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Neuruppin Weihnachtsmärkte in Neuruppin, Netzeband, Rheinsberg & Co.: manche gestrichen, andere nicht
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Weihnachtsmärkte in Neuruppin, Netzeband, Rheinsberg & Co.: manche gestrichen, andere nicht

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21:48 16.11.2021
Veranstalter Christian Juhre will den Weihnachtszauber am Hangar 312 in Neuruppin nicht ausfallen lassen und bereitet die Festwochen nun trotz allem vor.
Veranstalter Christian Juhre will den Weihnachtszauber am Hangar 312 in Neuruppin nicht ausfallen lassen und bereitet die Festwochen nun trotz allem vor. Quelle: Henry Mundt
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Neuruppin

Den Neuruppiner Weihnachtszauber soll es auch in diesem Jahr geben. Trotz Corona. Trotz der steigenden Infektionszahlen. Trotz der verschärften Regeln. „Man kann den Menschen doch nicht alles nehmen“, sagt Christian Juhre. Sonst halten die Menschen die dunkle Jahreszeit nicht gut durch. „Und wenn gar keine Vorweihnachtsaktionen mehr stattfinden, dann sinkt auch die Akzeptanz für die Pandemie-Maßnahmen rapide.“ Und das wäre in der aktuellen Lage kontraproduktiv.

Genau deshalb, und weil er den Händlern nicht ihre Einkommensquelle nehmen will, hält der Veranstalter daran fest, in seinem Hangar 312 auf dem Neuruppiner Flugplatz an den vier Wochenenden der Adventszeit Stände aufzubauen und ein wenig positive Stimmung zu verbreiten. Er ist sich nun auch sicher, dass er das darf. Denn laut der aktuellen Eindämmungsverordnung dürfen sich bis zu 1000 Menschen unter freiem Himmel zu Veranstaltungen treffen. Mit dabei sein dürfen nicht nur die Geimpften und Genesenen, sondern auch die lediglich Getesteten.

Neuruppin: Bund-Länder-Konferenz könnte Absage bringen

In die Quere kommen könnte Juhre aber noch die Bund-Länder-Konferenz, die in dieser Woche über weitere Möglichkeiten beraten will, um die Pandemie einzudämmen. „Die könnten alle Veranstaltungen absagen“, so die Einschätzung des Hangar-Betreibers. Unklar ist für ihn auch noch, ob die geplanten 2G-Konzerte im Hangar vor Weihnachten stattfinden werden.

Auch der Förderverein Temnitzkirche hat wie geplant vor, am 11. und 12. Dezember den Weihnachtsmarkt in Netzeband zu veranstalten. Da dieser komplett draußen auf dem großzügigen Gelände des Gutsparks stattfindet, sei der Verein optimistisch, dass das klappt, sagt Vize-Chefin Maren Merschmeier. Um das Ansteckungsrisiko noch weiter zu senken, wollen die Organisatoren die Buden auf Abstand stellen und ihren Gästen Maskenpflicht an den Ständen verordnen.

Netzeband: Adventsprogramm auf Abstand

Auch die Auftritte in der Temnitzkirche vor Weihnachten will der Verein nicht streichen. Allerdings agiert er auch dort strenger, als er müsste. Denn bei 2G dürfte er auf andere Vorsichtsmaßnahmen verzichten. „Wir stellen aber die Stühle auf Abstand und sorgen dafür, dass alle eine Schutzmaske tragen, bis sie auf ihren Plätzen sind“, berichtet Maren Merschmeier. „Auch Geimpfte können Überträger der Krankheit sein, und wir wollen das Risiko nicht eingehen, dass sich bei uns jemand mit Corona infiziert.“

Flecken Zechlins Ortschef Horst-Rainer Maranke bedauert die Absage des Krippenfestes. Quelle: Henry Mundt

Einige andere Veranstalter haben ihre Adventstermine aber bereits abgesagt. So ist der Weihnachtsmarkt in der Stadt Fehrbellin, der für 27. November angedacht war, gestrichen. Auch die Stadt Lindow wird in diesem Jahr keinen veranstalten, wie Tourismus-Chefin Stephanie Schaefer auf MAZ-Nachfrage bestätigt. Und auch die Organisatoren in Karwe haben ihre Pläne zurückgezogen, genauso wie die Flecken Zechliner, die ihr traditionelles Krippenfest wegen Corona nun zum zweiten Mal ausfallen lassen. „Schweren Herzens“, wie Horst-Rainer Maranke, Ortsvorsteher und Chef des Heimatvereins, sagt.

Flecken Zechlin: Notbremsung vor erzwungener Absage

Denn die Plakate seien schon gedruckt, und auch alles andere gut vorbereitet gewesen. Es habe auch schon Überlegungen gegeben, wie man die Dorfmitte dafür absperren kann. Angesichts der hohen Inzidenzen sei aber selbst das nicht zu verantworten gewesen: „Es hätte sicher Gedränge auf dem beengten Marktplatz gegeben.“ Und die Gefahr bestand, dass später alle Veranstaltungen verboten werden, und die Kosten noch höher wären, auf denen die Organisatoren dann sitzen blieben. „Dann lieber die Notbremse jetzt“, urteilt Maranke.

Rheinsberg: keine Stände auf der Straße

Diese wollten die Rheinsberger Organisatoren der Advents-Flaniermeile am 11. Dezember eigentlich nicht ziehen. Alle Gewerbetreibenden halten an der Veranstaltung fest, sagt Gastwirt Andreas Endler. „Wir sollten anfangen, mit Corona zu leben“, so der Hauptorganisator. Es sieht dennoch so aus, als ob die Meile nicht ausgelebt wird: Die Stadt wird keine Genehmigung für die Nutzung des öffentlichen Raums erteilen, sagt Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow.

Auf eine solche Linie haben sich alle Gemeindechefs in der vergangenen Woche geeinigt, und alle fahren diese. Den Ausfall bedauert Schwochow. „Aber unter aktuellen Bedingungen ist es das einzig Vernünftige.“ Alleine was in den Geschäften an dem Tag passiert, könne er nicht steuern – und somit eventuelle Adventsaktivitäten nicht verbieten.

Von Celina Aniol

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