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Neustadt Initiative wittert illegale Putenmistlagerung
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt Initiative wittert illegale Putenmistlagerung
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12:45 24.02.2019
Bei einem Rundgang entdeckten die Teilnehmer zwei deutliche Stellen. Dort soll über einen längeren Zeitraum Putenmist gelagert haben, obwohl es keine sogenannten Mistplatten gibt. Quelle: Matthias Anke
Roddahn/Lohm

Die Bürgerinitiative (BI) „Roddahn minus Putenmast“ behauptet, auf weitere Missstände rund um die Putenfarmen gestoßen zu sein. Informiert wurde darüber bei einer „Bürgerversammlung“. Diesmal wurde sich dazu nicht in Roddahn getroffen, wie zuletzt bei einer Demo gehen die Anlagen dort, sondern an der Kükenaufzuchtanlage in Lohm.

Der BI zufolge gebe es Belege für Fehlverhalten der Betreiber eben auch dort. Die Rede war von „illegaler Mistlagerung“.

Jahrelange Verstöße gegen den Wasser- und Bodenschutz unterstellt

Nina Schuchardt von der BI: „Bisher stand diese Anlage nicht im öffentlichen Fokus wie jene in Roddahn, weil von der Kükenaufzucht weniger Gestank ausgeht.“

Eine der Stellen, auf denen über einen längeren Zeitraum Putenmist gelagert haben soll. Quelle: Matthias Anke

Bürgermeisterin Sigrid Schumacher: „In Roddahn ist das wegen des Geruchs eine Belästigung, das kann ich verstehen. Aber für die Lohmer war das bislang eigentlich kein Thema.“

Die Bürgerinitiative „Roddahn minus Putenmast“ rätselt auch darüber, was in dieser Grube augenscheinlich schon so alles verbrannt wurde. Quelle: Matthias Anke

In Lohm verstoße der Betreiber laut der BI „seit Jahren gegen den Wasser- und Bodenschutz. Er lagert den beim Ausstallen anfallenden Mist auf dem Gelände widerrechtlich, denn es müsste eine Mistplatte vorhanden sein, was nicht der Fall ist“. Beim Rundgang am Sonnabend waren deutliche Spuren davon zu sehen, dass Mist gelagert wurde.

Die sogenannte Festmistlagerstätte bei Koppenbrück ist ein nicht umzäuntes, zugängliches Areal. Auch weist kein Schild auf ein Begehungsverbot hin. So konnten sich die Aktivisten selbst ein Bild vom Zustand der Anlage machen, die nach unten hin dicht sein sollte. Der Saft müsste abfließen in Richtung eines Auffangbeckens. Doch das Gesamtsystem ist für die Bürgerinitiative eindeutig undicht. Quelle: Matthias Anke

Auch die Lagerstätte Koppenbrück hat die BI im Visier. Dort gebe es „Fachrechtskontrollen“, zuletzt im 4. Quartal 2018. So ist es einem Schreiben des Landkreises zu entnehmen, das der MAZ vorliegt. Es ist die Reaktion auf eine Anfrage an den Landwirtschaftsausschuss des Kreistags Ende November. Es seien zwar Mängel der Kategorie „geringfügig“ festgestellt, sodann aber behoben worden.

Wo das Wasser eigentlich Richtung Grube fließen sollte, sind etliche Löcher zu finden. Laut Roddahns Ortsvorsteher Jan Malo gebe es ein Gutachten von 2018, wonach alles in Ordnung sei. „Das Gutachten wollen wir jetzt sehen“, sagte Malo. Quelle: Matthias Anke

Damit gibt sich die BI nicht zufrieden: „Immer erst durch unser Anzeigen werden Missstände behoben.“ Und: In Koppenbrück sehe der Zustand der Lagerstätte aktuell trotzdem alles andere als regelkonform aus.

Der Zustand der Lagerstätte spreche für sich. Der Beton im Abflusskanal wurde mutmaßlich zum letzten Mal zu DDR-Zeiten geteert und abgedichtet. Quelle: Matthias Anke
Auch die Grubenwände wirken derart porös, dass sie in den Augen der BI-Mitglieder nicht dicht sein können. Die Abdichtung scheine dort ebenfalls schon seit Jahren nicht erneuert worden zu sein. Pikant: Nur wenige Hundert Meter entfernt befindet sich der Trinkwasserbrunnen, der die Region versorgt. Quelle: Matthias Anke

Der Geschäftsführer des Putenmastbetriebes „Gut Jäglitz“, Thomas Storck, hatte zuletzt vor Neustadts Stadtverordneten von einer „Verleumdungskampagne“ gegen ihn gesprochen. Er behauptete, alle Behördenvorgaben einzuhalten.

Von Matthias Anke

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