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Neustadt Das Bahnhofsumfeld bleibt ein Schwerpunkt in Breddin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt Das Bahnhofsumfeld bleibt ein Schwerpunkt in Breddin
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00:24 27.04.2019
Rund um den Breddiner Bahnhof hat sich bereits einiges verändert. Weitere Aufgaben stehen an. Quelle: Matthias Anke
Breddin

Die Kommunalpolitiker sind noch nicht ganz am Ende mit ihrem Tun in Breddin. Obwohl schon in einem Monat, am 26. Mai, die nächsten Wahlen anstehen, treffen sich die Gemeindevertreter dort noch ein Mal am kommenden Montag, 29. April, zu einer Sondersitzung.

Grund ist der Verkauf einer kleinen Fläche, auf dem der alte Schlauchturm der Feuerwehr steht. Er gehört dann wieder zum drumherum gelegenen Grundstück eines früheren Feuerwehrmanns, der sich dem Turm annehmen wolle. Ursprünglich stand im Raum, er könne zurückgebaut werden.

„Wir befürworten das mit dem Verkauf“, sagt Bürgermeister Reinhard Neumann. Er wollte dieses Thema noch mit den bisherigen Angehörigen der Gemeindevertreterversammlung erledigt wissen – obwohl nach der Wahl sich nicht viel ändern dürfte in Breddin.

Neue Bürgergruppe für Breddin tritt an

Etwas mehr frischer Wind ist aber in Sicht: Erstmals tritt neben der Feuerwehr-Wählergruppe und der Unabhängigen Wählergruppe auch eine „Bürgergruppe Breddin“ an.

Wer tritt an?

für das Bürgermeisteramt: Reinhard Neumann

für die Gemeindevertretung:

Hanno Nebelin, Uwe Rehfeldt, Rüdiger Knakrügge (Wählergruppe Feuerwehr)

Ingo Fritz, Matthias Weigelt, Wilfried Bork, Mario Borchert (Unabhängige Wählergruppe)

Katharina Kuhblank, Patrick Ehrke, Paul Borrmann (Bürgergruppe Breddin)

„Interessant“, sagt Reinhard Neumann: „Da wird die politische Diskussion lebendig.“ Dass die Gruppe das neue Gremium mit bilden wird, steht so gut wie fest. Ohnehin hält die Wahl in Breddin angesichts der verfügbaren zehn Sitze und den insgesamt zehn Kandidaten wohl keine weitere Sensation bereit.

Arbeit der Gemeindevertreter offenbar keine schlechte gewesen

Die größte Überraschung bisher – wenn überhaupt – war wohl, dass Bürgermeister Reinhard Neumann doch noch Mal antritt, und zwar ohne Gegenkandidat.

Bei der feierlichen Parkplatzerweiterung vorigen Sommer (v.r.n.l.): Reinhard Neumann, Brandenburgs Finanzminister Christian Görke, Neustadts Amtsdirektor Dieter Fuchs. Quelle: Matthias Anke

„Es hätte sich bestimmt jemand gefunden, wenn ich nicht weitermachen würde“, sagt der 71-Jährige, der auf 16 Jahre im Amt zurückblickt. So schlecht aber sei seine Arbeit und die der Gemeindevertreter wohl eben nicht gewesen, dass sich größerer Frust aufgestaut oder Gegenwind gebildet hätte.

Zu viele Projekte warten, um nicht doch noch weiterzumachen

Neumann stieg einst als Kandidat für die CDU in dieses Ehrenamt ein und macht nun parteilos weiter. Dass er wieder antritt, war Ende 2018 allerdings noch gar nicht so klar: „Ich bin offizieller Entwicklungshelfer für Westafrika geworden und zeitlich eigentlich verplant gewesen. Doch weil der Bedarf nun wohl doch nicht so groß ist, nehme ich mir wieder Zeit für die Kommunalpolitik.“

Denn da würden Neumann einige Projekte doch „viel zu sehr am Herzen“ liegen.

Wer regiert seit 2014?

Bürgermeister: Reinhard Neumann, einst zwei Mal Kandidat der CDU, dann für die Feuerwehr, mittlerweile parteiloser Einzelkandidat

Gemeindevertretung (10 Sitze): Wählergruppe Feuerwehr (6), Unabhängige Wählergemeinschaft (3), Linke (1, bis 10/14)

Statt nur zuzuschauen, sei Neumann lieber selbst dabei. Im Kern gehe es ihm um die Zukunft des ehemaligen Hortes am Kindergarten. „Hier läuft die Diskussion, ob er verkauft wird oder doch für altersgerechtes Wohnen dienen soll.“

Fördergeld für gesamtes Areal rund um den Bahnhof im Blick

Zudem spiele dabei das gesamte Bahnhofsumfeld eine Rolle: Wo zuletzt schon die meiste Bewegung drin war in Breddin mit dem Abriss der ehemaligen Gaststätte und dem Bau eines neuen Pendlerparkplatzes, dort gehe es weiter. So bestehe die Möglichkeit, Fördergeld für ein gesamtes Areal und angrenzender Bauten zu akquirieren.

„Die Bahnhofsgebäude sind vor einiger Zeit ja auch verkauft worden, wir stehen in Kontakt. Oder der Konsum. Das Gebäude ist auch privat. Sie würden dort ihr Gesicht verändern können.“

Bevölkerungszahl hat sich stabilisiert

Der Bahnhof sei aufgrund der zahlreichen Berufspendler existenziell für die Gemeinde. Neben Sterbefällen und Wegzug sei Breddin auch für Zuzug so attraktiv, dass sich die Bevölkerungszahl zuletzt bei rund 880 stabilisierte.

Gemeinde Breddin

Breddin ist eine Gemeinde im Amt Neustadt im Landkreis Ostprignitz-Ruppin

Einwohner: 881

Fläche: 44,7 Quadratkilometer

Gemeindeteile: Breddin, Breddin Abbau, Damelack, Sophiendorf, Joachimshof, Voigtsbrügge

Die Grundschule sei der nächste wichtige Standortfaktor. Aber eben auch die Kita, wenn es um Nachwuchs geht. Dass dort was passieren soll, steht bereits fest.

Kita wird auf modernen Stand gebracht

„Die Umbausumme beläuft sich in den nächsten zwei Jahren auf gut eine halbe Million Euro. Wir werden die Kita damit den neuesten Bedingungen anpassen.“ Den 25-prozentigen Eigenanteil stemmt die Gemeinde. „Wir warten gerade nur noch auf die Bewilligung der Fördergelder.“

Gemeindeteile bleiben nicht außen vor

Doch was ist mit den Gemeindeteilen Sophiendorf (46 Einwohner), Damelack (116), Voigtsbrügge (28) oder Joachimshof (97) oder gar Breddin Abbau (21)? „Das sind wunderschöne Wohnlagen“, sagt Neumann: „Da lassen wir keinen außen vor.“

Die Orte würden die Gemeinde regelmäßig sehr viel Geld kosten, sagt der Bürgermeister auch mit Blick auf die ganzen Alleen und die Baumpflege etwa vom Eichenprozessionsspinner bis zum permanenten Linden-Totholz. „Die Bürger können sich nicht beklagen.“

Es soll also so weitergehen wie bisher in Breddin. Ein harter Wechsel sei ohnehin „nicht förderlich für die ländliche Kommunalpolitik“, sagt Neumann auch mit Blick auf die Erfahrungen mit der Arbeit im Amt Neustadt und dessen Ausschüssen.

Volkssolidarität und Feuerwehr bitten um weitere Rückendeckung

Andere sehen das ähnlich, wünschen sich so gute Unterstützung wie bisher. Marlies Brüning von der Volkssolidarität Breddin mit ihren 42 Mitgliedern und dem Durchschnittsalter von 75 Jahren beispielsweise: „Dass wir den Raum in der Alten Schule nutzen dürfen, ist uns eine große Unterstützung, Strom und Wasser inklusive“, sagt die 71-Jährige: „Und es wäre schön, wenn die Gemeindevertreter auch weiterhin immer ein Gehör für uns haben.“

Die Feuerwehr hat nach wie vor ihre Leute selbst im Gremium dank der entsprechenden Wählergruppe. Wehrführer Marcel Rossow sagt: „Die Gemeinde muss sich weiterhin für uns stark machen gegenüber dem Amt als den Brandschutzträger für die Sanierung unseres Gerätehauses.“ Zudem warte man weiterhin auf das neue Fahrzeug.

Blick auf junge Familien

Aber auch für die Jüngeren im Dorf könne sich gerne noch was tun, sagt der 36-jährige Rossow, der selbst Vater ist: „Wir haben zwar den abschließbaren Spielplatz an der Schule, aber eben keinen auf der anderen Dorfseite.“ Vielleicht ließe sich das Thema doch noch mal aufgreifen.

Paul Isenberg, 39, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft, sieht in den jungen Familien Breddins Zukunft. „Bauland zu schaffen, wäre nicht verkehrt. Leerstand gibt es ansonsten abgesehen von zwei, drei Ruinen ja kaum.“ Zumindest „gefühlt“, sagt Isenberg, kämen immer wieder einstige Breddiner zurück in den Ort ihrer Kindheit, um dort mit ihren eigenen kleinen Familien heimisch zu werden.

Und Landwirtschaftlich könne „die Lokalpolitik ja leider nichts positives bewirken. Das ist eben alles Sache der Bundes- und EU-Ebene“.

Von Matthias Anke

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