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Neuruppin Wirtschaftsminister will die MHB stärken
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16:50 13.08.2019
SPD-Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (r.) im Neuruppiner Schülercafé Tasca im Gespräch mit Schulleiterin Anke Bachmann (l.). Quelle: Andreas Vogel
Neuruppin

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach geht nicht davon aus, dass der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) in Neuruppin und der Stadt Brandenburg mit einer einmaligen Millionenhilfe des Landes, die Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) jüngst in Aussicht gestellt hat, generell geholfen ist. „Wer will schon an der MHB studieren, wenn er dort keine Promotion ablegen darf?“, fragte Steinbach am Montagabend im Neuruppiner Schülercafé Tasca.

Forschung kostet viel Geld

Steinbach weiß, wovon er spricht. Brandenburgs Wirtschaftsminister ist gelernter Chemieingenieur und war von 2010 bis März 2014 Präsident der Technischen Universität (TU) Berlin und danach bis September 2018 Präsident der Brandenburgisch-Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg, ehe er ins Ministeramt nach Potsdam wechselte. Die MHB müsse schnell zu einem Forschungsklinikum entwickelt werden, an dem man auch promovieren könne, sagte der SPD-Politiker. Nur dann sei es möglich, dass die Hochschule konkurrenzfähig gegenüber der Charité in Berlin sowie den medizinischen Ausbildungen in Dresden und Leipzig werden könne.

Das Problem dabei: Forschung kostet Geld – Geld, das die MHB eigentlich nicht hat. Denn die Hochschule ist ein kommunales Unternehmen, das von den Krankenhäusern in Neuruppin und der Stadt Brandenburg sowie kommunalen Unternehmen wie den Stadtwerken und der Sparkasse gegründet wurde. „Die Forschung muss extra finanziert werden“, sagte auch Steinbach.

Richter: Das Land ist in der Pflicht

Bislang tat sich die rot-rote Landesregierung jedoch schwer, die MHB zu unterstützen. Zum einen, weil die Hochschule selbst angetreten war, um zu zeigen, dass auch ohne Landeshilfe der Aufbau einer medizinischen Ausbildung möglich ist. Zum anderen, weil sie trotz ihrer kommunalen Gesellschafter als private Hochschule gilt.

Die MHB sei aus der Not heraus geboren worden, weil es immer weniger Ärzte auf dem flachen Lande gebe und man nicht gesehen habe, dass das Land etwas dagegen unternimmt, sagte der SPD-Kreistagsabgeordnete Manfred Richter aus Rheinsberg. Kommunale Unternehmen könnten jedoch keine Forschung für eine Hochschule finanzieren. „Da ist das Land in der Pflicht“, betonte Richter.

Das sieht inzwischen Steinbach ebenso. Zwar bekannte er, dass er zunächst vehement gegen die Gründung einer medizinischen Hochschule in Brandenburg gewesen sei – allein wegen der Konkurrenz in Berlin, Leipzig und Dresden. Nun gebe es aber die MHB, die zudem einen höchst modernen Studiengang aufweise. „Es wäre eine Katastrophe, die Hochschule jetzt in Frage zu stellen.“ Vielmehr müsse sich das Land zu ihr bekennen und zu der „Katze auch Katze sagen“, so Steinbach, der auf Einladung der Rheinsberger Landtagsabgeordneten Ulrike Liedtke nach Neuruppin gekommen war.

Bachmann: Die MHB hat Neuruppin aufgewertet

Auch wenn die ersten Studenten erst in zwei Jahren ihre Arztausbildung bei der MHB beendet haben, geht der Minister davon aus, dass Neuruppin und Brandenburg schon jetzt von den Studenten profitieren. Demnach kommen auf jeden Euro, der für die MHB ausgegeben wird, zwei Euro zurück, den die Studenten vor Ort ausgeben.

„Die MHB hat Neuruppin aufgewertet. Es lohnt sich, in die Stadt zurückzukommen“, stimmte Anke Bachmann, die Leiterin der Evangelischen Schule in Neuruppin, zu. Das merke sie allein bei den Bewerbungen für Referendariate, so Bachmann.

SPD-Wirtschaftsminister Jörg Steinbach stand in Neuruppin auch dem Schülerfernsehen von Pescada-TV Rede und Antwort. Quelle: Andreas Vogel

Von Andreas Vogel

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