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Neuruppin Schule ohne Kreidestaub
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16:08 19.02.2019
Die neuen Smartboards können benutzt werden wie eine herkömmliche Tafel, aber sei können noch viel mehr.
Die neuen Smartboards können benutzt werden wie eine herkömmliche Tafel, aber sei können noch viel mehr. Quelle: Reyk Grunow
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Neuruppin

Tobias Freutel steht ein bisschen abseits im Klassenzimmer und zieht mit dem Finger eine Linie auf dem Bildschirm seines Handys. Fast im selben Moment erscheint eine Linie auf der elektronischen Tafel an der Stirnseite des Klassenzimmers.

Das „Smartboard“ ersetzt seit wenigen Tagen die alte dunkelgrüne Tafel, die dort vorher stand. Kreide hat in immer mehr Räumen des Neuruppiner Schinkelgymnasiums ausgedient. Computertechnik bringt völlig neue Möglichkeiten.

Die neue elektronische Tafel sieht aus wie ein riesiger Flachbildfernseher. Darauf kann man mit speziellen Stiften zeichnen, Filme abspielen und Bilder einblenden. Die Schüler können ihr Smartphone oder ein Tablet mit der Tafel, verbinden und selbst etwas anzeigen.

Schüler und Lehrer können ihre eigenen Geräte verbinden

Lehrer können Dokumente abfotografieren und sofort für alle sichtbar bearbeiten. Und alles, was dort geschrieben steht, lässt sich abspeichern, um es in der nächsten Unterrichtsstunde wieder aufzurufen und weiter damit zu bearbeiten.

Knapp 120.000 Euro hat Neuruppin gerade für solche Smartboards ausgegeben. 80.000 Euro kamen vom Land, den Rest musste die Stadt dazuzahlen, sagt Sozialdezernent Thomas Fengler.

Das Geld stammt aus dem Förderprogramm „Medienfit“, das vom Land Brandenburg im vergangenen Jahr aufgelegt wurde. „Sehr kurzfristig“, wie Fengler betont. Gemeinden konnten in dem Programm Zuschüsse für die Ausstattung der 6. bis 10. Klassen mit Computertechnik beantragen.

Anträge für drei Schulen, zwei wurden genehmigt

Neuruppin hat das für die Fontaneschule, die Puschkinschule und das Schinkelgymnasium getan. Nur für zwei der drei Schulen gab es jedoch eine Zusage. Für die Puschkinschule könnte es bei einer Neuauflage des Förderprogramms in diesem Jahr aber noch eine Chance geben, hofft Thomas Fengler.

16 elektronische Tafeln konnten mit dem Geld angeschafft werden. Neun wurden im Schinkelgymnasium gerade aufgebaut, vier ältere Modelle gibt es dort bereits. Auch das neu gebildete Fontane-Schulzentrum an der Artur-Becker-Straße soll sechs dieser Tafeln bekommen.

Dort werden in den nächsten Monaten aber erst einmal alle Klassenräume nach und nach saniert. Erst danach lässt die Stadtverwaltung die Smartboards dort auch installieren.

Elektronik macht den Unterricht nicht automatisch besser

Elektronische Geräte werden in den Schulen immer wichtiger. Sie eröffnen Schülern und Lehrern völlig neue Möglichkeiten. „Aber sie machen den Unterricht nicht automatisch besser“, sagt Tobias Freutel: „Sie machen ihn nur einfacher.“ Die besten elektronischen Tafeln könnten nicht den Inhalt des Unterrichts ersetzen, sagt er. Sie helfen aber sehr, ihn anders zu vermitteln.

Doch der Umgang mit Smartphones, Tablets und Computern hat nicht nur Vorteile, sagt Schulleiterin Christine Schippers. „Wir dürfen nicht das Lesen und Schreiben vernachlässigen.“ Dass Schüler damit zunehmend Probleme haben, sei als Tendenz zu beobachten, sagt sie. Oft fehle es den Jugendlichen heute an der nötigen Feinmotorik.

Schreiben kann man auf den neuen Tafeln auch. Genau wie mit Kreide, nur ohne Staub.

Von Reyk Grunow