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Neuruppin Autobahn A24 und A10: Die ersten 34 Kilometer sind geschafft
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppin Autobahn A24 und A10: Die ersten 34 Kilometer sind geschafft
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18:27 22.11.2019
In jedem Bauabschnitt wird zuerst die Fahrbahn in eine Richtung neu gebaut, dann die in die andere. Pro Abschnitt dauern die Arbeiten rund zwei Jahre. Quelle: Reyk Grunow
Neuruppin

Ob die Autobahnbauer ihren Terminplan einhalten? Thomas Stütze bekommt die Frage immer wieder gestellt. Bis Ende 2022 muss die gesamte Strecke zwischen Neuruppin und Dreieck Pankow neu gebaut sein, rund 60 Kilometer, rechnet man das relativ neu gebaute Dreieck Havelland heraus.

Der Terminplan, den der Bund als Auftraggeber für die Arbeiten vorgibt, ist ambitioniert, das räumt der technische Geschäftsführer der privaten Havellandautobahn-Gesellschaft gerne ein. „Wir haben momentan keine Bedenken, dass wir den Termin nicht schaffen“, versichert Stütze trotzdem.

Bund bezahlt nur, wenn Vorgaben eingehalten werden

Alles andere könnte für die privaten Investoren teuer werden. Sie bekommen die vereinbarte Summe vom Bund nur in voller Höhe, wenn Ende 2022 die nördliche A10 zwischen den Dreiecken Pankow und Havelland auf sechs Spuren verbreitert und die A24 von Dreieck Havelland bis Neuruppin vierspurig erneuert ist.

Wenn das Geld fließt, lohnt sich die private Investition für die Geldgeber. Nur deshalb haben sie den Auftrag übernommen.

Sven Tesanovic ist Projektleiter für den Ausbau der Strecke bei der Deges, der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -baugesellschaft. Quelle: Reyk Grunow

Dass alle Vorgaben aus dem Vertrag mit dem Bund eingehalten werden, überwacht die Deges, die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -baugesellschaft. Projektleiter Sven Tesanovic teilt Thomas Stützes Einschätzung. Sorgen, dass alles rechtzeitig fertig wird, macht auch er sich nicht.

In dem einen oder anderen Bauabschnitt liegen die Firmen zurzeit ein paar Wochen oder Monate hinter dem Zeitplan zurück. Aber das ist in den nächsten drei Jahren alles noch aufzuholen. Entscheidend ist allein der Endtermin Dezember ’22. „Wir haben bewusst wenige Vorgaben gemacht“, sagt Tesanovic. Die Investoren sollten möglichst viele Freiheiten bei der Organisation der Arbeiten haben. „Und ehrlich gesagt geht es ja auch gar nicht schneller“, räumt Sven Tesanovic ein.

An der Autobahnabfahrt Neuruppin wurde im Herbst 2019 die alte Brücke über die A24 abgerissen, nachdem eine neue errichtet worden war. Quelle: Reyk Grunow

Elf Anschlussstellen müssen erneuert werden

Mitte 2018 hatten die eigentlichen Bauarbeiten an der Strecke begonnen. Bis Ende des Jahres sollen die ersten 34 Kilometer von 120 Kilometern Fahrbahn neu gebaut sein. Elf Anschlussstellen müssen völlig neu oder umgebaut werden. In vieren laufen die Arbeiten bereits.

Für die Bauarbeiten wurde die Strecke zwischen Neuruppin und Dreieck Pankow in neun Abschnitte unterteilt. Gebaut wird zurzeit im Abschnitt 1, 3, 5, 6, 8 und 9. Die Arbeiten in den Abschnitten 2, 4 und 7 beginnen erst, wenn die jetzigen Bauabschnitte fertiggestellt sind, voraussichtlich 2021.

Im Abschnitt 1 zwischen Neuruppin und Neuruppin Süd wurde die alte Fahrbahn in Richtung Berlin komplett abgerissen. An der Abfahrt Neuruppin haben die Baufirmen einen neue Brücke über die A24 gebaut und die alte abgerissen. Zurzeit wird in diesem Abschnitt in Fahrtrichtung Berlin die neue Fahrbahn aus Beton gebaut.

Zufahrt nach Stöffin bisher halb fertig

Wenn die fertig ist, kann auch die derzeit gesperrte Auf- und Abfahrt in Richtung Berlin wieder freigegeben werden, voraussichtlich erfolgt das kurz vor Weihnachten. Die neue Betonfahrbahn soll Anfang 2020 befahrbar sein. Dann wird die alte Asphaltbahn in Fahrtrichtung Hamburg abgerissen und bis Anfang 2021 neu gebaut. Die Brücke für die Zufahrt nach Stöffin wurde bisher etwa zur Hälfte erneuert.

Im Abschnitt 3 zwischen Fehrbellin und Linumer Bruch ist die neue Fahrbahn in Richtung Berlin weitgehend fertig. Befahrbar soll der Beton ab Januar sein. Nachdem an der Abfahrt Fehrbellin die Brücke über die A24 völlig neu gebaut und die alte abgerissen wurde, legen die Baufirmen zurzeit die Auf- und Abfahrten in Fahrtrichtung Berlin neu an. Bis Mitte Dezember sind die deshalb noch gesperrt. Anfang 2020 soll auch dort die Baustelle auf die Fahrbahn Richtung Hamburg umziehen.

Bei Fehrbellin werden seit einigen Wochen die Auf- und Abfahrt in Richtung Berlin neu gebaut. Mitte Dezember sollen sie fertig sein. Quelle: Reyk Grunow

Im Abschnitt 5 zwischen Linumer Bruch und Kremmen sind die Arbeiten besonders weit. Die neu angelegte Fahrbahn in Richtung Berlin konnte schon vor einigen Wochen für den ersten Verkehr freigeben werden.

Neue Fahrbahn über dem Gelände

Die neue Fahrbahn liegt jetzt mehrere Meter über dem Gelände rundherum. Das soll eine bessere Neigung ermöglichen und für mehr Frostschutz sorgen. Auch in anderen Bauabschnitten weicht die Höhenlage der Fahrbahn oft von der vorherigen ab. Das hatten die Planer schon vor Jahren festgelegt. Bis November 2020 soll in diesem Abschnitt auch die neue Fahrbahn in Richtung Hamburg fertig sein.

Wer ist wofür zuständig?

Eigentümer der Autobahnen A24 und A10 ist nach wie vor die Bundesrepublik Deutschland.

Für den Ausbau der Strecke zwischen Neuruppin und dem Dreieck Pankow hat sich das Bundesverkehrsministerium jedoch private Investoren für einen „öffentlich-private Partnerschaft“ (ÖPP) gesucht. Die Verbindung zwischen Bund und Investoren bildet die Deges, die Deutsche Einheit Fernstraßenbau- und -planungsgesellschaft, eine Tochterfirma der Bundesrepublik und der Länder, die sich um besondere Straßenbauvorhaben kümmert.

Die Pläne, wie die A24 umgebaut werden soll, hat das Land Brandenburg im Auftrag des Bundes ausgearbeitet. Den Auftrag für die Umsetzung und den anschließenden Unterhalt der Strecke bis zum Jahr 2048 hat die private Havellandautobahn GmbH & Co KG bekommen.

Hinter dem Unternehmen steht der niederländische Konzern BAM mit 70 Prozent der Gesellschafteranteile und die österreichische Baufirma Habau. Mit den Umbauarbeiten haben sie einen Generalunternehmer beauftragt, eine Gesellschaft aus den Baukonzernen Wayss & Freytag und Habau.

Der Um- und Ausbau der nördlichen A10 und der A24 bis Neuruppin soll bis Ende 2022 dauern. Im Anschluss soll die Havellandautobahn-Gesellschaft die Strecke inklusive des Dreiecks Havelland und der westlichen A10 bis zur Abfahrt Falkensee für den Bund betreiben.

Für Ausbau und Betrieb der Strecke zahlt der Bund bis 2048 1,4 Milliarden Euro an die privaten Investoren. Die konkrete Summe hängt unter anderem davon ab, ob der Endtermin für den Umbau eingehalten wird und in welchem Zustand die Strecke in den Jahren danach ist, wie oft es zum Beispiel Behinderungen durch Reparaturen gibt.

Der Abschnitt 6 von Dreieck Havelland bis östlich des Dreiecks Oranienburg ist mit 15 Kilometern der längste zusammenhängende Bauabschnitt. Zwischen Dreieck Havelland und Oberkrämer wurde die Fahrbahn in Richtung Hamburg bereits verbreitert und neu angelegt. Außerdem ist ein Fischottertunnel entstanden und es wurden erste Lärmschutzwände nördlich der Strecke errichtet.

Schon seit September betoniert

Seit September fahren Autos schon über den Beton. Von Oberkrämer bis Dreieck Oranienburg laufen zurzeit noch die letzten Arbeiten an der Fahrbahn in Richtung Berlin. Acht Durchlässe und Brücken mussten dort zum Teil neu gebaut werden. Bis November 2020 soll die gesamte Strecke mit je drei Spuren je Fahrtrichtungen neu gebaut sein.

Im Abschnitt 8 zwischen Mühlenbeck und Dreieck Pankow ist die neue Fahrbahn in Richtung Berlin ebenfalls weitgehend fertig. Auch dort wird 2020 die Fahrbahn in Richtung Hamburg neu angelegt.

Der Abschnitt 9 ist rund drei Kilometer lang und umfasst vor allem das Dreieck Pankow. Dort sind die Bauarbeiten besonders aufwändig und werden bis Ende 2022 dauern.

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Von Reyk Grunow

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