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Neuruppin Staatsanwalt will lange Haft für Heiligengraber Drogendealer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Staatsanwalt will lange Haft für Heiligengraber Drogendealer
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14:49 29.03.2019
Staatsanwalt forderte eine Haftstrafe für einen Drogendealer und eine Bewährungsstrafe für dessen seine Verlobte. Quelle: Helge Treichel
Neuruppin

Als einen „ziemlichen Kracher“ bezeichnete Staatsanwalt Torsten Sauermann die Drogenmengen, die der 45-jährige K. bei seiner Festnahme bei sich hatte. „Das war einer der größten Funde in meiner 19-jährigen Tätigkeit“, sagte Sauermann.

Kiloweise Drogen im Auto

Als der Angeklagte am 1. Oktober 2018 auf der Rückfahrt von Berlin nach Heiligengrabe von der Polizei erwischt wurde, fanden die Beamten knapp vier Kilogramm Marihuana, rund 5 Kilogramm Amphetamin und etwa 200 Gramm Kokain. Bereits seit dem Frühjahr handelte der gelernte Maurer mit Drogen im großen Stil.

Nun forderte der Staatsanwalt für K. eine Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren, für seine wegen Beihilfe angeklagte Verlobte eine Strafe von anderthalb Jahren – diese allerdings ausgesetzt zur Bewährung.

Damit hielt sich Sauermann an den im Vorfeld vereinbarten Strafrahmen, schöpfte ihn allerdings auch aus. „Das wird hier nicht billig“, hatte er angekündigt. Die Angeklagten hatten im Gegenzug ein umfassendes Geständnis abgelegt.

„Sechseinhalb Jahre – das muss ich erst einmal verdauen“, sagte Verteidiger Gernot Wendland. Er hielt eine Strafe von fünfeinhalb Jahren für ausreichend.

Taten nachgewiesen

Die Taten seien durch die Geständnisse nachgewiesen, so Sauermann. So fuhr die in Wittstock aufgewachsene V. ihren Lebenspartner, der keine Fahrerlaubnis mehr besaß, mehrfach nach Berlin.

Dort besorgte sich K. einmal fünf Kilogramm Amphetamin, beim zweiten Mal drei Kilogramm Marihuana, dann wieder zwei Kilogramm Cannabis. Von 100 Gramm Kokain zweigte er für sich ein Drittel ab.

Weitere 25 Gramm waren seinen Angaben nach nicht für den Weiterverkauf gedacht, sondern dienten zum Eigenkonsum. Die andere Hälfte war für seine Helfer beim Hausausbau in Mecklenburg-Vorpommern bestimmt. Wie er sagte zur Leistungssteigerung.

„Das Geständnis ist rund“, sagte Sauermann. Nur den Preis, den der Angeklagte für ein Gramm Amphetamin verlangt haben wollte, hielt er für unglaubhaft. 2,50 Euro weiche völlig von dem ab, was üblich sei.

Angeklagter ist vielfach vorbestraft

Gegen den Angeklagten sprach aus Sicht des Staatsanwaltes, dass er vielfach vorbestraft ist, bereits im Gefängnis saß und es sich den Drogen um erhebliche Mengen gehandelt hat.

Er hielt K. die kriminelle Energie vor, mit der dieser vorgegangen sei. K. hatte kein eigenes Konto, keinen gemeldeten Wohnsitz, Handy und Auto waren nicht auf ihn zugelassen.

Als Eigentümer des Hauses in Mecklenburg-Vorpommern, das er angeblich vom Geld seiner Eltern gekauft hat, steht seine Verlobte im Grundbuch. Auf sie beliefen sich auch alle Rechnungen.

Verlobte nicht szenetypisch

Die 30-Jährige kam besser davon. Sie habe lediglich Beihilfe und außerdem Aufklärungshilfe geleistet, so Sauermann.

Drei Vorwürfe wären nicht angeklagt worden, wenn sie nicht schon früh im Verfahren gestanden hätte, sagte Verteidiger Georg Unnebrink.

Er hielt seine Mandantin für nicht szenetypisch. Sie nehme selbst keine Drogen, sei nicht in dem Milieu verstrickt. Sie habe einen geraden Lebensweg genommen.

Und „Ich will sie nicht als Opfer hinstellen, aber die Durchsuchung und das Verfahren haben nachhaltige Folgen“, so Unnebrink. Er plädierte auf eine Strafe von einem Jahr, zur Bewährung ausgesetzt.

Neben den Freiheitsstrafen kommt auf die Angeklagten noch eine weitere Strafe zu. Laut Staatsanwalt sollen sie 64 620 Euro zahlen, den Erlös, den sie aus dem Drogenverkauf erzielt haben.

Das Urteil wird am 4. April verkündet.

Von Dagmar Simons

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