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Neuruppin Schlossfestspiele Ribbeck mit „Effi Briest“ im Tempelgarten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Schlossfestspiele Ribbeck mit „Effi Briest“ im Tempelgarten
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17:13 28.07.2019
Die Schlossfestspiele Ribbeck gastieren mit „Effi Briest“ im Neuruppiner Tempelgarten. Quelle: Regine Buddeke
Neuruppin

Für das Team der Schlossfestspiele Ribbeck war es der Supergau: In der Nacht vor der Vorstellung wurde der Wagen mit Requisiten und Technik, der bereits im Neuruppiner Tempelgarten stand, aufgeflext und leergeräumt. Schaden: 10.000 Euro.

Insofern ist es dem Ensemble hoch anzurechnen, dass es am Samstag vor fast ausverkauften Reihen dennoch spielte, wenn auch mit verspätetem Beginn, weil erst neue Technik beschafft und einiges aus Berlin geholt werden musste.

Himmelhoch schaukelnd – später krank und zu Tode betrübt: Die Effi Briest der Schlossfestspiele Ribbeck kam in schöner Kulisse und stimmig gespielt daher. Genau das Richtige im Fontane-Jahr.

Der Tempelgarten mit seinen Statuen, geschlungenen Wegen und dem vielen Grün ist eine wunderbare Kulisse für Effi – denn was sonst sollte wohl im Fontanejahr auf dem Spielplan stehen?

Und die Effi von Klara Franz ist eine Besetzung, wie sie im Buche steht. Mit ihren blonden langen Locken und dem frischen Gesicht zeichnet sie auf sehr einfühlsame Weise den Weg des Wildfangs bis zur gebrochenen Frau nach.

Sie gibt das Schaukelmädchen fröhlich wild und setzt ihr nur einen Hauch der Affektiertheit auf, den man den jungen Dingern damals quasi mit der Muttermilch zu trinken gab – schließlich sollten sie in der Gesellschaft als Damen akzeptiert werden. „Warum machst du keine Dame aus mir?“, fragt sie ihre Mutter. „Willst du das, Effi?“ „Nein“, platzt es aus ihr heraus nebst einem ansteckenden Lachen.

Dicht an der Vorlage – nuanciert gespielt

Regisseur Claus Stahnke hat dicht an der Vorlage inszeniert – das ist in diesem Fall sehr wohltuend. Etliche kennen die Dialoge, es wird gelacht, wenn Effis Mutter spitzzüngig ihre gesellschaftliche Frauenrolle kritisiert und Vater Briest jovial-sonor seine eigenen Ansichten darlegt. Fontane hat schon einen feinen Sinn für Witz und Gesellschaftskritik. Und das Ensemble setzt dies ausnahmslos ganz nuanciert um.

Dass der Auftritt der Primadonna Trippelli mit einer echten Sopranistin besetzt ist, ist ein Glücksgriff: Ute Beckert spielt sie mit hübsch exaltiertem Tremolo und ordentlich Diven-Gehabe. Ihr „Es gibt ja keine Männer mehr“ ist eine hübsche Überraschung.

Auch Veit Stillers Vater Briest und der bisweilen stotternde, gutmütige Apotheker Gieshübler gefällt und André Vetters’ Innstetten trifft die Figur genau – hölzern, gefühlskühl und starr auf der Konvention beharrend.

Und auch Alexandra Johannknecht vermag als Mutter Briest sehr plausibel zu agieren, etwa wenn sie ihre Tochter in liebevollem Ton aber unnachgiebiger Härte in die Ehe mit dem älteren Mann zwingt. Trotz aller halbherzigen Einwände Effis: „Ich bin nicht so für das, was man eine Musterehe nennt.“

Viel Lob vom Publikum

Patricia Doll schwärmt in hohen Tönen von der Aufführung. Die Ulmerin hatte eine lange Anreise – sie habe, so sagt sie, extra ihren Urlaub so gelegt, dass sie das Stück in Neuruppin sehen kann.

Stück, Stadt und Leute gefallen ihr sehr gut. „Wir sind total begeistert. Ich ärgere mich nur, dass das Restaurant hier neben der Bühne zwar Getränke verkauft, aber die Gäste dann nicht kostenlos aufs Gaststätten-WC lässt. Das ist nicht gerade nett.“ Sie steht mit dieser Kritik nicht allein da.

„Das Stück gefällt mir sehr gut“, sagt auch Zuschauerin Cornelia Königsmann aus Gifhorn in der Pause. „Die Effi mit ihrem frischen Spiel haucht dem ganzen Stück viel Leben ein.“

Von Regine Buddeke

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