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Neuruppin Die Ruppiner mögen Bargeld
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Die Ruppiner mögen Bargeld
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17:15 18.02.2019
Immer mehr Bargeld wird an den Automaten der Sparkasse und der Raiffeisenbank Ostprignitz-Ruppin abgehoben und eingezahlt.
Immer mehr Bargeld wird an den Automaten der Sparkasse und der Raiffeisenbank Ostprignitz-Ruppin abgehoben und eingezahlt. Quelle: Holger Hollemann/dpa
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Neuruppin

Immer mehr Banken und Finanzdienstleister bieten das Bezahlen mit Karten, mit dem Handy oder auf anderem elektronischen Wege an – trotzdem hat das Bargeld noch lange nicht ausgedient. „Bargeld ist nach wie vor sehr beliebt bei den Kunden“, sagt Markus Rück, der Vorstandschef der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin ganz klar.

Gerade hat die Sparkasse ihre Bilanz für das vergangene Jahr vorgestellt. Danach haben sich die Menschen zwar ein klein wenig seltener Bargeld an einem der 33 Sparkassenautomaten in der Region geholt; rund 1,35 Millionen Abhebungen hat das kreiseigene Bankhaus 2018 insgesamt registriert.

Pro Automaten-Besuch wird mehr Geld abgehoben

Dafür ist aber die Summe des abgehobenen Geldes auf 261,3 Millionen Euro leicht gestiegen. Im Durchschnitt spuckte ein Geldautomat pro Buchung rein rechnerisch knapp 200 Euro aus.

„Es wird immer wieder über die Abschaffung des Bargelds diskutiert“, sagt Sparkassen-Vorstand Ralf Osterberg: „Aber der Trend sieht ganz anders aus.“

Das gilt nicht nur für die Sparkasse. „Im Prinzip können wir diesen Trend bestätigen“, sagt auch Thomas Gensch, der sie Raiffeisenbank Ostprignitz-Ruppin leitet, die ihren Sitz wie die Sparkasse in Neuruppin hat.

Mehr Umsatz durch weniger Automaten?

„Die Zahl der Abhebungen nimmt leicht zu“, bestätigt Gensch. Auch die Raiffeisenbank beobachtet aber, dass die Kunden vor allem mehr Geld abheben, wenn sie zum Automaten kommen.

Dass die Ruppiner bei einem Besuch mehr abheben, könnte auch daran liegen, dass es inzwischen deutlich weniger Geldautomaten gibt als noch vor wenige Jahren, vermutet Thomas Gensch. Die generelle Aussage bleibt aber dieselbe: Münzen und Scheine ist offenkundig weiterhin sehr beliebt.

Bargeld als Mittel zum Datenschutz

„Bargeld bedeutet auch Freiheit“, sagt Sparkassen-Vorstand Rück. Wer mit Kreditkarten oder dem eigenen Telefon bezahlt, legt seine Geschäfte für viele Firmen offen, die mit der Abwicklung zu tun haben.

Sogenannte Drittanbieter wie die immer beliebter werdenden Internetbezahldienste Paypal, Klarna oder auch Amazon bekommen heutzutage den nahezu kompletten Zugriff auf alle Kontodaten ihrer Kunden, sagt Rück: „Früher gab es mal ein Bankgeheimnis.“

Immer mehr Firmen haben vollen Zugriff aufs Konto

Dass immer mehr Zahlungsdienste Zugriff auf Kontoinformationen bekommen können, ermöglicht eine EU-Richtlinie, die in diesem Jahr in Kraft getreten ist. Werden Bankkunden jetzt gläsern? „Wirkliche Erfahrungen mit diesen neuen Diensten stehen noch aus“, heißt es dazu vom Verbraucherzentrale Bundesverband.

Banken wie die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin haben bereits reagiert. Sie haben ihr Online-Banking-Portal so umgebaut, dass Kunden andere Dienstleister per Mausklick aussperren können. Wer Bargeld benutzt, hat damit aber ohnehin nichts zu tun.

Von Reyk Grunow