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Neuruppin So viele Wölfe leben in der Region
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin So viele Wölfe leben in der Region
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01:16 30.03.2019
Ein Wolfsrudel lebt in der Kyritz-Ruppiner Heide. Quelle: Privat
Neuruppin

In Ostprignitz-Ruppin leben zwei Wolfsrudel mit insgesamt zehn Welpen. Ein Rudel mit vier Jungtieren ist in der Kyritz-Ruppiner Heide ansässig, das andere bei Fristow in der Nähe von Alt Ruppin, sagte gestern Robert Franck. Der Rheinsberger ist Vorstandsmitglied im Landesjagdverband und zugleich Wolfsbeauftragter im Landkreis. „Wir sind ein Wolfsland“, so Franck.

Der Mensch steht nicht auf dem Speiseplan

Das sieht Anselm Ewert von der Unteren Naturschutzbehörde in Neuruppin ähnlich. Ewert verwies darauf, dass Wölfe nun schon seit fast 20 Jahren in Brandenburg wieder ansässig sind. Dennoch gebe es immer noch viele „Ängste und Sorgen“. Für Ewert ist das unverständlich. Zwar hat die Wolfspopulation in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, doch eine Gefahr für Menschen bestehe nicht, so Ewert. „Der Mensch gehört nicht zum Nahrungsspektrum der Wölfe.“ Lediglich wenn die Tiere Tollwut hätten oder von Menschen gefüttert und aufgezogen worden seien, verlieren sie ihre Scheu vor den Menschen, betonte Ewert. In diesen Fällen würden die Wölfe erschossen.

Dies sei jedoch nicht notwendig, wenn ein Tier mal in der Nähe von Siedlungen auftauche. Da ein Wolfsrevier rund 250 Quadratkilometer umfasse – das ist fast doppelt so groß wie die Kyritz-Ruppiner Heide – sei es normal, wenn sich ein Wolf auch mal einer Siedlung nähere. „Das ist dann nicht automatisch ein Pro­blemtier“, so Ewert.

Jäger schießen mehr Wild als Wölfe fressen

Auch für die Ängste mancher Jäger, wonach die Wölfe in ihrem Revier kein Wild übrig lassen, hat der Naturfreund wenig Verständnis. Ewert verweist auf Untersuchungen von Ulrich Wotschikowsky, einem international anerkannten Wildbiologen aus Bayern. Demnach reißt ein Wolf im Jahr 67 Rehe, davon 13 Kitze, neun Stück Rotwild, davon sechs Kälber und 16 Sauen, davon 13 Frischlinge. Jungtiere deshalb, weil der Wolf diese schneller stellen kann. In wildreichen Revieren erlegten Jäger auf der gleichen Fläche jedoch mindestens doppelt so viele Rehe und fünf bis zehn Mal so viel Rotwild und Sauen.

Ewert forderte, dass die Halter von Herdentieren wie Schafen und Kühen besser unterschützt werden. Schadensersatz sollte ihnen aber nur zustehen, wenn sie ihre Tiere durch Hunde und Zäune geschützt haben.

Von Andreas Vogel

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