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Neustadt Bürgermeister will Instandsetzung erzwingen
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00:36 17.05.2018
Besonders auf der Bahnsteigseite hat das Gebäude gelitten.
Neustadt

Das Bild vom gerissenen Geduldsfaden beschreibt die Stimmung ganz gut: Neustadts Bürgermeister Karl Tedsen (CDU) will den weiteren Verfall des denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes der Stadt nicht länger hinnehmen. Er fasst nun ein sogenanntes Instandsetzungsgebot der Kommune ins Auge.

Dabei handelt es sich um eine im in Paragraf 177 des Baugesetzbuches verankerte Zwangsmaßnahme. Die Kommune kann den Eigentümer einer Immobilie dazu verpflichten, bauliche Missstände zu beheben, wenn „die bauliche Anlage nach ihrer äußeren Beschaffenheit das Straßen- oder Ortsbild nicht nur unerheblich beeinträchtigt oder die bauliche Anlage erneuerungsbedürftig ist und wegen ihrer städtebaulichen, insbesondere geschichtlichen oder künstlerischen Bedeutung erhalten bleiben soll“.

„Zustand ist dem Stadtbild abträglich“

Karl Tedsen sieht diese Umstände als eindeutig gegeben an. In seinem Antrag an die Stadtverordnetenversammlung stellt er fest: „Der äußere und innere Zustand des sich an exponierter Lage befindenden Bahnhofsgebäudes ist dem Stadtbild im extremen Maße abträglich.“

Die Geschichte des Baudenkmals ist eine Geschichte des Verfalls. Seit den 1990er Jahren steht das von 1844 bis 1846 errichtete Haus leer. Inzwischen sind die Fenster auf der Bahnsteigseite vermauert. Im Innern hat jahrelang eindringendes Regenwasser massive Schäden verursacht.

Die Deutsche Bahn zeigte kein Interesse – lange Zeit noch nicht einmal am Verkauf. Erst vor sieben, acht Jahren kam Bewegung in die Sache. In Neustadt gründete sich sogar der Verein „Bürgerbahnhof“, um nach Nutzungs- und Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen. Erwerben konnte die damals tief verschuldete Kommune den Bahnhof 2012 aber trotz eines Angebotes nicht. „Wir waren einfach nicht mehr kreditwürdig“, erinnert sich Karl Tedsen: „Obwohl die Finanzierungsbedingungen damals sehr günstig waren.“

Eigentümer zeigte wenig Ambitionen

Es fand sich ein privater Käufer. Doch am Bahnhof tat sich nichts. „Wir haben ja versucht, mit dem Eigentümer ins Gespräch zu kommen“, sagt der Neustädter Bürgermeister. „Der meinte aber nur: Macht mir mal ein Angebot.“ Der Bahnhof steht seit Monaten erneut zum Verkauf: aktuell für einen Preis von knapp 250 000 Euro.

Versuche der Stadt, „gemeinsam und unterstützend nach Lösungen zu suchen“, seien an einer „gewissen, auf Gewinn ausgerichteten Haltung des Eigentümers“ gescheitert, schätzt Karl Tedsen in seinem Antrag an die Stadtverordneten ein. Auf Nachfrage stellte der Bürgermeister fest: „Stillstand auf ganzer Linie. Unbefriedigend.“

Die Amtsverwaltung soll nun das Instandsetzungsgebot in die Wege leiten, um die Angelegenheit in Bewegung zu bringen. Die Stadt Kyritz hatte bereits vor gut vier Jahren ähnliche Schritte eingeleitet, um den Verfall einzelner Objekte im Sanierungsgebiet Altstadt zu stoppen. In zwei von drei Fällen rührte sich daraufhin wirklich etwas.

Von Alexander Beckmann

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