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Neuruppin Überfall auf Neuruppiner McDonalds-Filiale vor Gericht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Überfall auf Neuruppiner McDonalds-Filiale vor Gericht
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15:47 18.10.2019
Vor dem Landgericht Neuruppin müssen sich derzeit zwei Männer aus Bernau wegen eines Überfalls auf die Neuruppiner McDonalds Filiale verantworten. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Am 20. Januar dieses Jahres betraten zwei maskierte und mit Handschuhen bekleidete Männer gegen 23.50 Uhr die Neuruppiner McDonalds Filiale.

Einer bedrohte die dort noch tätigen Mitarbeiter mit einer Schreckschusspistole. Mit der Beute von insgesamt 7100 Euro, dem Handy einer Mitarbeiterin und dem schnurlosen Telefon der Firma flohen die Räuber. Ein Komplize wartete im Auto.

Zwei mutmaßliche Räuber auf der Anklagebank

Um 23.57 Uhr wurde dann ein Auto mit drei Männern drin auf der Bechliner Chaussee mit 88 Stundenkilometern geblitzt. Deutlich zu erkennen: Hanad A. und Mohamed A.

Der 30- und der 19-Jährige müssen sich seit Freitag wegen schweren gemeinschaftlichen Raubes vor der zweiten Großen Strafkammer des Landgerichts Neuruppin verantworten. Der 19-jährige Mohamed M. wurde am 6. Februar in seiner Wohnung in Bernau verhaftet. Bei ihm fanden die Beamten einen Teil der Beute.

Hanad A. wurde nach einer länderübergreifenden Fahndung schließlich in München aufgegriffen.   Wo er, wie er sagte, seine Cousine, die dort eine Modemesse besuchen wollte, aus Afrika am Flughafen abholen wollte.

Beide Angeklagte sind geständig

Beide Angeklagte äußerten sich zu den Vorwürfen, Hanad A. allerdings erst, nachdem Mohamed A. ausgesagt hatte.

Der schilderte in epischer Breite seine Version der Geschichte, die ihren Anfang bereits im Dezember hatte. Da hätte ihm auf einer Party jemand eine Pistole gezeigt. „Die hat mir sehr gefallen.“

Für 70 Euro wurde es seine. Silvester habe er sie das erste Mal ausprobiert im Beisein von Hanad A. Die Schreckschusswaffe jedoch gab bald ihren Geist auf. „Ich habe zu Hanad gesagt, der Verkäufer hat mich über den Tisch gezogen.“

Das hielt Hanad A. jedoch nicht davon ab, die Waffe Mohamed A. abzukaufen. Er hatte nur nicht genug Geld dabei, so der Angeklagte.

Am 20. Januar dann hätten Hanad A. und ein Freund von ihm, Hassan, vor der Tür gestanden. Mohamed A. sollte sein Geld bekommen, dafür sollten sie gemeinsam nach Neuruppin zu einem Kumpel von Hanad A. fahren, so Mohamed A.

Getrunken und Kokain konsumiert

Auf der Fahrt dorthin habe er, Mohamed A., eine Flasche Wodka getrunken, später dann, als sie auf Hanad A. warteten, noch mit Hassan Koks konsumiert.

Hanad A. kam zurück von seinem Kumpel, der ihm lediglich 20 Euro geben konnte. „Hanad hat mir versprochen, bis wir in Bernau sind, hast du dein Geld“, sagte der 19-Jährige.

In der Nähe der McDonalds Filiale sagte Hanad A.: „Die Polizeiwache ist weit weg. Komm mit, wir holen Geld.“

Mitzumachen: Das bezeichnete Mohamed im Nachhinein als seinen „größten Fehler“. Er hatte nach eigenen Angaben die Mitarbeiter mit der Pistole bedroht, um an das Geld zu kommen.

Die Pistole warf er später in einen Wald, wo sie aufgefunden wurde.

30-Jähriger bestreitet Tatbeteiligung

Warum Mohamed A. ihn derart belastet, konnte Hanad A. überhaupt nicht verstehen. Er vermutete irgendwelche Drogengeschäfte von Mohamed A. und Hassan.

Damit, so meinte er, hätte auch die Fahrt nach Neuruppin etwas zu tun gehabt. Er selbst trinke zwar Alkohol, nehme aber keine Drogen. Für ihn enthielt die Aussage seines Mitangeklagten viele Widersprüche.

Er jedenfalls sei an dem Überfall nicht beteiligt gewesen. Seiner Schilderung zufolge seien die beiden anderen auf dem McDonalds Parkplatz ausgestiegen. Er habe ihnen noch hinterher gerufen, sie sollten ihm einen Bic Mac mitbringen.

Nach etwa acht Minuten seien sie zurückgekommen, als würden sie verfolgt, so Hanad A. Hassan hätte Handschuhe angehabt. „Ich habe während des Überfalls nichts mitbekommen“, sagte Hanad A.. Er sei mit seinem Handy beschäftigt gewesen.

Seiner Einschätzung nach wurde die Beute, anders als von Mohamed A. ausgesagt, durch zwei geteilt, nicht durch drei. Wie Mohamed A. wiederum sagte, waren 700 Euro der bei ihm gefunden 3200 Euro Erspartes gewesen.

Am nächsten Verhandlungstag, 29. Oktober, werden die Mitarbeiter der McDonalds Filiale gehört.

Von Dagmar Simons

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