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Neuruppin Test-Anbieter und Unternehmerinitiative holen Influencer nach Neuruppin
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Test-Anbieter und Unternehmerinitiative holen Influencer nach Neuruppin

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17:38 19.11.2021
Welcher Influencer nach Neuruppin kommen könnte, will der Chef der Veranstaltergemeinschaft noch nicht verraten. Auf jeden Fall aber soll das ein Promi vom Format Joely Whites sein.
Welcher Influencer nach Neuruppin kommen könnte, will der Chef der Veranstaltergemeinschaft noch nicht verraten. Auf jeden Fall aber soll das ein Promi vom Format Joely Whites sein. Quelle: foto: Frank Rumpenhorst/DPA
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Neuruppin

In den anderen Städten werden es vielleicht eher Schunkelstars sein. „Aber Neuruppin fühlt sich so jung an, so lebendig“, schwärmt Lutz Stache. Er zweifelt, ob da ein Schlagerkonzert so gut ankommt. Deshalb hat sich der Unternehmer aus Cottbus bei den jungen Leuten Neuruppins direkt umgehört, was sie sich denn so wünschen würden. „Klar, die orientieren sich eher an Tiktok“, lautet sein Fazit. „Die wollen Influencer erleben.“ Und die sollen sie auch bekommen.

Welchen Star die Neuruppiner sich bei der kleinen Umfrage als Gast gewünscht haben, verrät Stache nicht. Offen ist auch, wann genau der Auftritt stattfinden wird. Dass es ihn gibt, steht für Stache aber fest.

Engagierte Geldgeber aus Brandenburg

Der Live-Act, wie man die Darbietung eines Künstlers oder Promis heutzutage unter jungen Leuten nennt, ist Teil einer großangelegten Kulturoffensive, die von mittelständischen Unternehmern, Ärzten, Wissenschaftlern, Handwerkern, Ingenieuren und anderen engagierten Bürgern unter dem Namen My-Charity-Community gerade an den Start gebracht wird.

Finanziert wird das über die Mitglieder – und aus dem Erlös der Teststationen der Firma I.S.A.Serini, deren Geschäftsführer Stache ist. Diese hat viele Filialen, vor allem im Süden der Mark, aber seit Kurzem auch eine in Neuruppin. Aufgemacht wurde diese, als klar war, dass für den Eintritt zum Martinimarkt Tests benötigt werden. Weil es sonst keiner machen wollte, sei sein Unternehmen eingesprungen, erzählt der Cottbusser. Für ihn war wichtig, dass das traditionsreiche Fest trotz der Pandemie stattfinden kann.

Nicht alle können sich impfen lassen wie dieser Besucher des Oldiemarkts. Umso wichtiger ist es, dass es für sie viele Testmöglichkeiten gibt. Das findet Lutz Stache, Chef der Firma, die in der Neuruppiner Bilderbogenpassage eine Teststelle betreibt. Quelle: Henry Mundt

Für die Tests mussten die Testinteressenten zu diesem Zeitpunkt noch bezahlen. „Aber nur 7,90 Euro, das war der vermutlich günstigste Preis in der Bundesrepublik.“ Das Geld wollten sich die an Gemeinnützigkeit orientierten Macher aber nicht einfach in die Tasche stecken. „Es war klar, dass wir den Gewinn den Städten, in denen wir testen, in Form von Veranstaltungen zurückgeben.“

Sie wollen etwas gegen die „kalte Stimmung“, die derzeit im Land herrsche, tun. „Wir dürfen uns nicht auseinanderdividieren.“ Das Ziel sei, Menschen zueinander zu bringen, sie aufzuheitern und mit dem im Land Brandenburg verdienten Geld etwas für die Region zu tun. „Es ist ja alles ein Kreislauf.“

Es soll nicht bei einer Veranstaltung in Neuruppin bleiben

Die Summen, die dafür benötigt werden, spielen für Stache und seine Mitstreiter kaum eine Rolle. „Wir gehören zu denen, die nicht jeden Tag Geld zählen müssen“, gibt der Global Player zu, der unter anderem Chef von Cristalica, von Sportsma und des Eisenbahn-Verkehrsunternehmens AHG Industry ist. Im Winter werde die Veranstaltungsreihe sicher nicht an den Start gehen. Schon allein mit Blick auf Corona. „Sobald die Sonne aber nach oben geht, werden wir aktiv.“ So zumindest der Wunsch.

In Neuruppin soll es indes nicht bei einem Auftritt bleiben. Stache kündigt an, dass es in der Stadt mehrere Veranstaltungen geben wird. Die Formate, die den Organisatoren vorschweben: Autogramm- und Fragestunden, Talkrunden, Meet & Greet-Aktionen, Shows, Galas, Konzerten, Partys, Open-Airs. „Wir können uns aber auch vorstellen, Breakdancer zu engagieren und durch die Städte zu schicken.“

Teststelle in der Neuruppiner Passage soll länger bleiben

Stache war erst kürzlich zum ersten Mal seit 30 Jahren wieder in Neuruppin. Er wollte an der Teststation vorbeischauen, den Rummelcharme selbst erleben – und ist begeistert von der Entwicklung der Stadt. Ein derart schön hergemachtes und lebendiges Zentrum gebe es selten.

Für ihn steht auch fest, dass die Teststation in der Neuruppiner Bilderbogenpassage noch länger bestehen bleiben soll. Denn die werde jetzt gebraucht – mehr denn je. „Den Leuten ist, glaube ich, nicht immer klar, für was alles sie einen Testnachweis brauchen.“ Und welche drakonischen Strafen sie erwarten, wenn sie dagegen verstoßen.

100 Tests am Tag, Tendenz steigend

So müssen sich zum Beispiel nun Ungeimpfte testen lassen, bevor sie an ihren Arbeitsplatz kommen, und zwar jeden Tag. „Und ich weiß, dass auch das Neuruppiner Ordnungsamt angehalten ist, verschärft gegen Verstöße vorzugehen.“

Rund 100 Menschen am Tag nutzten in dieser Woche seine Station, schätzt Stache. „Und es werden immer mehr.“ Zuvor, als die Infektionslage noch vergleichsweise überschaubar war und noch andere mildere Corona-Vorsichtsregeln galten, waren es nicht einmal ein Dutzend täglich.

Von Celina Aniol