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Neustadt 1600 Bäume werden besprüht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt 1600 Bäume werden besprüht
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15:07 14.05.2019
Experten aus dem Jerichower Land besprühen vom Eichenprozessionsspinner befallene Bäume am Giesenhorster Friedhof. Quelle: Alexander Beckmann
Giesenhorst

Im Amt Neustadt werden seit Montag rund 1700 Bäume gegen die massenhafte Vermehrung des Eichenprozessionsspinners behandelt. Voraussichtlich bis Mittwoch soll die Aktion auf den kommunalen Flächen noch andauern.

Der Eichenprozessionsspinner ist flächendeckend in der Region aktiv. Zum Problem wird er in der Nähe des Menschen. Quelle: Alexander Beckmann

Der Vorgang selbst ist unspektakulär. Auf dem Giesenhorster Friedhof war das Ganze am Dienstagvormittag innerhalb weniger Minuten erledigt. Von der Ladefläche eines Pickups aus jagt ein motorgetriebenes Gebläse das Insektizid geräuschvoll in die Baumkronen. Bis zu 30 Meter hoch reicht der Sprühnebel. Größere Geräte schaffen noch mehr.

Die Behandlung läuft Baum für Baum

Martin Graf, der die Maschine mit einer kleinen Fernbedienung steuert, ist mit seinen Kollegen vom Unternehmen Enviro Pest Control aus dem Jerichower Land dieser Tage in der ganzen Region unterwegs – nicht nur im Amt Neustadt.

Der Schädlingsbekämpfer ist überzeugt, dass der Einsatz vom Boden aus die effektivste Methode darstellt. „Wir treffen den ganzen Baum. Bei uns werden die Blätter von oben und unten benetzt.“ Der Landkreis Prignitz beispielsweise lässt die Spinnerraupen auch per Hubschrauber bekämpfen.

Wetter kann zu Verzögerungen führen

Allerdings hängt das noch mehr vom Wetter ab als die bodengestützte Methode. In der Prignitz musste der ab Mittwoch geplante Helikoptereinsatz witterungsbedingt um eine Woche verschoben werden. Außerdem ist aus der Luft keine so gezielte Anwendung möglich. Hubschrauber eignen sich eher für größere Flächen.

Auch Martin Graf hält ein Auge aufs Wetter. „Wir müssen mit dem Wind arbeiten“, erklärt er. Bei Regen wäre der Einsatz sogar ganz abzubrechen. Das Wasser würde das Mittel abwaschen, bevor es wirken kann.

Biologisch, aber nicht unbedenklich

Zur Anwendung kommt seit Jahren im Grunde das immer gleiche Präparat. Aktuell heißt es „Foray ES“ und beruht wie sein Vorgänger auf einem Bakterium, das die Spinnerraupen so sehr schwächt, dass sie absterben. Die Wirkung beschränkt sich auf Schmetterlingsraupen, aber eben nicht ausschließlich auf die des Eichenprozessionsspinners.

Das Gefährliche an den Raupen sind ihre Brennhaare. Sie führen zu Reizungen und Entzündungen und können auch allergische Reaktionen auslösen. Quelle: Patrick Pleul/dpa

Deshalb darf auch dieses Insektizid nicht flächendeckend eingesetzt werden, sondern nur da, wo die Spinnerraupen die menschliche Gesundheit gefährden. Die Insektenlarven bilden große Kolonien, die sich mit Gespinsten und Massen von Brennhaaren schützen. Letztere lösen bei Menschen zum Teil schwere Reizungen und Entzündungen aus.

Erfolg bleibt zeitlich und örtlich begrenzt

Während also auf öffentlichen Grünanlagen und Spielplätzen, an Straßen und Wegen die Bekämpfung der Raupen läuft, bleiben große Flächen ausgenommen – nicht nur im Wald. „Es gibt auch Gewässerpufferzonen, die müssen eingehalten werden“, nennt Ute Zernitz ein Beispiel. Als Mitarbeiterin der Neustädter Amtsverwaltung begleitet sie die aktuelle Aktion.

Seit über zehn Jahren läuft das immer aufs Neue so ab. Mit Kosten von rund 10 Euro pro Baum rechnet man im Amt Neustadt. Doch die Raupen sind immer noch da. Martin Graf wundert das nicht. „Das Sprühen hilft“, ist er überzeugt. „Das Problem ist, dass das nicht überall gemacht wird.“ Von dort, wo sich die Raupen ungestört entwickeln können, flattern irgendwann die ausgewachsenen Falter los zur Suche nach Eichen für die nächste Generation.

Von Alexander Beckmann

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