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Neuruppin Schmetterlingsexperte entdeckt in der Region zwölf neue Arten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Schmetterlingsexperte entdeckt in der Region zwölf neue Arten
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16:40 25.11.2019
Das Blutströpfchen hat seinen Namen nicht umsonst. Quelle: Cornelia Felsch
Alt Ruppin

Für den Molchower Schmetterlingsexperten Peter Kriebel war das Jahr 2019 ein sehr erfolgreiches – dank der zahlreichen Daten die ihm zugetragen wurden. „Für die Forschung ist das natürlich sehr positiv. Ich freue mich immer, wenn ich Meldungen über Schmetterlingsvorkommen in der Region erhalte, denn ich kann ja nicht überall sein.

Peter Kriebel ist Mitglied des Nabu-Kreisverbands Neuruppin, sein Vortrag zu den Schmetterlingsvorkommen in der Region, den er alljährlich im Rahmen der Nabu-Veranstaltungen hält, hat bereits Tradition.

Auf zur Falterrunde

„Ich mach dann mal meine Falterrunde“, heißt es bei den Kriebels immer dann, wenn Peter Kriebel zur Schmetterlingserkundung in Wald und Feld startet. Zwischen Molchow und Krangen hat er in diesem Sommer den Schmetterling des Jahres 2019 an einer Sandkuhle entdeckt – den Schachbrettfalter.

Entscheidend für das Vorkommen des Schmetterlings sind nährstoffarme, blütenreiche Wiesenbereiche, die bis Ende Juli noch nicht gemäht wurden. Denn nur dort lassen die Weibchen ihre Eier zu Boden fallen, teilweise während des Fluges.

Für die interessierten Zuhörer hat Peter Kriebel einen Kasten aus seiner Schmetterlingssammlung mitgebracht. Quelle: Cornelia Felsch

„Vermutlich eine gute Strategie, die das Überleben des Falters sichert“, sagt Peter Kriebel. „Am Boden können die Eier besser überdauern als an einem Grashalm, denn dort wären sie verloren, wenn die Wiese gemäht wird oder eine Kuh das Gras frisst.“

Es summt am Straßenrand

Die Raupen ernähren sich von verschiedenen Gräsern. In kurz gemähten Straßenrändern und Wiesen kann sich der Falter deshalb nicht entwickeln. „Noch ist er flächendeckend in Brandenburg vorhanden und auch nicht gefährdet“, sagt der Schmetterlingsexperte, der nicht sehr glücklich darüber ist, dass die Straßenränder in schöner Regelmäßigkeit gemäht werden.

„Als ich im Juli in Paris war, blühten die Wiesen auf dem Flughafen und auch die Straßenränder. Es summte überall, von Insektensterben keine Spur.“

Der Braune Waldvogel ist in ganz Europa verbreitet. Quelle: Kriebel

Auch wenn es in Deutschland oft anders aussieht, war das Schmetterlings-Jahr 2019 für Peter Kriebel recht positiv. „Ich konnte zwölf neue Arten in meine Listen aufnehmen, die bisher in unserer Region nicht aufgetreten sind“, sagt er. „Das heißt aber nicht, dass sie hier bisher nicht vorkamen, es gibt in unserem Altkreis einfach zu wenig Aufzeichnungen.“

Artenreiches Ruppiner Land

Dennoch kann Peter Kriebel einschätzen, dass die Zahl der vorkommenden Art in unserem Landkreis recht stabil ist, obwohl die Masse der Insekten in Deutschland nachweislich rapide abgenommen hat.

„Zum Glück haben wir hier nicht nur Äcker, sondern auch noch viele schöne Gebiete und Biotope wie die Heide.“ Distelfalter, Taubenschwänzchen, Bläuling und Zackenspanner sind noch reichlich vorhanden; der kleine Fuchs, das Landkärtchen und der Purpurbär machen sich hingegen schon rar.

Von den Bläulingen gibt es weltweit über 5000 Arten. Quelle: Kriebel

Über 40 Tagfalter-Arten konnten im Altkreis Neuruppin nachgewiesen werden. Zum ersten Mal entdeckte Peter Kriebel den Feurigen Perlmutterfalter bei Molchow und auch der Karstweißling, eine südeuropäische Falterart, breitet sich zunehmend nach Norden aus. 2018 wurde er in Brandenburg erstmals gesichtet.

Aktive Wanderfalter

„Allerdings ist er schwer vom Kohlweißling zu unterscheiden, so dass auch ein Irrtum vorliegen kann. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, dass er vermehrt in Brandenburg auftritt.

Eine sehr artenreiche Familie der Schmetterlinge sind die Eulenfalter. Allein im Altkreis Neuruppin gibt es 176 Arten; 94 davon konnte Peter Kriebel in diesem Jahr nachweisen. „Einige Arten werden nach den ersten Nachtfrösten noch hinzu kommen“, vermutet der Schmetterlings-Fachmann. Allerdings sind sie auf Grund ihrer schlichten Färbung nicht so leicht zu entdecken.

Der Distelfalter legt als Wanderfalter weite Strecken zurück. Quelle: Kriebel

Aufmerksame Schmetterlingsfreunde konnten in diesem Jahr besonders gut die Wanderung der Distelfalter beobachten. „Den Wanderzug in Richtung Norden konnte man wochenlang beobachten“, sagt Peter Kriebel.

Wanderfalter wie das Taubenschwänzchen und der Distelfalter legen bis zu zweitausend Kilometer zurück. Sie kommen aus dem Mittelmeerraum oder Afrika und fliegen bis nach Norwegen.

Für seine Recherchen ist Peter Kriebel auf Hinweise anderer Naturfreunde angewiesen. Zu erreichen ist er unter der Internetadresse pkmolchow@aol.com.

Von Cornelia Felsch

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