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Neustadt 2021 wird ein Horrorjahr für Bahnpendler zwischen Berlin und Wittenberge
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt 2021 wird ein Horrorjahr für Bahnpendler zwischen Berlin und Wittenberge
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16:09 15.10.2019
Auch wenn der ICE wie hier in Neustadt nur durchrauscht: Die Ertüchtigung der Strecke für den Fernverkehr blockiert 2021 alle Odeg-Regionalzüge des RE 2. Quelle: Matthias Anke
Neustadt

Fahrgäste des RE 2 zwischen Berlin und Wittenberge müssen sich auf Einschränkungen gefasst machen. Grund ist der Plan der Deutschen Bahn, die deckungsgleiche ICE-Strecke BerlinHamburg umfangreich technisch aufzurüsten und teils von Grund auf zu erneuern. Das geht aus einer Online-Meldung der Bahn hervor, wonach ab Herbst 2021 „insgesamt 52 Bauvorhaben gebündelt durchgeführt“ werden sollen.

Im Herbst 2021 geht es los

„Es sind Maßnahmen, die nicht über Nacht erfolgen können. Wir sprechen hier also von längeren Zeiträumen, und das betrifft dann alle Verkehre“, bestätigt es Bahnsprecher Gisbert Gahler der MAZ auf Nachfrage. Zwar sei es bis zum Herbst 2021 noch eine ganze Weile hin, doch diese Zeit werde für die Vorbereitungen benötigt. So laufe aktuell erst das sogenannte Planrechtsverfahren.

Wie genau dann vorgegangen wird und wann schlussendlich die Sperrungen exakt erfolgen, würde sich im Verlauf dieses Verfahrens klären. Fest stehe jedoch schon, dass in einem Ruck möglichst zügig gearbeitet werden muss, weil die Strecke 2022 wieder befahren werden soll.

In den Jahren 2022/23 soll diese Strecke etliche umgeleitete Fernverkehrszüge aufnehmen und damit für eine Entlastung sorgen, wenn die Bahn an anderer Stelle in Deutschland baut: Saniert wird dann unter anderem die ICE-Strecke KasselFuldaWürzburg.

Mit Blick auf BerlinHamburg heißt es daher: „Um den dadurch entstehenden höheren Kapazitätsanforderungen gerecht zu werden, müssen ab September 2021 technisch notwendige Bauarbeiten auf der Strecke umgesetzt werden.“

400 Kilometer Schienen werden erneuert

Um diese „auf den verstärkten Zugverkehr vorzubereiten“, wirken die 52 Einzelvorhaben wie ein Komplettpaket. Dazu gehören unter anderem Gleise, Durchlässe und Weichen.

„Im Rahmen der Arbeiten werden unter anderem 400 Kilometer Schienen erneuert, 24 Weichen in den Bahnhöfen Friesack, Jasnitz und Boizenburg ausgetauscht und zehn Durchlässe modernisiert“, heißt es in der Ankündigung des Unternehmens: „Die Gleise zwischen Wittenberge und Dergenthin, Ludwigslust und Jasnitz sowie in den Bahnhöfen Glöwen und Ludwigslust werden auf einer Länge von elf Kilometern komplett erneuert.“

RE 2 der Odeg könnte eingleisig durchkommen

Der von der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft (Odeg) betriebene RE 2 zwischen Cottbus und Wismar wird damit auf seinem Abschnitt zwischen Berlin und Wittenberge teilweise und nördlich davon voll von den Arbeiten betroffen sein.

Damit sich die Auswirkungen für Bahnreisende aus den Kreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und dem Havelland in Grenzen halten, will die Odeg eingleisig fahren – soweit möglich. Rund um die Haltestellen Wittenberge, Bad Wilsnack, Glöwen, Breddin, Neustadt und weiter bis nach Berlin müssen sich vor allem die Berufspendler trotzdem längerfristig auf Einschränkungen vorbereiten.

Bahn informiert nur zurückhaltend

Für welche genaue Dauer, wann und ab welchem Bahnhof Schienenersatzverkehr eingerichtet werden müssen oder überhaupt können, lasse sich derzeit aber noch nicht sagen. Wie Dietmute Graf von der Odeg erklärt, liege das eben an dem langen Zeitraum bis dahin und das offene Verfahren bei der Bahn. „Wir wissen aber, dass da was kommt.“

Bisher wurde das Projekt deshalb seitens der Bahn auch noch nicht vollends in die Öffentlichkeit hinein kommuniziert. „Es ist eben nur eine Vorausschau, die soll auch niemanden verunsichern“, sagt Gisbert Gahler bezüglich der Online-Meldung. Folglich gibt es bisher in keinem Bahnhofsschaukasten dazu Aushänge, wie sie sonst üblich sind.

Dass die MAZ schon jetzt von dem Vorhaben erfuhr,ist der Sanierung einer Brücke über die Strecke bei Plänitz nahe Neustadt geschuldet. Was dort aktuell in den Seitenbereichen begonnen wurde, solle abgeschlossen werden, wenn die darunter hindurch führende Strecke ab Herbst 2021 ohnehin gesperrt ist, hieß es da.

Von Matthias Anke

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