auch an Wochenenden geleert“, sagt der 60-Jährige.

Immer wieder beschmieren Unbekannte auch Informationstafeln an touristisch beliebten Orten wie hier Nahe der Klosterkirche. Quelle: Fabian Lamster

Warum auf Neuruppins Straßen im Winter keine Kehrmaschinen fahren

Dabei sollen sich die Neuruppiner keine Sorgen machen, dass der Stadtservice der Stadtwerke Neuruppin von Anfang Dezember bis Ende Februar nicht mit den Kehrmaschinen die Straßen reinigt: „In diesem Zeitraum ist der Winterdienst im Einsatz. Unsere klassischen Kehrmaschinen sind nicht für den Winter gemacht, zumal sie dann auch das verteilte Streugut wieder entfernen würden“, sagt Neuruppins Ordnungsdezernent. Mülleimer leeren und Schlaglöcher flicken passiere aber weiterhin.

Das kann dazu führen, dass Hundekot in den Wintermonaten bis in den März auf dem Boden verweilt. Hundehalter sind gemäß der Stadtordnung verpflichtet, die durch das Tier entstandenen Verunreinigungen zu beseitigen.

Kommen Hundekotbeutelspender nach Neuruppin?

Dass dem nicht jeder Neuruppiner nachkommt, liegt womöglich auch an den bisher in der Stadt fehlenden Hundekotbeutelspender. „Diese erscheinen mir am Grünstreifen entlang der Karl-Liebknecht-Straße, aber auch am Bollwerk, an den Wallanlagen und der Karl-Marx-Straße sinnvoll“, sagt Erik Jeche, Leiter des Stadtservices Neuruppin.

Diese seien laut Ordnungsdezernent Fengler auch bereits im Bürgerhaushalt Thema gewesen und in Planung. Beobachtet das Ordnungsamt einen Hundehalter, der die Verunreinigung nicht vom Boden entfernt, drohen Bußgelder zwischen 35 und 55 Euro, die bei Wiederholungstätern auch höher ausfallen können.

In der Kommissionsstraße liegt ein Teppich neben Glascontainern, der illegal entsorgt wurde. Quelle: Fabian Lamster

Egal ob Hundehaufen oder Schmierereien: Jegliche Verschmutzungen lassen für Joachim Zindler, Geschäftsführer der Stadtwerke Neuruppin, nur ein Fazit zu. „Es kann nicht sein, dass Menschen Kühlschränke, Gartenabfälle oder ihren Haushaltsmüll einfach auf die Straße werfen.“

Wo Neuruppiner Müll- und Schmutzecken melden können

Darum appelliere er an alle Neuruppiner, die Augen offen zu halten, sich gegenseitig zu disziplinieren und die Stadt nachhaltig sauberer zu machen.

„Ich habe schon junge wie alte Menschen darauf angesprochen, wenn sie Müll einfach weggeworfen haben, worauf sie zum Teil aggressiv reagiert haben. Da traut man sich dann nicht mehr, noch einmal etwas zu sagen“, sagt die Stadtverordnete Rosswieta Funk.

Wenn Neuruppiner doch einmal größere Müllaufkommen oder Verunreinigungen bemerken, haben sie laut Ordnungsdezernent Fengler drei Optionen: Entweder sie melden es dem Ordnungsamt, dem Stadtservice oder im Internet beim Maerker Brandenburg, wo 101 Hinweise für Neuruppin gemeldet wurden (Stand: 25. Januar, 14 Uhr).

„Neuruppiner Ortsteile glänzen“

Die Hinweise gehen dann zur Bearbeitung direkt in die Stadtverwaltung. Rosswieta Funk könne sich auch vorstellen, dass Nachtdienste des Ordnungsamts zur Sauberkeit in Neuruppin beitragen.

„Nietwerder, Karwe oder andere Ortsteile glänzen. Warum klappt es in Neuruppin selbst nicht?“, sagt sie. Und hoffe, dass sich im Fontanejahr alle Neuruppiner ins Zeug legen. Damit auch Gäste sie als aufgeräumte, saubere Stadt in Erinnerung behalten.

Von Fabian Lamster

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