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Neuruppin Sportförderung: Kreis streitet über CDU-Antrag
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Sportförderung: Kreis streitet über CDU-Antrag
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17:42 04.04.2019
Mit dem ersten Trainingswochenende startete der MC Dreetz im März in die neue Motorsportsaison. Quelle: Alexander Beckmann
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Neuruppin

Es ist völlig offen, ob der Kreistag am Donnerstag, 11. April, dem CDU-Antrag nach 100.000 Euro zusätzlicher Sportförderung durch den Landkreis zustimmen wird. Beim Kreisausschuss hatte der Vorstoß nur eine knappe Mehrheit erhalten. Zum einen, weil der Kreis schon jetzt 140.000 Euro zur Unterstützung für die 162 Sportvereine in Ostprignitz-Ruppin zur Verfügung stellt und darüber hinaus für das Projekt „Jugend trainiert für Olympia“ rund 15.000 Euro beisteuert. Zum anderen hatte SPD-Fraktionschefin Ina Muhß darauf verwiesen, dass der CDU-Antrag zu großen Teilen aus dem Havelland abgeschrieben worden sei. Im Nachbarkreis gibt es andere Bedingungen für die Sportförderung, weil dort vier Kommunen keinen Anspruch auf Geld aus dem Fördertopf „Leader“ haben.

„Die Sportvereine haben einen Bedarf“

Thomas Krieglstein ärgert sich über die Debatte. „Keine Partei hat nachgefragt, ob die Vereine Hilfe brauchen“, sagt der Geschäftsführer des Kreissportbundes. Lediglich Landrat Ralf Reinhardt (SPD) habe sich erkundigt. „Die Sportvereine haben einen Bedarf. Darüber sollte man vernünftig diskutieren“, so Krieglstein. So müsste der MSV Neuruppin die alte Gaststätte im Stadion sanieren und dort Fenster, Heizung sowie das Dach neu herrichten. Allein diese Kosten schätzt der MSV laut Krieglstein auf 100.000 Euro. Ähnlich hohe Kosten fallen vermutlich für die Sanierung des Klubhauses des MC Dreetz an, während der SV Protzen, der Duschen und Toiletten erneuern will, wohl mit weniger als 10.000 Euro für die Arbeiten auskommt.

Sparkasse fördert Investitionen

Der KSB-Chef bedauert, dass „inhaltliche Fragen“ bei den Abgeordneten bisher keine Rolle gespielt haben. Hans-Georg Rieger (BVB-Freie Wähler) sieht in dem CDU-Antrag für einen „Goldenen Plan Sport“ vielmehr „ein Arbeitsbeschaffungsprogramm für Rechtsanwälte und Steuerberater“, während Rita Büchner (Linke) lediglich auf die „hervorragende Arbeit des Kreissportbundes“ verweist. Selbst die Kreisverwaltung sieht den Vorstoß eher skeptisch. „Unsere Sportförderrichtlinie wird gut genutzt“, sagt Sprecherin Britta Avantario. Zudem wolle die Sparkasse in diesem Jahr mit insgesamt 30.000 Euro „nachhaltige Investitionen“ von Sportvereinen fördern. Vereine, die sich zwischen 1. und 31. Mai bewerben, könnten auf einen Zuschuss von bis zu 5000 Euro hoffen.

KSB-Geschäftsführer Krieglstein findet dass Engagement der Sparkasse „Spitze“, glaubt aber nicht, dass damit allen Vereinen geholfen werden kann. Mit dem CDU-Vorstoß könnte eine Lücke geschlossen werden. Denn Geld vom Landessportbund gibt es erst für Projekte ab 5000 Euro.

Von Andreas Vogel