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Neuruppin So viele Pflegekräfte wie noch nie
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin So viele Pflegekräfte wie noch nie
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18:18 27.09.2019
Auch die Altenpflegehelfer bekamen am Freitag von der Agus in Neuruppin eine Medaille. Quelle: Andreas Vogel
Neuruppin

Zeit zum Feiern hat die Akademie für Gesundheitsberufe, kurz Agus, eigentlich nicht. Dabei hätte sie guten Grund dafür. Seit 25 Jahren besteht die Agus in Neuruppin, die inzwischen auch einen Standort in Oranienburg hat.

Zudem ist der Andrang auf die Pflegeberufe so groß wie nie zuvor. Zum 1. Oktober werden an den beiden Standorten 170 Schüler in sieben Kursen eine Pflegeausbildung beginnen. Zum Vergleich: 2015 gab es gerade mal 28 Teilnehmer, das reichte für eine Pflegeklasse, sagte am Freitag Richard Staar, von der Betriebsleitung der Agus.

Einige Bewerber mussten vertröstet werden

Diese Situation hat sich komplett geändert. „Ich habe noch gestern Bewerbungsgespräche geführt und musste einige auch vertrösten“, sagte Christina Salewski, die Leiterin der Altenpflegeschule. Sie führt die große Nachfrage nach einer Pflegeausbildung darauf zurück, dass die Politik aufgewacht ist und sich die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte allmählich verbessern und sie auch mehr Lohn erhalten. „Die Pflege ist im Umbruch“, betonte Salewski.

Dazu gehört, dass sich auch die Ausbildung ändert. Während die Schüler, die am 1. Oktober beginnen, noch nach dem bisherigen System ausgebildet werden, dass zwischen Altenpflegern sowie Gesunheits- und Krankenpflegern unterscheidet, wird es ab dem neuen Jahr nur noch eine generalisierte Ausbildung für Pflegefachkräfte geben. Verändern werden sich damit auch die Klassengrößen. Statt 1:28 bei Altenpflegern und 1:15 bei Krankenpflegern wird sie auf einen Schlüssel von 1:17 vereinheitlicht, sagte Staar. Wegen der großen Nachfrage will die Agus die Pflegeausbildung ausbauen und auch noch weiteres Personal einstellen.

Schule hat mehr als 70 Kooperationspartner

Derzeit sind an den zwei Standorten in Neuruppin und Oranienburg 20 Mitarbeiter beschäftigt, die wechselweise an dem einen und dem anderen Ort ausbilden. Unterstützt werden sie gerade beim praktischen Teil von den mehr als 70 Kooperationspartnern, also Ausbildungsbetrieben, die sowohl aus Lenzen in der Prignitz als auch aus dem Havelland und der Uckermark kommen. Die meisten haben ihren Sitz aber in Ostprignitz-Ruppin, sagte Salewski.

Sie hatte am Freitag noch eine besondere Aufgabe vor sich. Je eine Klasse von Altenpflegern und Altenpflegehelfern haben ihre Ausbildung beendet und erhielten in der Agus-Zentrale in der Alt Ruppiner Allee ihre Abschlusszeugnisse. Der Beruf des Altenpflegers ist härter als meiner, zitierte Salewski Bundeskanzlerin Angela Merkel. Denn die Klienten könnten nicht wie Akten einfach beiseite gelegt und die Aufgabe auf später verschoben werden. „Die Pflege ist ein sehr anspruchsvoller Beruf“, so Salewski.

Auch Manuela Wagner (r.) und Susanne Maske erhielten am Freitag ihre Abschlusszeugnisse. Sie hatten beim Bundeswettbewerb der besten Pflegeschüler mitgemacht. Quelle: Andreas Vogel

Vor ihrem Abschlusszeugnis erhielt jeder Absolvent eine Medaille als Erinnerung, dass er die Prüfungen erfolgreich bestanden hat.

Noch unklar ist, ob die Agus im nächsten Jahr auch noch die Ausbildung eines Helfers in der Alten- und Gesundheitspflege anbieten kann. Für diese Ausbildungsrichtung sei noch kein Ersatz gefunden, sagte Richard Staar.

Neben der Agus bildet auch die Medizinische Bildungsakademie Neuruppin (MBN) in Gildenhall Alten- und Gesundheitspfleger aus.

Die Absolventen wurden am Freitag mit einem lustigen Programm von Pflegeschülern verabschiedet. Quelle: Andreas Vogel

Von Andreas Vogel

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