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Neuruppin Weihnachsbasar im Kornspeicher mit Besucherrekord
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Weihnachsbasar im Kornspeicher mit Besucherrekord
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11:24 08.12.2019
Liebevolle Handarbeit allenthalben: Ein Markenzeichen des Kornspeicher-Weihnachtsbasars. Quelle: Regine Buddeke
Alt Ruppin

Schade. Das war die einhellige Meinung aller Besucher und Verkäufer angesichts der Tatsache, dass es der letzte Weihnachtsbasar im Kornspeicher Neumühle ist. Gastgeber Manfred Neumann hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber: „Ich weiß gar nicht mehr genau, wie lange ich nun schon Weihnachtsmärkte mache – 20 Jahre? Der Aufwand wird für mich von Jahr zu Jahr gefühlt immer größer“, sagt er.

Leinen und Holz, Metall und Papier, Wolle und Seife: Die Vielfalt der Materialien ist so vielfältig, wie die angebotenen Waren – allesamt fein und in Handarbeit hergestellt. Das lockte zum Geschenke-Kaufen. Allein am Samstag gab es einen Besucherrekord.

14 volle Tage sei er vorab immer nur noch mit dem Aufbau des Basars beschäftigt, dazu komme, dass es auch immer schwieriger werde, die personelle Betreuung zu gewährleisten. „Das kann ich einfach nicht mehr leisten“, sagt er, obschon ihm bewusst ist, dass die Leute den Markt lieben.

„Man hat uns heute die Bude eingerannt“, sagt er – eine Zählung am Samstagabend ergibt allein 676 Erwachsene, die vielen Kinder, die keinen Eintritt zahlen müssen, gar nicht eingerechnet. Und der Sonntag verspricht einen ähnlichen Zulauf – ein Rekordergebnis.

Viel positives Feedback

„Natürlich habe ich viel positives Feedback bekommen – so viel, dass man weich werden könnte. Leute sagen mir, dass es einer der schönsten Märkte in der Region ist. Das freut einen natürlich“, sagt Neumann. „Und klar: Wir waren schon besonders: Im Warmen und Trockenen, mit Bühnenprogramm und der einzigartigen Lokation.“

Apropos Regen. Das große Kulinarik-Zelt, das Neumann und seine Vereins-Mitstreiter wie üblich unten auf dem Hof aufgebaut haben, wurde am Samstag kurzerhand ab- und oben auf der Balkon-Terrasse wieder aufgebaut.

Bunte Sterne zaubern Weihnachtsflair. Quelle: Regine Buddeke

„Bei dem Wetter will ja keiner auf den Hof“, erklärt der Gastgeber, der in diesem Jahr auch wieder seine Werkstatt geöffnet hat, wo ein Drechsler sein Handwerk und seine Arbeiten zeigt und Katrin Rahn nicht nur ihre bunten Papiersterne sondern auch Perlensterne zum Selber basteln für die Gäste anbietet.

Die Wittstockerin ist zum ersten Mal im Kornspeicher dabei und angetan. „Ich habe so oft davon gehört – also dachte ich, ich probiere es mal.“ Ihre Sterne sind zauberhaft, Dank der unterschiedlich gemusterten Papiere. Man könnte mühelos einen ganzen Baum damit schmücken und bräuchte nicht einmal Kugeln. „Ein Hobby – leben kann man davon nicht“, sagt sie. Es stecke zuviel Zeit in den Sternen, die kaum einer bezahlen wolle.

Bläser der Kreismusikschule und wechselnde Solo-Pianisten

In der obersten Etage spielt sich der Haupttrubel ab. Zum Atemschöpfen, Kaffee trinken und zur Erbauung ist vor der Bühne ein kleines Café improvisiert. Auf der Bühne wechselt das Geschehen: Die Bläser der Kreismusikschule treten auf, dazwischen spielen wechselnde Solo-Pianisten.

Das Kindertheater Zauberstern zeigt sein Glückssterne-Programm. Die Kornspeicher-Crew hat mehr als ein Dutzend Kuchen gebacken, die sich die Gäste schmecken lassen. Auch Glühwein, Suppe, Wurst und Waffeln gehen weg wie warme Semmeln.

Einladend: Weihnachtsbasar im Kornspeicher Neumühle Quelle: Regine Buddeke

Strickfee Dagmar gehört zu den Urgesteinen des Marktes. „Ich bin Inventar“, schmunzelt sie. Warum? „Weil es hier einfach sehr schön ist – trocken, tolle Atmosphäre, nette Gäste, nette Händler“, sagt sie. Insofern sei es jammerschade, dass es nun der letzte sei.

Auch Lisa Michaelis, die am Stand der Stephanus-Werkstätten bunte Ruppi-Bags verkauft, mag das Flair im Kornspeicher. „Ich finde es auch toll, mal auf den unteren Etagen zu gucken – dafür bin ich sehr zu haben“, sagt sie. Da ist sie nicht allein, viele schauen dort nach Trödelschätzen aus Neumanns riesigem Bestand.

Die Atmosphäre ist wunderbar

Einiges davon wird auch in der obersten Etage gezeigt – man könnte es den Aussteuerstand nennen. Neben leinenweißen Unterbuxen von anno dunnemals findet sich dort hundert Jahre alte Tischwäsche, viel Leinen, viel Stickerei, ungarische Folkloreblusen, wie sie in den Siebzigern modern waren.

Überhaupt ist das Angebot groß – Metallschmuck, Holzspielzeug, Bücher und Kalender, Wollenes, Gefilztes, Seife, Honig, Engelsfiguren ... „Die Atmosphäre hier ist wunderbar – allein das Haus strahlt schon so viel Gemütlichkeit aus“, sagt Laura Ludwig aus Berlin, die zum ersten Mal da ist. Ihre Mutter Kirsten kennt und schätzt den Speicher schon und ist traurig, dass es der letzte Basar ist. „Das ist schon ein einzigartiger Charme hier: Urig und gemütlich mit den ganzen zusammengewürfelten Möbeln.“

Von Regine Buddeke

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