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Neustadt Die Lücke an der Alten Jäglitz bleibt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt Die Lücke an der Alten Jäglitz bleibt
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16:02 26.11.2019
Im Oktober 2018 wurde die Brücke über die Alte Jäglitz bei Schwarzwasser demontiert. Seitdem ruht der Bau. Quelle: Alexander Beckmann
Schwarzwasser

Es ist gewiss kein Großvorhaben. Die Alte Jäglitz bei Schwarzwasser im Amt Neustadt ist nur wenige Meter breit. Vielleicht zehn Meter müsste eine Brücke hier überspannen, um Roddahn und Babe mit Sieversdorf zu verbinden.

Bis vor ziemlich genau einem Jahr gab es diesen Weg. Anwohner und vor allem auch Landwirte nutzten ihn regelmäßig. Doch die Jäglitzbrücke galt als zunehmend baufällig.

Die Holzkonstruktion taugte nichts mehr

In den 90er Jahren hatte sie einen neuen Überbau erhalten – aus Holz. Damals hielt man das für preiswert und gut. Allerdings hatten Wind, Wetter und vor allem die Feuchtigkeit nach rund 20 Jahren ganze Arbeit geleistet. Die Bohlen der Fahrbahn und des Geländers moderten eifrig vor sich hin. Lücken taten sich auf, die man notdürftig mit Blechen verdeckte. Streben stützten das Geländer.

Schon vor fünf Jahren war klar, dass etwas geschehen musste. In Neustadt und in Sieversdorf-Hohenofen begann man das Problem zu diskutieren. Beide Kommunen teilen sich die Brücke, die genau auf der Gemarkungsgrenze liegt.

Gemeinden suchten die günstigste Lösung

Ganz oben auf der Liste der Fragen stand die Finanzierung. Denn weder Neustadt noch Sieversdorf-Hohenofen hatten Geld für eine Brücke zurückgelegt. Eben mal so einen Neubau hinzustellen, war nicht drin.

Baufachleute und Lokalpolitiker grübelten lange: Am billigsten wäre es sicher, nur das nötigste zu reparieren und zur Sicherheit strikte Grenzen für die Belastung der Brücke zu setzen. Die Landwirte mit ihren schweren Fahrzeugen müssten dann allerdings lange Umwege nehmen, um die umliegenden Wiesen und Äcker zu erreichen. Außerdem wäre ständig mit weiteren Reparaturen zu rechnen.

Mehr als eine Reparatur, weniger als ein Neubau

Am Ende einigte man sich auf einen – wie es schien, recht eleganten – Kompromiss: Der marode hölzerne Überbau kommt weg. Der Rest wird erhalten. Die neue Fahrbahn besteht aus Betonteilen. Stabil und dauerhaft.

Die Kostenschätzungen beliefen sich auf 160.000 Euro. Nach einigem Hin und Her trafen im August 2018 die erhofften Fördermittelzusagen ein. Nur einen Rest von 30.000 Euro müssten Neustadt und Sieversdorf-Hohenofen demnach gemeinsam aufbringen. Alle waren halbwegs zufrieden.

Viel war nicht mehr zu retten

Im Oktober 2018 rückten die Bauleute an. Innerhalb von zwei, drei Monaten wollten sie fertig sein. Die Holzteile waren schnell entfernt und erwiesen sich dabei sogar als noch morscher als befürchtet. „Das war schon fünf nach zwölf“, schätzte der Projektverantwortliche der Neustädter Amtsverwaltung Daniel Bloch ein.

Doch die richtig schlechten Nachrichten folgten noch. Die beauftragte Baufirma riet dringend dazu, auch die Stahlträger zu erneuern. Die hatte man anfangs zwar nur vor weiterer Korrosion schützen und ansonsten weiterverwenden wollen, doch die Rostspuren und der Aufwand für die fachgerechte Beseitigung erschienen nun doch als bedenklich. Schließlich sollte die Brücke nach der Investition möglichst noch lange Bestand haben.

Die Träger kamen also ebenfalls weg. Und das war’s dann mit den Arbeiten bei Schwarzwasser. Der Bau ruht.

Lange Umwege über lange Zeit

Das, was man hatte vermeiden wollen, trat ein: Die Landwirte der Gegend wurden 2019 zu langen Umwegen gezwungen. Die nächsten Brücken über die Alte Jäglitz gibt es entweder drei Kilometer flussabwärts bei Rübehorst oder gut drei Kilometer flussaufwärts bei Koppenbrück. Da ist so ein Traktor schon ein Weilchen unterwegs. Tag für Tag.

Auch Anwohner und Lieferanten müssen ausweichen. Die Örtchen Schwarzwasser und Neuroddahn liegen nun faktisch am Ende einer Sackgasse. Vor dem Bauzaun am Fluss sammelt sich inzwischen sogar Sperrmüll.

Streit um die Fundamente

Grund des Baustopps sind Meinungsverschiedenheiten. Die Neustädter Amtsverwaltung als Auftraggeber ging davon aus, dass nun alles geklärt sei. Das Bauunternehmen sah das anders. Nach seiner Einschätzung eignen sich die alten Widerlager der Brücke nicht für den vorgesehenen Überbau.

Die Bauverwaltung in Neustadt widersprach. Die Firma widersprach. Und so weiter.

„Es gibt keine Unterlagen über die Gründung der Brücke“, gesteht Neustadts Amtsdirektor Dieter Fuchs ein. „Der Bau ist über 100 Jahre her.“ Bei der Planung des neuen Überbaus hielten Experten das aber für unproblematisch.

Verwaltung von Machbarkeit überzeugt

Nachdem die Bauleute ihre Zweifel angemeldet und die Arbeit eingestellt hatten, zog die Amtsverwaltung noch einmal einen Prüfstatiker hinzu. Laut Dieter Fuchs gab es sogar Sondierungen an den Fundamenten: Holzpfähle im Boden unter Widerlagern aus Beton.

Auch dieser Experte äußerte keine grundlegenden Einwände. „Wenn der Prüfstatiker sagt, dass es funktioniert, müssen wir davon ausgehen, dass es funktioniert“, findet Dieter Fuchs. „Ein Neubau soll es eben nicht werden. Der wäre ja viel teurer.“

Nach vielen Monaten zeichnete sich im Sommer eine Einigung ab: Statt aus Beton sollte die Brücke nun aus Stahlelementen gefertigt und damit leichter werden. „Durch den leichten Überbau sollen die Stützlasten auch bei schweren Fahrzeugen im Rahmen bleiben“, erklärt der Amtsdirektor. Auch die Fördermittelgeber hätten der Planänderung zugestimmt.

Keine Einigung in Sicht

Für Oktober hoffte die Amtsverwaltung auf eine entsprechende Vereinbarung mit dem Bauunternehmen. Diese Hoffnung hat sich inzwischen zerschlagen. „Wir werden bis zum Jahresende keine neue Brücke haben“, kündigt Dieter Fuchs jetzt an. Die Absprachen vom Herbst seien nicht eingehalten worden. „Ohne anwaltliche Hilfe werden wir nicht zu einem Ergebnis kommen.“

„Es ist ein Trauerspiel“, sagt der Amtsdirektor. „Ich verstehe die Nöte der Anlieger und Landwirte, die da lang müssen.“ Wie und vor allem wann es mit dem Brückenbau bei Schwarzwasser weiter vorangeht, sei derzeit aber völlig offen.

Von Alexander Beckmann

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