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Neuruppin Anwohner fürchten sich in der Fischbänkenstraße
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Anwohner fürchten sich in der Fischbänkenstraße
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17:50 25.11.2019
Fußgänger und Rollstuhlfahrer fühlen sich in der Fischbänkenstraße oft von Autos bedrängt. Quelle: Reyk Grunow
Neuruppin

Wie gefährlich ist die Neuruppiner Fischbänkenstraße? Für Anwohner Ronny Hein gibt es darauf eigentlich nur eine Antwort. „Es besteht dort akute Gefahr für Leib und Leben“, sagt er: „Die Situation ist unerträglich.“

De Fischbänkenstraße ist eine der wenigen alten Kopfsteinpflasterstraßen in der Neuruppiner Altstadt. Sie führt von der Friedrich-Engels-Straße in Richtung See und Bollwerk. Seit einigen Jahren ist die Straße offiziell ein verkehrsberuhigter Bereich: Autos dürfen dort nur parken, wo es ausdrücklich erlaubt ist, fahren dürfen sie nur mit Schrittgeschwindigkeit.

Zwar wurden in den 90er Jahren Granitplatten für Fußgänger verlegt. Eine Bordsteinkante oder eine andere Trennung zwischen Fahrbahn und Gehsteig gibt es aber nicht. Viele Autos weichen so auf den vermeintlichen Fußweg aus, wenn sie einem entgegenkommenden Fahrzeug begegnen.

Dieser Poller am Ende der Neuruppiner Fischbänkenstraße ist abgesenkt. Anwohner wollen, dass er hochgefahren und die Straße somit für den Durchgangsverkehr gesperrt wird. Quelle: Reyk Grunow

Für Ronny Hein ist klar: So kann das nicht bleiben. Schon vor mehr als einem Jahr hat er sich mit einer Beschwerde an den Petitionsausschuss des Landtags gewandt, um die Stadt zum Handeln zu zwingen.

Seine Forderung: Der Poller am Ende der Fischbänkenstraße soll nicht länger im Boden versenkt sein, sondern hochgefahren werden. Damit wäre die Straße für den Durchgangsverkehr in Richtung See gesperrt.

Die Stadtverordneten wollten den Poller unten sehen

Die Stadtverordnete hatten vor Jahren nach langem und heftigem Streit entschieden, dass der Poller unten bleibt. Doch das halten manche Anwohner für falsch. „Es ist nicht möglich, dort die Gehwege zu benutzen“, beklagte Ronny Hein vor einigen Wochen im Neuruppiner Bauausschuss. Ständig würden Fußgänger von Autos bedrängt.

Der Petitionsausschuss des Landtags will seit Monaten von der Stadt wissen, was sie zu tun gedenkt. Auch Baudezernent Arne Krohn, selbst Anwohner, wäre dafür, den Poller wieder anzuheben. Doch das würde gegen den Beschluss der Stadtverordneten verstoßen. Ob es den Anwohnern wirklich hilft, ist auch sehr fraglich. Neue Zahlen aus dem Rathaus lassen daran jedenfalls Zweifel aufkommen.

Weniger Autos als gedacht

Durch die Straße fahren demnach bei weitem nicht so viele Autos, wie manche Anwohner meinen. Das hat eine Messung durch das Bauamt an fünf Tagen ergeben.

„Wir haben eine durchschnittliche Verkehrsmenge von zirka 550 Kraftfahrzeugen pro Tag ermittelt“, sagt Neuruppins Verkehrsplaner Jan Juraschek: „Das ist ein relativ mäßiger Wert.“ In den Spitzenstunden fuhren etwa 60 Fahrzeuge durch die Straße – im Durchschnitt eines pro Minute.

Der gemessene Wert lag sowohl am Wochenende als auch an den Wochentagen „weit deutlich“ unter dem, was nach den geltenden Richtlinien für eine Straße der untersten Kategorie zulässig wäre. Auf sogenannten Wohnwegen dürften demnach bis zu 150 Fahrzeuge pro Stunde fahren, sagt der Stadtplaner. In Höhe des Pollers am Ende der Fischbänkenstraße wurden nur rund 30 Fahrzeuge pro Stunde gezählt.

Neuruppins Stadt- und Verkehrsplaner Jan Juraschek. Quelle: Peter Geisler

Zwar fahren nicht sehr viele Autos durch die Fischbänkenstraße – die aber oft zu schnell. Erlaubt sind dort „vier bis maximal 15 Kilometer pro Stunde“ zitiert Juraschek eine einschlägige Gerichtsentscheidung. Die gemessene Durchschnittsgeschwindigkeit in der Fischbänkenstraße lag zwar deutlich unter 30 Stundenkilometer – aber sie war trotzdem eindeutig zu hoch, heißt es aus dem Neuruppiner Rathaus.

„Es handelt sich hier nicht um eine vielbefahrene Straße“, konstatiert Juraschek: „Man kann auch nicht von einer Rennpiste reden.“ Und dass Autos den vermeintlichen Gehweg mit benutzen, ist im verkehrsberuhigten Bereich ausdrücklich erlaubt – dort gehört die gesamte Straße allen Verkehrsteilnehmern. Allerdings müsste dringend etwas dafür getan werden, dass die Autos langsamer fahren.

„Aber das ist eine Sache, die nicht nur durch verkehrsplanerische Maßnahmen zu regeln ist“, glaubt Baudezernent Krohn. Heißt übersetzt: Ob der Poller oben oder unten ist, wird das grundsätzlicher Problem kaum lösen. Eine abschließende Meinung dazu haben die Stadtverordneten aber noch nicht. Der Petitionsausschuss muss wohl noch weiter auf Antwort warten.

Von Reyk Grunow

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