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Neuruppin Sinti Swing Berlin begeisterte 130 Zuhörer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Sinti Swing Berlin begeisterte 130 Zuhörer
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00:29 30.05.2018
Sinti Swing Berlin spielte im Fiddlers Inn Neuruppin. Quelle: Regine Buddeke
Neuruppin

Wenn Bernd Hubers Geige und Vladimir Millers Klarinette am Ende eines fast dreistündigen Konzerts in Dialog treten, ist das einfach nur grandios. So wie der ganze Abend, an dem das Berliner Quintett Sinti Swing gemeinsam mit drei befreundeten Musikern den großen Django Reinhardt haben wiederauferstehen lassen.

Django Reinhardts Musik ist legendär und oft nachgespielt. Sinti Swing Berlin haben sich 1984 seiner Tradition verschrieben, die Musiker mit zumeist Sinti-Wurzeln haben dies Form des Jazz quasi im Blut.

Der Hof in der Neuruppiner Pension „Fiddlers Inn“ ist gestopft voll. Seit die rustikale Scheunenbühne fertig ist, hat Inhaber Ralf Berkes begonnen, Hofkonzerte zu veranstalten – es ist am Samstag das vierte. 130 Zuhörer lassen es sich in der Abendsonne wohlsein.

Warum Sinti Swing Berlin? „Ich spiele ja selbst Geige und bin ein großer Freund von Stéphane Grappelli“, erklärt der Gastgeber. „Ich liebe diese Musik, seit ich denken kann und Sinti Swing hat eine Wahnsinns-Tradition, schon seit DDR-Zeiten. Das passt ganz wunderbar in unseren Hof“, schwärmt er.

Grappelli, so erfährt man im Lauf des Abends vom moderierenden Bernd Huber, ist der Geiger, der gemeinsam mit Django Reinhardt das legendäre Quintett des „Hot Club de France“ begründete. Django Reinhardt war der Vater des europäischen Jazz, speziell der Gypsy-Swing ist seine Erfindung. Dazu kam, dass er – trotz seiner bei einem Unfall verkrüppelten Finger – Gitarre spielte, wie ein Gott und eine spezielle Grifftechnik kreierte, die legendär wurde.

Sinti Swing Berlin wurden bereits 1984 von deutschen Sinti gegründet

„Gitarristen haben versucht, wie er zu spielen, als hätten sie ebenfalls verkrüppelte Finger“, erzählt Huber, der Geiger der Band, die ausschließlich aus Gitarren, Kontrabass und Geige besteht – für Jazz eher untypisch. Trompete und Klarinette kommen Dank der Freunde dazu, auch das Akkordeon – alle sind Meister ihres Fachs. Es ist ein Genuss, sich jedem Solo, jeder Improvisation hinzugeben. Den Musikern geht es genauso – jedem sieht man die Spielleidenschaft an.

Die Gruppe wurde 1984 von den Brüdern Fredi, Wilfried und Alfred Ansin sowie Hans Lauenberger gegründet, die der deutschen Minderheit der Sinti angehören. Begleitet werden sie seit der Gründung von Bernd Huber. Nach dem Tod Alfred Ansins spielt Lauenbergers Sohn Janko, in der Gruppe den Django-Part.

Der berühmte „Miner Swing“, „Djangology“, Honeysuckle Rose“ – etliche Reinhardt-Klassiker werden an diesem Abend gespielt – meisterlich virtuos und frisch-fröhlich improvisiert. Das Publikum ist happy. Bitte mehr davon.

Von Regine Buddeke

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