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Neuruppin Weihnachtsoratorium des A-cappella-Chores begeisterte
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Weihnachtsoratorium des A-cappella-Chores begeisterte
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20:51 23.12.2018
Festlicher Einstand zum Fest und volles Haus bei Bachs Weihnachtsoratorium in der Neuruppiner Kulturkirche.
Festlicher Einstand zum Fest und volles Haus bei Bachs Weihnachtsoratorium in der Neuruppiner Kulturkirche. Quelle: Regine Buddeke
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Neuruppin

Ruhe vor dem Sturm. Dann zerschneidet ein donnernder Paukenwirbel die Stille, die Flöten heben nervös zu trillern an. Es wird etwas passieren, soviel ist sicher. Und das Publikum in der vollen Neuruppiner Kulturkirche weiß auch, was. Immerhin fängt für viele Ruppiner alle Jahre wieder das Weihnachtsfest genau so und nicht anders an: Mit Bachs Weihnachtsoratorium – Kantaten 1 bis 3.

Großer Chor aus der Region, namhafte Solisten: Die Kantaten 1 bis 3 begeistern Jahr für Jahr. Und immer wieder ließen es sich Hunderte Neuruppiner nicht nehmen, das nahende Fest so und nicht anders zu begrüßen.

Jahr für Jahr lädt der Neuruppiner A-cappella-Chor am vierten Advent dazu ein, Jahr für Jahr ertönt das jubelnde „Jauchzet, frohlocket“ des Chores, unterstützt von aktuellen und ehemaligen Mitgliedern des Landesjugendchors und des Märkischen Jugendchors – alle einst von Hans-Peter Schurz gegründet, der als Leiter des gastgebenden Chors auch das Dirigat innehat. Für viele Neuruppiner ist es mittlerweile unverzichtbar, um sich auf das Fest der Freude einzustimmen.

Bachs Werk bringt die Schönheit und die tiefste Essenz der Weihnachtsgeschichte zum Ausdruck, dem liebsten Fest der Christenheit. Ursprünglich wurden die sechs Kantaten einzeln an den Sonn- und Feiertagen um und nach Weihnachten aufgeführt. Mittlerweile ist es Tradition geworden, zumindest die Teile 1 bis 3 als Ganzes in der Vorweihnachtszeit zu bringen.

Hans-Peter Schurz dirigierte einmal mehr

71 Sänger singen am Sonntag, die meisten sind überzeugte „Wiederholungstäter“. Auch die meisten Solisten sind bekannt: Sebastian Bluths volltönender Bass, Georgia Tryfonas zwitschernder Sopran, Irene Schneiders samtig-warmer Alt. Flankiert werden Chor und Solisten vom seit Jahren treuen Schaffrath-Orchester Berlin, das – auch dies bereits Tradition – von den Blechbläsern der Kreismusikschule unterstützt wird. Neuzugang im Oratoriums-Ensemble ist lediglich der Tenor Christian Pohlers, der dem Evangelisten Schmelz und Höhe verleiht.

Sparsam und unaufgeregt dirigiert Hans-Peter Schurz das große Ensemble – seine Ruhe strahlt aus, man spürt die Freude der Musiker und kann sich ihr nicht verschließen – „den Menschen ein Wohlgefallen“. Dass man sich den Bach jedes Jahr wieder neu erobern muss, ist sowohl dem Chor als auch dem Dirigenten Hans-Peter Schurz, den Solisten und den Musikern klar. Der warmherzige Applaus am Ende spricht eine klare Sprache, dass dies gelungen ist.

Von Regine Buddeke

23.12.2018
29.12.2019