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Neuruppin Über Umwege zum neuen Job gekommen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Über Umwege zum neuen Job gekommen
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15:39 06.01.2020
Carola Hoffer (37) hat trotz einer Beeinträchtigung einen Job bei der Arbeitsamt gefunden, Martina Landsmann (r.) hat dabei geholfen Quelle: Andreas Vogel
Neuruppin

Dass Carola Hoffer mal bei der Neuruppiner Arbeitsagentur beschäftigt sein würde, dass hätte die gebürtige Beelitzerin nicht erwartet. Ist doch die 37-Jährige, die seit gut einem Jahr mit ihrer Familie in Braunsberg bei Rheinsberg lebt, gelernte Köchin.

Jährlich etwa 3000 Beratungen

Doch wegen gesundheitlicher Einschränkungen musste sie sich einen neuen Beruf suchen. Carola Hoffer machte eine Ausbildung als medizinische Fachangestellte und arbeitete in mehreren Praxen. Doch eine „richtige“ Festanstellung fand Hoffer erst beim ärztlichen Dienst im Neuruppiner Arbeitsamt. Der Dienst prüft im Jahr bei etwa 3000 Beratungen, in welchem Maße Arbeitnehmer, die einen neuen Job suchen, leistungsfähig sind.

Hoffer arbeitet dabei sowohl mit Ärzten als auch Kunden der Arbeitsagentur zusammen. „Das passt alles“, sagt Hoffer, die nur deshalb in Teilzeit arbeitet, damit sie etwas mehr von ihrer fünfjähriger Tochter hat.

Förderung, um Defizite auszugleichen

Auch Martina Landsmann ist zufrieden, die seit elf Jahren als Vermittlerin beim Neuruppiner Arbeitsamt tätig ist und den sogenannten Arbeitgeberservice im Bereich des öffentlichen Dienstes betreut. „Immer mehr Firmenchefs haben verstanden, dass Menschen mit Schwerbehinderungen oft gut ausgebildet sind und Lust haben, zu arbeiten.“

Eine Schwerbehinderung müsse kein Problem sein, so Landsmann. Zum einen, weil diese für die meisten kaum erkennbar sei, da auch Diabetes dazu zähle. Zudem gebe es viele Fördermöglichkeiten, um Defizite auszugleichen – angefangen von Zuschüssen für einen extra großen Bildschirm, wenn jemand unter einer Sehschwäche leide, über eine bis zu zweimonatige Probezeit, wobei die Lohnkosten während der Probezeit das Arbeitsamt übernimmt, bis hin zum Bau einer Rampe für Rollstuhlfahrer. „Da hilft das Landes-Integrationsamt, das Zweigstellen in Potsdam, Frankfurt (Oder) und Cottbus hat“, sagt Landsmann.

Größere Nachfrage

Die Vermittlerin geht davon aus, dass wegen des großen Mangels an Fachkräften inzwischen etwa 90 Prozent der Firmenchefs in der Region offen dafür sind, Menschen mit Behinderungen bei sich einzustellen. „Die Nachfrage wird größer“, so Landsmann. Das könnte auch an dem hohen Bildungs- und Qualifizierungsgrad liegen. „70 Prozent der bei uns arbeitslos gemeldeten schwerbehinderten Menschen haben eine betriebliche oder eine schulische Ausbildung absolviert“, betont Arbeitsamtssprecherin Melanie Speck. Dies sei beileibe keine Ausnahme, sondern entspreche dem bundesweiten Trend, so die Arbeitsamtssprecherin.

Problematisch werde es immer nur dann, wenn es um körperlich schwere Arbeit gehe, so Landsmann. Das ist bei Carola Hoffer nicht der Fall. Als Arzthelferin muss sie Unterlagen zusammenstellen, Termine aushandeln, Betroffene einladen, mit ihnen reden, welche Arbeit sie sich zutrauen und welche nicht. Da gibt es viel zu tun. Schließlich ist der ärztliche Dienst der Arbeitsagentur für Klienten in insgesamt vier Landkreisen zuständig.

Von Vorteil dürfte bei den Gesprächen sein, dass Carola Hoffer weiß, wie sich Menschen mit Behinderungen mitunter fühlen und welche Art von Arbeit sie sich zutrauen. Hoffer hat ihre gefunden – und verwöhnt Kollegen auch gern mal mit einem Kuchen. Denn als einstige Köchin gehören Backen und Kochen zu ihren Hobbys.

 

Von Andreas Vogel

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