„Sicherer Hafen“: Osprignitz-Ruppin hat 30 Flüchtlinge aufgenommen
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Neuruppin „Sicherer Hafen“: Osprignitz-Ruppin hat 30 Flüchtlinge aufgenommen
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„Sicherer Hafen“: Osprignitz-Ruppin hat 30 Flüchtlinge aufgenommen

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19:38 29.03.2021
Im Schullandheim in Schweinrich leben seit 17. März knapp 30 Flüchtlinge.
Im Schullandheim in Schweinrich leben seit 17. März knapp 30 Flüchtlinge. Quelle: Madlen Wirtz
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Neuruppin

Es ist ein Teilerfolg für die Initiative „Sichere Häfen“: Der Landkreis hat am 17. März 32 Flüchtlinge aus Afghanistan und Syrien aufnehmen können.

Zwar sollten die Geflüchteten, es handelt sich laut Sozialdezernentin Waltraud Kuhne um sechs Familien mit insgesamt 17 Kindern, eigentlich in Wohnungen untergebracht werden. Doch fürs Erste ist das Gros der Flüchtlinge, die alle auf Corona getestet wurden, im Schullandheim in Schweinrich untergekommen.

Die NWG bietet noch zwei Wohnungen an

Lediglich eine Familie konnte gleich in Neuruppin untergebracht werden. Die Neuruppiner Wohnungsgesellschaft NWG habe signalisiert, zwei weitere Wohnungen zur Verfügung stellen zu können, wobei die eine ab 15. April und die andere ab 1. Mai bezogen werden könne, sagte Kuhne.

Die Geflüchteten fühlten sich in Schweinrich wohl, so die Dezernentin. Das freut auch Wolfgang Freese. Der Neuruppiner Bündnisgrüne gehörte im vergangenen Jahr zu den Initiatoren des Antrags, dass der Kreis der Aktion „Sichere Häfen“ beitritt. „Es war Ziel, Flüchtlingen zu helfen. Das ist gelungen.“

Das Schullandheim stand leer

Die Initiative stand jedoch unter keinem guten Stern. Zum einen entscheidet der Bund, ob und wie viele Flüchtlinge nach Deutschland kommen dürfen und nicht wieder zurück geschickt werden. Zum anderen gab es mit Beginn der Corona-Pandemie gar nicht mehr genügend Zimmer, um Flüchtlinge entsprechend der neuen Regeln aufnehmen zu können.

Der Kreistagsabgeordnete Freese will sich in den nächsten Tagen selbst ein Bild machen, wie diese Anforderungen in dem seit Dezember leer stehenden Schullandheim erfüllt werden können. Zugleich würde sich der Neuruppiner freuen, wenn auch andere Wohnungsgesellschaften in anderen Orten im Landkreis Wohnungen für Flüchtlinge bereit stellen.

Wittstock: „Uns hat niemand gefragt“

Melanie Brüning-Lederer, die Ortsvorsteherin von Schweinrich, hätte sich zudem gewünscht, dass die Kreisverwaltung in Neuruppin den Ortsbeirat früher über die neue Belegung des Schullandheimes informiert – und auch die Stadt Wittstock bei der Suche nach Wohnungen einbezieht.

„Uns hat niemand gefragt und nach Wohnungen gesucht“, sagte Wittstocks Stadtsprecher Jean Dibbert. Die Dossestadt hätte sich gefreut, nicht erst auf Nachfrage von der geplanten Unterbringung zu erfahren.

Land hat bisher 69 Personen aufgenommen

Der Kreistag hatte Ende Mai vergangenen Jahres wegen der dramatischen Lage in mehreren griechischen Flüchtlingslagern beschlossen, bis zu 75 Flüchtlinge aufzunehmen. Zudem war der Kreis der Initiative „Sichere Häfen“ beigetreten – so wie zuvor auch schon die Fontanestadt.

Laut dem Potsdamer Innenministerium wurden in diesem Jahr bisher 69 Personen „aus dem Kreis behandlungsbedürftiger Kinder und ihrer Kernfamilien aus Griechenland“ in Brandenburg aufgenommen. Mehr als die Hälfte fanden eine sichere Unterkunft in Ostprignitz-Ruppin, die anderen in Elbe-Elster und in Potsdam-Mittelmark.

Ob der Kreistag von Ostprignitz-Ruppin darauf drängen werde, weitere dieser Flüchtlinge aus Griechenland aufzunehmen, hänge davon ab, ob es genügend Wohnraum für die Geflüchteten gebe, sagte Wolfgang Freese.

Von Andreas Vogel