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Neuruppin Der Digitalpakt ist da – was nun?
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01:15 31.03.2019
Mit Smartphones im Unterricht: Aurelius, Lasse, Christopher und Tim (v. l.) nutzen an der Evangelischen Schule Neuruppin bereits neue Technik im Deutschkurs. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Die Smartphones sind startklar. Die Schüler sowieso. Sie sollen ein interaktives Tafelbild gestalten. Doch dann erscheint auf der elektronischen Tafel die Meldung: „Keine Netzverbindung möglich“. Das Smartboard an der Evangelischen Schule streikt. Mal wieder. Jemand, der das Problem noch in der Unterrichtsstunde lösen könnte, ist nicht in Sicht.

Schulleiterin Anke Bachmann hofft, dass der kürzlich beschlossene Digitalpakt zwischen dem Bund und den Ländern unter anderem genau hier hilft. Die Schule, die ziemlich gut ausgestattet ist, braucht Personal, dass sich um die Technik kümmert. „Das können die Lehrer nicht einfach nebenher machen.“

Geld benötigt die Einrichtung in privater Hand aber auch für einen starken Internetanschluss für ihren Standort in der Schifferstraße, damit alle Schüler zeitgleich digitale Inhalte teilen können. Das ist dort noch nicht möglich.

Jede Schule braucht ein Konzept

Noch ist allerdings nicht klar, ob und vor allem wann die Wünsche in Erfüllung gehen. Bisher ist nur klar, dass der Bund fünf Milliarden Euro für die Digitalisierung der Schulen in Deutschland in den kommenden fünf Jahren bereitstellt. Auf Brandenburg entfallen dabei 151 Millionen für rund 850 Schulen. Das Land packt noch etwas drauf.

Das Geld beantragen können die Schulträger, die sich mit zehn Prozent beteiligen sollen, aber erst, wenn Bund und die Länder eine Verwaltungsvereinbarung schließen. Außerdem muss der Bund die Potsdamer Förderrichtlinie abnicken, sagt Peter-Christian Misch vom brandenburgischen Bildungsministerium. Wann das passiert, ist offen.

Wer vorplant, soll Vorteile haben

Das Ministerium geht davon aus, dass der Bund das Geld in Raten auszahlen wird. „Wie genau die zeitliche Staffelung der Förderung ausfällt und ob dabei regionale Bedarfskriterien eine Rolle spielen werden, ist noch nicht entschieden“, so Misch. Sprich: Ob Schulen oder Regionen mit besonders schlechter Ausstattung Vorrang bekommen, ist offen.

Fest steht aber, dass Einrichtungen mit einem Medienentwicklungsplan Vorteile haben werden. Denn diesen will das Land verlangen, bevor es Geld auszahlt.

Die Evangelische Schule hat so einen Plan. Die Stadt Rheinsberg für ihren Bildungscampus ebenfalls. Für die Grundschule in Flecken Zechlin will Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow einen erstellen, wenn die Richtlinie bekannt ist.

Rheinsberg ist auf den Pakt angewiesen

„Wir sind auf den Digitalpakt angewiesen“, sagt er. Zwar gebe es einige Whiteboards und Notebooks an den Schulen. Vor allem die Internet-Infrastruktur liege aber brach: Eines von zwei Computerkabinetten an der Rauschule kann wegen der veralteten Kabel gar nicht genutzt werden.

Auch die Förderschulen und das Oberstufenzentrum in Neuruppin hoffen auf Geld aus dem Digitalpakt. Die Schulen sollen in Konzepten darstellen, was sie brauchen, sagt Kreissprecherin Britta Avantario. Ob und wann es Geld geben wird, das weiß auch sie nicht.

Lindow investiert auf jeden Fall – mit oder ohne Zuschuss

An der Lindower Grundschule gibt es nur ein Computerkabinett und drei veraltete Whiteboards. Die Gemeinde will 30 Notebooks anschaffen. Dafür braucht sie aber Wlan. Internet hat die Schule bisher nur in einem Klassenraum. Der Amtsausschuss hat jetzt beschlossen, das zu ändern – mit oder ohne Digitalpakt.

„Wenn es Fördergeld gibt, ist es umso besser“, sagt Doris Bergmann aus dem Rathaus. Sie stellt auch klar, dass die Gemeinde noch mehr will. „Wir wollen alles, was möglich ist, ausreizen.“ Für sie steht dabei die Fortbildung der Lehrer an erster Stelle, damit sie die neue Technik auch einsetzen lernen.

Fehrbellin will erst seine Schulen fragen

Inwieweit Fehrbellin vom Digitalpakt profitieren könnte, ist noch unklar. „Wir müssen erst wissen, welche Voraussetzungen wir erfüllen müssen, um überhaupt Fördermittel zu bekommen“, sagt Fachgebietsleiter Carsten Kreikenboom. Jetzt will er bei der Fehrbelliner Oberschule und den beiden Grundschulen erfragen, welche digitale Technik sie sich wünschen. „Wir wollen schließlich nicht am Bedarf vorbei kaufen.“

Schnelle Internetanschlüsse haben alle drei Schulen. In der Oberschule sei sogar jeder Fachraum mit Whiteboards ausgestattet. Kreikenboom: „Das ist nicht unbedingt selbstverständlich.“

Das Amt Temnitz hat wenig Hoffnung auf Hilfe

Neuruppin hat gerade 120.000 Euro ausgegeben, um neun digitale Tafeln für das Schinkelgymnasium und sechs für die Fontaneschule anzuschaffen. 80.000 Euro davon kamen noch 2018 als Zuschuss vom Land. Mit dem Digitalpakt hatte das allerdings noch nichts zu tun. Die Frage, was der für die Fontanestadt bringen könnte, lässt die Stadtverwaltung offen.

Im Amt Temnitz macht man sich keine Hoffnungen auf das Geld aus dem Digitalpakt. „Wir haben hier eigentlich ganz andere Probleme“, sagt Amtsdirektor Thomas Kresse. Zunächst müsse die Sanierung der beiden Schulen abgeschlossen sein.

Von Celina Aniol, Frauke Herweg, Andreas Vogel, Reyk Grunow

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