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Neuruppin Streetfood-Festival für Experimentierfreudige
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Streetfood-Festival für Experimentierfreudige
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16:57 28.07.2019
Von der Hand in den Mund – auch der Geschäftsführer des Streetfood-Festivals kostet gern. Quelle: Cornelia Felsch
Neuruppin

Auf dem Neuruppiner Schulplatz herrscht am Wochenende Gedränge. Neuruppin scheint ausgehungert zu sein: Viele wollen sich die große Streetfood-Aktion im Zentrum der Stadt nicht entgehen lassen.

„Schon am Freitag – am Eröffnungstag – haben wir über 3000 Besucher gezählt“, sagt der Geschäftsführer Alexander Kopke. Für den zufriedenen Initiator ist das aber nicht besonders erstaunlich. Streetfood – ein kulinarischer Begriff, der sich bereits herumgesprochen hat. Er steht für Gerichte, die meist aus frischen Zutaten zubereitet und auf der Straße verzehrt werden.

Kommt Fast-Food aus der Mode?

„Es ist authentisches Essen, bei dem man ein gutes Gefühl haben kann“, sagt der Festivalchef. Er ist sich sicher, dass die Leute genug haben von ungesunden Fast-Food-Gerichten und faden Salaten zum Mitnehmen.

„Die Gerichte aus den internationalen Garküchen vereinen Regionalität und saisonalen Genuss, liebevoll zubereitet von den Ausstellern“, sagt er. „Und davon sind besonders junge Leute begeistert.“

Spritziges Vergnügen auf dem Neuruppiner Schulplatz. Quelle: Cornelia Felsch

In Neuruppin sind am Wochenende alle Generationen vertreten. Mit Neugier und Entdeckerfreude sind sie unterwegs, selbst von gerösteten Mehlwürmern, Heuschrecken und Buffalowürmern lassen sie sich den Appetit nicht verderben. „Wir wollen es einfach mal probieren“, sagt Familie Köppen zuversichtlich und verspeist die knackigen Mehlwürmer, die allerdings nicht ganz billig sind.

Die kleine Schale mit dem Insektensnack ist für acht Euro zu haben. Doch das Nahrungsmittel der Zukunft wird bei den Besuchern mit Vorsicht angenommen – längere Schlangen bilden sich eher dort, wo es kräftiges Bisonfleisch gibt.

Auch Speisen aus Afrika wurden von Freitag bis Sonntag in Neuruppin angeboten. Quelle: Cornelia Felsch

Japanische Nudelsuppen, spanische Tappas, Thunfischburger, Kamelgeschnetzeltes oder Krokodilgulasch – die Foodtrucks bergen zahlreiche Überraschungen.

Teigtaschen aus Moskau und ein Lächeln aus Äthiopien

Stephan Diedrich ist einer der größten Anbieter. In diesem Jahr besucht er mit seinen Trucks 42 Festivals. In seinem russischen Originalfahrzeug werden russische Tschebureki nach Moskauer Rezept angeboten.

Mitslal Kifleyesus-Matschie kommt aus Äthiopien. Die afrikanische promovierte Politologin lebt mit ihrer Familie in Jena. Sie reist aber regelmäßig in ihre Heimat und engagiert sich dort für die Bauern. Bei ihr gibt es ökologische Produkte und keine Pappteller.

Gegessen werden die reichlich gewürzten Speisen von „Omatellern“ aus weißem Porzellan. Ihr strahlendes Lächeln gibt es gratis dazu. „Wir essen mit den Händen, aber sehr genüsslich“, sagt sie. „So wie wir auch flirten. Wir schauen uns in die Augen.“ Ihr Getränk aus Mango, Kambodschatee und Pfefferminze ist äußerst erfrischend.

Von Cornelia Felsch

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