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Neuruppin Bootsmotor-Diebstahl nimmt zu
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Bootsmotor-Diebstahl nimmt zu
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00:53 27.04.2018
Immer mehr Bootsmotoren, die oft mehr als 10 000 Euro kosten, werden gestohlen.
Immer mehr Bootsmotoren, die oft mehr als 10 000 Euro kosten, werden gestohlen. Quelle: Julian Stähle
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Neuruppin

Bandenmäßiger Bootsklau war in den beiden vergangenen Jahren kein Thema mehr für die Wasserschutzpolizei der Region Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel. Nachdem die Beamten vor einigen Jahren eine Gruppe von Sportboot-Dieben ermittelt hatten, die eine ganze Serie von Diebstählen unter anderen in Rheinsberg auf dem Kerbholz hatten (die MAZ berichtete), gebe es keine Raubzüge mehr in der Region, berichtet Toralf Reinhardt, Sprecher der Polizeidirektion Nord.

So wurde 2017 in OPR kein einziges Sportboot entwendet, dafür aber einige Angelboote. Zudem haben Diebstähle von Bootsmotoren und Dingen wie Paddel, Tank oder Angelausrüstung, die sich an Bord befinden, leicht zugenommen. Insgesamt 178 solcher Delikte gab es 2016 und 2017 im gesamten Wasserschutzpolizeirevier. In 14 Fällen wurden die Täter gefasst. Bei den Bootsmotoren stieg die Zahl von 36 Fällen 2015 auf je über 40 Fälle in den vergangenen beiden Jahren. Bei diesen ermittelt die Polizei noch, habe aber auch schon einige Verdächtige ausgemacht.

Mehr Charterboote, mehr Unfallmeldungen

39 Wasserpolizisten waren 2017 auf den Gewässern der Region unterwegs, davon vier in Neuruppin und Rheinsberg. Sie haben 288 Binnenschiffe sowie 4942 Sportboote kontrolliert und dabei 100 Gesetzesverstöße bei den Berufsschiffern sowie 777 bei den Hobby-Seeleuten festgestellt, davon auffallend viele bei Charterboot-Fahrern. „Das hängt damit zusammen, dass immer mehr Charterboote in der Region fahren“, erklärt Reinhardt. Diese seien zwar insgesamt sicher und gut ausgestattet. Deren Vermieter drängen aber anders als sonstige Bootsbesitzer darauf, schon bei kleinen Unfällen den Schaden der Polizei zu melden. In der Statistik steht nun, dass Charterboote an 30 von insgesamt 38 Sportbootunfällen im vergangenen Jahr beteiligt waren, während es im Vorjahr nur 22 von 37 waren.

Mehr Probleme gab es auch mit alkoholisierten Hobby-Bootsführern. Gab es 2016 fünf Trunkenheitsfahrten, wurden im vergangenen Jahr 16 alkoholisierte Sportbootkapitäne erwischt. Reinhardt glaubt aber nicht, dass es sich dabei um einen Trend handelt. Vielmehr habe der Anstieg mit der Witterung zu tun: „Wir hatten 2017 sehr schönes Wetter zum Herrentag, 2016 sehr schlechtes“. Die Polizisten haben zudem 15 mehr und insgesamt  67 Fälle von Fischwilderei festgestellt, von denen 63 aufgeklärt wurden. Die Zahl der Gewässerverunreinigungen ist indes von zwölf auf acht zurückgegangen.

Von Celina Aniol