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Neustadt Super-Sommer für Schleiereulen
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00:25 08.06.2019
Günter Kopka (l.) und Jürgen Kaatz konnten in Zernitz-Lohm 29 junge Schleiereulen beringen – auch auf dem Hof von Bürgermeisterin Sigrid Schumacher. Quelle: privat
Zernitz-Lohm

Günter Kopka und Jürgen Kaatz hatten am Dienstag alle Hände voll zu tun in den Ortsteilen der Gemeinde Zernitz-Lohm. An den vier bekannten Nistplätzen in Zernitz, Zernitz Bahnhof, im alten Trafohaus von Krüllenkempe und in Lohm beringten die beiden Vogelfreunde insgesamt 29 junge Schleiereulen. Das sind neun Nestlinge mehr als vor einem Jahr.

„Nicht nur die Menschen fühlen sich in der Gemeinde Zernitz-Lohm wohl, auch die Schleiereulen“, freute sich Bürgermeisterin Sigrid Schumacher, in deren Lohmer Scheune ebenfalls ein Eulenpaar nistet.

Zumindest bei den Eulen gelte das für die gesamte Region, berichtet Ornithologe Jürgen Kaatz aus Dranse. „Insgesamt habe ich diesmal im Altkreis Kyritz schon 50 Schleiereulen beringt. Das ist ’ne ganz schöne Hausnummer.“

Kein Mangel an Beutetieren

Eine junge Schleiereule. Quelle: privat

Nur die Männchen der Schleiereulen gehen während der Brut auf die nächtliche Jagd. Doch offenbar machten sie für all die vielen hungrigen Schnäbel genug Beute. „Wir haben in allen Nistkästen Futterdepots mit mehreren Mäusen gefunden. Die Jungen sind kugelrund.“

Daran zeigte sich auch die Bedeutung der Schleiereule bei der Regulierung von Kleinnagern wie Feld- und Wühlmäusen, betont Jürgen Kaatz. „Wer eine Schleiereule in der Nähe hat, muss sich um Mäuse keine Sorgen machen.“

Auch den Mäusen geht es gut

Dafür, dass der Eulenbestand momentan so gedeiht, sieht der Ornithologe vor allem einen Grund. „Die Trockenheit führt dazu, dass es mehr Mäuse gibt.“ Regen sei eine typische Gefahr für den unterirdisch aufwachsenden Mäusenachwuchs. Doch wirklich starke Niederschläge habe es seit dem vergangenen Jahr selten gegeben.

Mit der Beringungsaktion wollen die Ornithologen noch genauere Erkenntnisse zur Verbreitung der Vögel sammeln. „Nach den Auswertungen, die mir vorliegen, siedelt sich die Hälfte aller Jungvögel in einem Umkreis von 30 Kilometern ums elterliche Nest an“, berichtet Jürgen Kaatz. Je besser das Nahrungsangebot sei, desto weniger Veranlassung für weite Wanderungen gebe es.

Kaatz kann das mit einem ganz aktuellen Beispiel belegen. Am Mittwoch sei ihm der Fund einer toten Schleiereule aus Bückwitz gemeldet worden. Seinen Ring habe das Tier als Nestling am 4. Juli 2018 in Zernitz Bahnhof erhalten – keine zehn Kilometer entfernt.

Ein schneereicher Winter reicht

Das gute Schleiereulenjahr 2019 lässt laut Kaatz kaum Rückschlüsse auf die weitere Entwicklung des Bestandes zu. „Das Problem sind Winter mit viel Schnee.“ Bei geschlossener Schneedecke kommen die Eulen nicht mehr an ihre Beute heran. Das bedeutet Hunger. Innerhalb weniger Wochen könne der Bestand dann um 70 bis 80 Prozent einbrechen, erklärt der Experte.

Menschen, die Schleiereulen ein Zuhause bieten wollen, empfiehlt Jürgen Kaatz die Installation eines Eulenkastens. Bauanleitungen fänden sich im Internet. Wichtig sei vor allem, dass der Marder nicht an die Nisthilfe herkommt. Ansonsten handele es sich um einen pflegeleichten Nachbarn. „Die Schleuereule ist höchstens nachts mal zu hören – mit so einer Art Fauchen“, sagt Jürgen Kaatz. „Sonst ist sie eher heimlich.“

Von Alexander Beckmann

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