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Neuruppin Stiftung Christian Wenger-Rosenau baut Haus in Neuruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin

Stiftung Christian Wenger-Rosenau baut Stiftungshaus in Neuruppin

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16:56 18.11.2021
Große Freude: Christian Wenger-Rosenau (l.) feierte mit Gästen.
Große Freude: Christian Wenger-Rosenau (l.) feierte mit Gästen. Quelle: Mundt
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Neuruppin

Treffpunkt für Gruppen, die sich in der Flüchtlings- und der Entwicklungszusammenarbeit engagieren. Vier Mietwohnungen zu fairen Preisen. Bis Ende kommenden Jahres soll an der Neuruppiner Heinrich-Heine-Straße das Haus der Stiftung Christian Wenger-Rosenau entstehen. Gemeinsam mit Gästen hatte Stiftungsgründer Christian Wenger-Rosenau am Donnerstag Richtfest gefeiert.

Vor fünf Jahren hatte Wenger-Rosenau die nach ihm benannte Stiftung gegründet. Ihr Auftrag: Projekte der Entwicklungszusammenarbeit fördern. Bisher unterstützte die Stiftung Menschen in Papua-Neuguinea, Laos, Tansania, Kamerun oder Peru. In Kamerun etwa half die Stiftung jungen Müttern dabei, eigene Essens-Verkaufsstände aufzubauen.

Richtfest an der Heinrich-Heine-Straße in Neuruppin: Bis Ende 2022 sollen vier Mietwohnungen entstehen. Quelle: Henry Mundt

Die künftigen Mieteinnahmen aus dem Stiftungshaus sollen helfen, weitere Projekte zu fördern. In Zeiten von Niedrigzinsen sei es nahezu unmöglich, Geld mit dem Stiftungskapital zu erwirtschaften, sagt Wenger-Rosenau: „Mit dem Bau der Mietwohnungen will die Stiftung Einnahmen generieren und verstetigen.“

Anfang der 90er-Jahre hatte der Wuthenower als Entwicklungshelfer in Papua-Neuguinea gearbeitet. Die Zeit als Berufsausbilder in einem Gefängnis prägte ihn sehr. Der heute 58-Jährige begann nach seiner Rückkehr Sozialarbeit zu studieren. Die Beschäftigung mit Deutschlands Verantwortung für seine ehemaligen Kolonien fortan – ein Lebensthema. „Die, die durch den Raub von Land und Bodenschätzen, von Menschenhandel und Unterdrückung in den ehemaligen Kolonien bis heute profitieren, sind wir.“

Symbolische Hammerschläge: Im Dachstuhl wird ein Nagel eingeschlagen. Quelle: Henry Mundt

Wenger-Rosenau setzt sich dafür ein, dass die Bundesregierung Verantwortung für die kolonialen Gräuel übernimmt und den Hinterbliebenen Entschädigung zahlt. Mit seiner Stiftung will Wenger-Rosenau zudem ganz gezielt Menschen in den ehemaligen deutschen Kolonien unterstützen. Bisher wirkte die Stiftung weitgehend zum Stillen. Anlässlich des Richtfestes hatte Wenger-Rosenau sie erstmals vorgestellt.

Der Stiftungsgründer, der in der Region vor allem als Windkraft-Pionier bekannt ist, lässt das Haus nach nachhaltigen Kriterien bauen. So soll das Haus später etwa möglichst wenig Energie verbrauchen. Noch ist offen, welche Gruppen sich dort treffen. Wenger-Rosenau engagiert sich seit Langem in der Arbeit mit Flüchtlingen und im Kirchenasyl. „Da sind Kontakte entstanden, auf denen wir aufbauen wollen.“

Von Frauke Herweg