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Neuruppin Streit um alte Wasserleitung
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Streit um alte Wasserleitung
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00:25 15.06.2019
Seit Dienstag wird in Radensleben ein Teil einer alten Wasserleitung aus Asbest, die auf privatem Grund und Boden liegt, von Fachleuten entsorgt. Quelle: privat
Radensleben

Endlich passiert etwas. Drei Männer in weißen Schutzanzügen und mit Mundschutz sind seit Dienstag dabei, im Neuruppiner Ortsteil Radensleben eine alte Wasserleitung aus Asbest freizulegen und fachgerecht zu entsorgen. Die Schutzanzüge sind notwendig, weil das faserige und widerstandsfähige Material Lungen- und Rippenfellkrebs auslösen kann.

Kristian Richter müsste sich also freuen, dass die Leitung entsorgt wird. Der 45-Jährige Radenslebener streitet seit einigen Jahren mit den Stadtwerken darüber, damit die schon lange nicht mehr gebrauchte Leitung auf seinem Grundstück endlich aus der Erde verschwindet.

Teure Entsorgung

Doch Richter ist sauer, dass es so lange gedauert hat, bis sich etwas bewegt. „Es ist frech, Asbestleitungen einfach im Boden zu lassen.“ Dass es so lange gebraucht hat, liegt womöglich daran, dass das Entsorgen alter Leitungen nicht nur aufwändig, sondern auch teuer ist. Die Abfallwirtschaftsunion (Awu) zahlt für das Entsorgen von einer Tonne Asbest laut Matthias Noa, Chef der Awu Ostprignitz-Ruppin, derzeit 150 Euro. Die Preise sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, sagt Noa. Hinzu kommen die Transportkosten. Denn nicht jede Deponie darf Asbest annehmen. Die Awu liefert ihre Asbestabfälle nach Deetz bei Groß Kreutz in Potsdam-Mittelmark.

Richter wundert sich, dass er der erste in Radensleben ist, der darauf gedrängt hat, dass die Asbestleitungen auf seinem Grundstück entfernt werden. Vielleicht liegt das daran, dass viele gar nicht wissen, wo sich die alten Leitungen befinden. Das dürfte auch für andere Dörfer rings um Neuruppin gelten, die Ende der 1980er Jahre an ein neues Trinkwassernetz angeschlossen wurden. Die alten Leitungen wurden einfach abgeklemmt und schon aus Kostengründen meist im Boden gelassen, während die neuen Leitungen zumeist im öffentlichen Raum verlegt wurden, oft unter oder in der Nähe der Dorfstraße.

Wo liegen weitere Asbestleitungen?

„Wenn die Asbestleitung im feuchten Boden liegt, passiert auch nichts“, weiß Wuthenows Ortsvorsteher Axel Noelte. Wuthenow hat kein Problem mit Asbest. „Wir hatten eine Plastik-Leitung unter der Dorfstraße“, sagt Noelte.

In Radensleben sorgen die Arbeiten, die am Freitag abgeschlossen sein sollen, für Unruhe. „Die Stadtwerke müssen aufklären, wo noch solche Leitungen liegen“, sagt der bisherige Ortsvorsteher Hardy Richter. Er hält überhaupt nichts von alten Asbestleitungen. „Der Mist muss weg, und zwar möglichst schnell.“

Laut Neuruppins Stadtwerkechef Joachim Zindler handelt es sich um „Einzelfälle“. Demnach sind die Stadtwerke „so gut wie durch“ damit, alte Asbestleitungen aus dem Boden zu holen und zu entsorgen.

Von Andreas Vogel

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