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Neuruppin Trotz Prämie weniger Wildschweine geschossen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Trotz Prämie weniger Wildschweine geschossen
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17:31 04.12.2019
Wildschweine stehen weiter auf der Abschussliste. Quelle: Gregor Fischer DPA
Neuruppin

Die Zahlen sind eindeutig: Die etwa 1500 Jäger in Ostprignitz-Ruppin haben im Jagdjahr 2018/19 trotz einer vom Land nochmals erhöhten Abschussprämie lediglich 5046 Wildschweine erlegt, das sind gut 200 weniger als ein Jahr zuvor. Gleichwohl sprach Andreas Sidow, bei der Kreisverwaltung in Neuruppin für Tierschutz, Jagd und Fischerei zuständig, am Mittwoch davon, dass die Abschusszahlen in der Region „auf etwa gleichbleibend auf hohem Niveau“ seien.

Wald vor Wild heißt jetzt die Devise

Das könnte daran liegen, dass die Jäger 6346 Stück Rehwild erlegten, das sind fast 900 Tiere mehr als vor einem Jahr, und auch die Zahl der geschossenen Waschbären noch einmal um gut 100 auf 3808 Tiere gestiegen ist.

Die hohe Anzahl an in der Region lebenden Waschbären, die die wasserreiche Gegend lieben, bleibt laut Sidow ein Problem. Gleichwohl hat sich der Schwerpunkt der Arbeit der Jagdbehörde seit etwa einem Jahr geändert, nachdem die Behörde dem Forstministerium unterstellt ist. Seitdem gilt „Wald vor Wild“ als Devise, so Sidow. Damit seien zwar längst nicht alle Jäger einverstanden, schon weil der Anteil der Jagdfläche in der Landesforst lediglich zehn Prozent betrage und der Rest auf private, kommunale und Flächen der Bundesforst entfalle, so Sidow.

Das Freizeitpotential der Jäger ist ausgereizt

Gleichwohl hat der Sachbearbeiter dafür Verständnis, dass angesichts des schlechten Zustandes, in dem sich viele Brandenburger Wälder befinden, derzeit versucht wird, dass die Bäume neben der Trockenheit nicht noch zusätzlich unter den Verbiss von Wildtieren leiden müssen. Jedoch könne keinesfalls alles Wild erlegt werden, so Sidow.

Das wäre angesichts der personellen Grenzen auch gar nicht möglich. Zwar sei es erfreulich, dass seit ein paar Jahren viele junge Leute und darunter auch Frauen die Jägerprüfung ablegen und einen Jagdschein beantragen, sagte Sidow. Aber auch diese würden in ihrer Freizeit jagen und hätten noch eine Arbeit und eine Familie, um die sie sich kümmern müssten. „Das Freizeitpotential der Jäger ist ausgereizt.“

Fast 30.000 Euro als Abschussprämie

Laut Sidow gibt es in Ostprignitz-Ruppin derzeit rund 1100 heimische Jäger sowie etwa 400 sogenannte Gastjäger, die vielleicht nur einmal im Jahr zur Jagd in die Region kommen. Für den Abschuss von Wildschweinen haben Jäger im Landkreis bisher knapp 30.000 Euro erhalten.

Die afrikanische Schweinepest (ASP) sieht Sidow als ein hausgemachtes Problem – weil den Schweinen immer mehr Maisfelder angeboten werden und es zudem kaum noch einen kalten Winter mit mindestens zwei Monaten Frost und Schnee gebe. Sidow sieht die Politik gefordert, damit nicht mehr so viele „monotonen Feldlandschaften“ entstehen, die den Schweinen den Tisch decken.

Von Andreas Vogel

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