Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Neuruppin Tierpark Kunsterspring: Zoo als Naturschutzzentrum
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Tierpark Kunsterspring: Zoo als Naturschutzzentrum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 28.05.2019
Am 2. Juni findet im Tierpark Kunsterspring bei Neuruppin das 34. Tierpark- und Kinderwaldfest statt. Leiter Peter Mancke freut sich schon. Quelle: Hannah Rüdiger
Kunsterspring

Es gibt nicht viel Werbung für das große Fest im Tierpark Kunsterspring, nur ein paar Handzettel und Banner in Neuruppin und Umgebung. Zu viele Tagestouristen sollen gar nicht kommen, wenn am Sonntag das 34. Tierpark- und Kinderwaldfest steigt. „Irgendwann sind die Parkplatzkapazitäten immer erschöpft“, sagt Tierparkleiter Peter Mancke.

Das Problem: Anders als mit dem Auto ist der Tierpark nur schwer zu erreichen. Der Fahrradweg durch den Wald ist nicht beschildert. Und samstags und sonntags hält kein Bus in Kunsterspring. „Natürlich wünsche ich mir als Leiter, dass wir auch am Wochenende eine Busanbindung hätten“, so Peter Mancke. „Aber wer finanziert das?“

Vorerst bleibt es also dabei: Die Besucher kommen, bis der Parkplatz voll ist. 800 Menschen wären gut, tausend wären super. Viel mehr dürften es dann aber auch nicht sein, damit das Fest unfallfrei über die Bühne gehen kann. „Das ist eine traditionelle Veranstaltung für unsere Stammbesucher, um Touristen geht es gar nicht in erster Linie“, sagt der Tierparkchef.

Fest als Dankeschön für Tierpark-Unterstützer

Das Fest sei eine „Dankeschön-Veranstaltung“ für die Stammgäste und Unterstützer des Tierparks. Neben Spiel und Spaß gehe es darum, die Anlage und die Tiere zu präsentieren – und dabei dem Bildungsauftrag des Tierparks nachzukommen. „Ohne erhobenen Zeigefinger“, wie der Parkleiter sagt.

„Der Zoo muss im 21. Jahrhundert ein Zentrum des Naturschutzes werden“, sagt Peter Mancke. Tierparks hätten eine lange Entwicklung durchgemacht, weg von Zwingern und betonierten Gehegen hin zu artgerechter Tierhaltung. „Viel Platz für wenig Tiere, das ist jetzt die Devise“, erzählt er.

Beim Tierpark- und Kinderwaldfest gibt es ein buntes Unterhaltungsprogramm auf der Festwiese. Quelle: Regine Buddeke

Heimische Tierwelt schätzen lernen

Im Tierpark lernen schon die Kleinsten, worauf es beim Naturschutz und dem Erhalt der Artenvielfalt ankommt – indem sie aus nächster Nähe die Tiere sehen, die es zu schützen gilt. Peter Mancke legt viel Wert auf seinen Bildungsauftrag. Deswegen sieht er es auch als seine Pflicht an, über den Beruf des Zootierpflegers aufzuklären und mit falschen Erwartungshaltungen aufzuräumen.

„Wer sich einbildet, dass er mit Tieren gut zurechtkommt, weil er mit Menschen nicht gut umgehen kann, ist in der Tierpflege falsch“, so der Leiter. Als angehender Tierpfleger müsse man sich darauf einstellen, Fragen der Besucher zu beantworten oder sogar Führungen zu leiten.

Tierpfleger sind keine Dauerstreichler

Auch das etwas verklärte Bild vom Tierpfleger als Dauerstreichler will Peter Mancke den Jugendlichen austreiben. „Tierpflege ist harte und schmutzige Arbeit“, sagt er. Allen Interessierten empfehle er Praktika, um in den Beruf reinzuschnuppern.

In Kunsterspring sind die Plätze heiß begehrt. Laut Peter Mancke arbeiten 20 bis 30 Praktikanten pro Jahr im Tierpark, meistens Schüler. Nicht jeder sei sich danach noch sicher, dem Job gewachsen zu sein.

Erwachsene, die längst in anderen Berufen stecken, können ihrer Tierliebe mit einer Patenschaft Ausdruck verleihen. 136 Menschen haben derzeit Patenschaften für ein Tier in Kunsterspring übernommen. Für einen Jahresbeitrag von 30 Euro kann man sich zum Beispiel einen Gecko oder eine Kornnatter als Patenkind aussuchen.

34. Tierpark- und Kinderwaldfest

Am Sonntag, 2. Juni, findet auf der Festwiese des Tierparks Kunsterspring das 34. Tierpark- und Kinderwaldfest statt.

Um 14 Uhreröffnen Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde und seine erste Beigeordnete Daniela Kuzu die Feierlichkeiten. Danach gibt es bis ein buntes Bühnenprogramm mit Aufführungen der Jugendkunstschule, der Artistenschule, Clowns und Zauberern.

Gegen 17.45 Uhr stellen die Pfleger die Bewohner des Tierparks vor. Dazu wartet der Tierpark mit einer Tombola, einem Wissensquiz und einer Hüpfburg auf. Kaffee und Kuchen sowie Eis und Getränke stehen bereit. Das Fest endet um 19 Uhr.

Im Frühjahr gab es im Tierpark unter anderem bei den Zwergziegen Nachwuchs. Quelle: Peter Geisler

Tierpatenschaften ab 30 Euro im Jahr

„Die beliebteren Tier sind natürlich etwas teurer“, sagt der Tierparkleiter. Für die großen Säugetiere wie Wisente oder Wölfe fallen Jahresbeträge von bis zu 300 Euro an. Manche Tiere haben gleich mehrere Paten, deren Spenden direkt in die Anlage fließen.

So haben zum Beispiel die Eichhörnchen ihr neues Gehege der Sparkasse OPR und dem Förderverein zu verdanken. Patenschaften helfen dabei, eine artgerechte Haltung für die Tiere zu finanzieren. Gleichzeitig schaffen sie eine Verbindung zwischen heimischen Wildtieren und Menschen.

Das sei wichtig in einer Zeit, in der sich die Lebensräume von Mensch und Tier in Brandenburg wieder angenähert hätten. Sichtbar werde das an den Debatten über Wölfe oder Wildschweine, sagt der Tierparkleiter.

Anfüttern ist „falsch verstandene Tierliebe“

Viele Probleme mit Wildtieren seien hausgemacht, erklärt er. Wer Tiere anfüttert, brauche sich nicht zu wundern, dass sie wiederkommen. „Das ist falsch verstandene Tierliebe“, sagt der Tierparkleiter. Das Gleiche gelte für aus dem Nest gefallene Vögel oder scheinbar verlassene Rehkitze.

Der Mensch dürfe nicht zu stark in den Lauf der Natur eingreifen. „Wir können nicht alles retten“, sagt er. Auch das sollen die Menschen im Tierpark lernen.

Mehr zum Tierpark Kunsterspring:

Von Hannah Rüdiger

In Neuruppin haben sich am Freitag 100 Jugendliche an den weltweit stattfindenden Demonstrationen für besseren Klimaschutz beteiligt. Neuruppin soll nun die erste CO2-neutrale Stadt Deutschlands werden.

24.05.2019
Neuruppin Spendenaktion für die Orgel - Marathon für die Ohren

Mit mehreren Aktionen wirbt die evangelische Kirchengemeinde in Neuruppin um Spenden für Sanierung und Umbau der Orgel in der Klosterkirche. Knapp 400.000 Euro soll das Vorhaben kosten und 2020 beginnen.

24.05.2019

Weil sie offenkundig mit Cannabis gehandelt haben, hat die Polizei am Donnerstagabend drei junge Männer, die aus dem Raum Neuruppin stammen, vorläufig festgenommen und vier Wohnungen durchsucht.

27.05.2019