Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Neuruppin Trotz mehr Regionalräten bleibt ein Problem
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Trotz mehr Regionalräten bleibt ein Problem
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:17 10.09.2019
Mehr als 50 Anlagen drehen sich allein im Windpark bei Bückwitz in der Nähe der Bundesstraße B 5. Quelle: Andreas Vogel
Neuruppin

Die Zahl der Regionalräte in der regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel, die für das Ausweisen sogenannter Eignungsgebiete für Windkraftanlagen zuständig sind, wird sich deutlich erhöhen: Statt bisher 32 Regionalräte werden ab November 60 Regionalräte darüber befinden, ob und wo die riesigen Energieanlagen in den drei Landkreisen Ostprignitz-Ruppin, Prignitz und Oberhavel errichtet werden dürfen.

Auch kleinere Gemeinden dürfen nun mitreden

Durch die Änderung des „Regionalplanungsgesetzes“ hat das Land auf eine seit Langem bestehende Forderung reagiert, so dass künftig auch Ämter und amtsfreie Gemeinden ab 5000 Einwohner mitreden dürfen, auf welchen Flächen Windräder gebaut werden dürfen.

Charis Riemer aus Netzeband ist dennoch unzufrieden. Die Diplom-Geografin verfolgt seit 2013 aufmerksam die Planungen für die Energieriesen, die immer größer werden. Ein Kritikpunkt von Riemer ist, dass trotz der Änderung Oberhavel weiterhin das Sagen in der Regionalversammlung haben wird. Denn OHV stellt 30 und damit die Hälfte der stimmberechtigten Sitze, während Ostprignitz-Ruppin 16 Mandate erhält und die Prignitz 14.

Riemer: OHV müsste eine eigene Planungsregion bilden

„OHV müsste eine eigene Planungsregion bilden“, findet Riemer. Zum einen, weil der Kreis bis in den Berliner Speckgürtel reiche und mehr als 210.000 Einwohner zähle – zum Vergleich: die Prignitz hat 76.500 Einwohner, Ostprignitz-Ruppin gut 99.000 – zum anderen weil sich in Oberhavel nicht mal 100 Windräder drehen, während in Ostprignitz-Ruppin und in der Prignitz mehr als 800 Anlagen stehen. „Oberhavel passt einfach nicht zu den zwei anderen Kreisen“, sagt Riemer.

Doch auf ihren Vorstoß, den sie auch bei einer Anhörung im Landtag in Potsdam vorbrachte, wurde nicht reagiert. Deshalb drängt Riemer darauf, dass nun wenigstens ein sogenannter Monitoring-Bericht über die bestehenden Windkraftanlagen in der Region erarbeitet wird. Darin sollte auch die Frage beantwortet werden, welche Standorte profitabel sind und welche Belastungen dort für Mensch und Umwelt in Kauf genommen werden müssten.

Land hat überarbeiteten Windplan abgelehnt

„Wir brauchen diese Bestandsanalyse“, so Riemer. Dabei sollte auch geklärt werden, warum einige Orte von den Windrädern profitieren und andere nicht.

Chefplaner Ansgar Kuschel beschäftigt derzeit indes ein ganz anderes Problem. Denn das Land hat den Windplan für die Region Prignitz-Oberhavel, an dem sechs Jahre gearbeitet wurde, abgelehnt – obwohl die gemeinsame Landesplanung Berlin-Brandenburg (GL) die Erarbeitung des umstrittenen Papiers, das 34 Eignungsgebiete für Windräder vorsah, begleitet hat.

„Wir hatten die Aussage, dass der Plan genehmigungsfähig ist“, betonte Kuschel am Dienstag. „Auffällig“ sei jedoch, dass es in den verschiedenen Ressorts der Landesregierung, wie Umwelt- und Wirtschaftsministerium, unterschiedliche Auffassungen gebe, was genehmigt werden könne. Für die Region muss deshalb ein neuer Windplan erarbeitet werden – über den dann die neue Landesregierung befindet.

Von Andreas Vogel

Nach der Demo ist vor der nächsten Aktion: Die Initiative für sichere Radwege von und nach Wustrau will sich an den Potsdamer Landtag wenden. Sobald der neue Landtag sich konstituiert hat, sollen dort Unterschriften übergeben werden.

10.09.2019

Mit einem Sommerfest startet am Freitag in Neuruppin die interkulturelle Woche – mit so vielen Veranstaltungen wie noch nie. Dazu gehören neben zwei Gottesdiensten auch drei völlig unterschiedliche Lesungen in Wusterhausen, Neuruppin und Fehrbellin.

10.09.2019

Sie wanderte von Kontinent zu Kontinent: Hedi Rossow ist in Südamerika geboren und aufgewachsen. Als junge Frau ging sie nach Afrika und half dort als Krankenschwester und Therapeutin. Heute lebt sie mit Mann und fünf Kindern am Ruppiner See bei Neuruppin. Über ihr Leben hat sie nun ein Buch geschrieben.

10.09.2019