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Neuruppin Volkshochschule: seit 100 Jahren ein Lotse
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16:57 10.01.2020
Vizelandrat Werner Nüse (SPD), Schulleiterin Anke Unkenholt, Amtsleiterin Anke Somschor (r.) eröffneten am Freitag im Alten Gymnasium die kleine Ausstellung. Quelle: Andreas Vogel
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Neuruppin

Auch in Zeiten des Internets, in dem scheinbar alles Wissen für jeden frei verfügbar ist, werden Kurse der Kreisvolkshochschule weiter gut nachgefragt. Das hat am Freitag Vizelandrat Werner Nüse (SPD) in Neuruppin betont – bei einer Festveranstaltung mit gut 100 Gästen im Alten Gymnasium. Dort wurde die Volkshochschule Ruppin vor genau 100 Jahren, am 10. Januar 1920 in der Aula der damaligen Knabendoppelschule eröffnet.

Sprach- und Gesundheitskurse sind besonders gefragt

Allein im vergangenen Jahr haben fast 2700 Menschen die rund 265 Veranstaltungen der Kreisvolkshochschule Ostprignitz-Ruppin besucht, so Nüse. Das sind gut 200 Teilnehmer mehr als im Vorjahr. Der Vizelandrat verriet, dass er ziemlich genau weiß, warum Volkshochschulen bei vielen Menschen weiterhin als Türöffner und Lotse gefragt sind. Nüse hat früher selbst einen Schreibmaschinenkurs an einer Volkshochschule besucht, zudem war seine Mutter in einem Kochkurs. Heute sind allerdings vor allem Sprach- und Gesundheitskurse gefragt.

Voraussetzung für die Gründung der Volkshochschule Ruppin war der Artikel 148 der Weimarer Verfassung von 1919. Der damalige Magistrat von Neuruppin setzte daraufhin einen Ausschuss ein, dem Lehrer, Abgeordnete und auch der Bürgermeister Max Warzecha angehörten, sagte Heimatforscher Peter Pusch. Demnach gehörte zu den Wegbegründern der Volkshochschule Wilhelm Bartelt, der langjährigen Rektor der Knabenschule. Bartelt habe den Schulbetrieb reformiert und sowohl erste Elternabende ermöglicht als auch dafür gesorgt, dass eine zweite Fremdsprache und Schwimmunterricht in den Lehrplan aufgenommen wurden.

1991 stand die Schule vor dem Aus

Während Pusch sich auf die Zeit unmittelbar vor und nach der Gründung der Volkshochschule konzentrierte, verriet Bernd Weimar, von 1991 bis 2005 Leiter der Schule, dass diese 1991 vor dem Aus stand – weil der Kreis Neuruppin kein Geld hatte und es im wieder gegründeten Land Brandenburg noch kein Gesetz zu öffentlich geführten Weiterbildungsstätten gab. Die Frage stand im Raum, ob das nicht auch private Anbieter übernehmen könnten.

Glücklicherweise habe der Kreistag damals nach intensiver Debatte für den Erhalt der Volkshochschule gestimmt, so Weimar. Gleichwohl dauerte es noch mehrere Jahre, nämlich bis 2007, bis die Schule im Haus D des Oberstufenzentrums an der Alt Ruppiner Allee eigene Unterrichtsräume erhielt. Dort wurde mit Millionenhilfe von Land und Europäischer Union eine alte Panzerkaserne umgebaut. Bis dahin wurden die Kurse in Klassenräumen der städtischen Schulen abgehalten.

Die Neugier ist geblieben

„Die Volkshochschule war schon immer eine etwas andere Schule, schon weil es um Bildung für Erwachsene geht“, sagte Weimar. Unter seiner Regie wurden nach der Kreisgebietsreform von 1993 die drei bis dahin eigenständigen Volkshochschulen in Neuruppin, Kyritz und Wittstock zusammengeführt, die Kreisvolkshochschule Ostprignitz-Ruppin war geboren.

Wenig geändert hat sich an der Neugier vieler Menschen, die sich vor Ort zu den verschiedensten Themen fortbilden wollen. Die Kreisvolkshochschule mit ihren 90 Dozenten versucht dafür, die passenden Angebote zu finden. Sie können sich auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes von 1987 berufen, wonach lebenslanges Lernen die Voraussetzung für individuelle Selbstbehauptung ist.

Von Andreas Vogel

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