Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Neustadt So soll der nächste Spagat zwischen den zwei Dörfern gelingen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt So soll der nächste Spagat zwischen den zwei Dörfern gelingen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:16 13.05.2019
Aus dem kleineren Gemeindeteil Schönermark kam in den vergangenen fünf Jahren mit Gerhard Wilke der Bürgermeister. Quelle: Matthias Anke
Stüdenitz-Schönermark

Vieles hat in der zurückliegenden Wahlperiode und auch davor schon für öffentliche Unruhe gesorgt in der Doppelgemeinde Stüdenitz-Schönermark. Damit soll jetzt Schluss sein, wie es sich Bürgermeister Gerhard Wilke aus Schönermark wünscht, der aber nicht wieder antritt. Und wie Erwin Jahnke es verspricht, der Wilke jetzt beerben will und keinen Gegenkandidaten hat.

Die Gemeinde

Stündenitz-Schönermark ist eine Gemeinde im Amt Neustadt im Landkreis Ostprignitz-Ruppin

Einwohner per 1. Januar: 587, davon 209 im Gemeindeteil Schönermark und 378 im Gemeindeteil Stüdenitz

Fläche: 24,3 Quadratkilometer

Doch schon der Blick auf die zwei Gruppen, die sich dieses Mal für die Kommunalwahl formiert haben, lässt Diskussionen erahnen, die sich in den Orten im Vorfeld dieser Wahl sicherlich abspielen dürften.

Eine gemischte Gruppe und eine nur aus Stüdenitzern

Die einen nennen sich „GEMEINSAM für Stüdenitz-Schönermark“. Die bewusste Großschreibung soll zugleich Programm sein. Und tatsächlich sind drei dieser fünf Leute Schönermarker und zwei aus Stüdenitz.

Die anderen sind die „Bürger für Stüdenitz-Schönermark“. Alle diese sieben Kandidaten aber sind Stüdenitzer.

Wer tritt an?

Für die diesjährige Wahl haben sich zwei Gruppen gebildet: die „Bürger für Stüdenitz-Schönermark“ und „GEMEINSAM für Stüdenitz-Schönermark“. Hinzu kommt mit Gritta-Marina Herzberg eine Kandidatin der Linken.

Als „Bürger für Stüdenitz-Schönermark“ stehen zur Wahl: Erwin Jahnke, Reno Schmidt, Thomas Tscharntke, Heiko Rahn, Cornelia Kruska, Andreas Borck, Jeffrey Kube.

Als „Gemeinsam für Stüdenitz-Schönermark" treten an: Tino Seeger, Stefanie Brumme, Renate Relau, Sven Toppel, Guido Keiler.

„Da ist wohl einiges an Vertrauen verloren gegangen gegenüber den Schönermarkern“, versucht es Bürgermeisterkandidat Erwin Jahnke zu erklären.

Ein großer Reibungspunkt der vergangenen fünf Jahre war der Bau des Schönermarker Dorfgemeinschaftshauses. Wilke und Co. aber setzten sich für das mit knapp über 200 Einwohnern viel kleinere Dorf gegen Stüdenitz (393) durch.

Wilke aber würde ein „gegen“ lieber nicht so sagen. In vielen Jahren zuvor hatten eben die Stüdenitzer mit Bürgermeister Martin Krebs die Oberhand.

Gemeinde finanziell nach wie vor gut aufgestellt

Künftig sollten beide Orte eben noch besser gleich bedacht werden. „Für mich ist es jetzt das wichtigste, dass Bürger in der neuen Gemeindevertretung sitzen, die sich für beide Gemeindeteile gleichermaßen einsetzen“, sagt Gerhard Wilke.

Er hinterlasse dabei eine Gemeinde, die „finanziell dazu in der Lage“ sei. So weise die Rücklage im hohen sechsstelligen Bereich einen Euro-Betrag in ähnlicher Höhe auf wie auch vor fünf Jahren schon.

Jede Seite bekam was ab vom „Kuchen“

Und Stüdenitz sei zuletzt ja auch nicht „hinten runter“ gefallen: Die Kegelbahn dort bekam neue Fenster. Die Dacherneuerung ist angeschoben und ebenso die Rekonstruktion des Bürger- und Vereinshauses in Stüdenitz.

Auch betont der Noch-Amtsinhaber, dass in dieser Zeit allen Beschlüssen der Gemeindevertreter der Vorjahre gefolgt wurde. So stützte man das Bodenordnungsverfahren mit jährlich fast 30 000 Euro aus der Gemeindekasse und auch in diesem Jahr noch mit 60 000 Euro.

Wilke, jetzt 71 Jahre alt, ist seit 1970 kommunalpolitisch engagiert. Abzüglich einer Unterbrechung 1990 bis 1993 kann er insgesamt also auf 46 Jahre zurückblicken.

In Stüdenitz wird sich demnächst einiges auch um die Zukunft des Windparks drehen. In diesem Gemeindeteil lebten per 1. Januar 378 Menschen. Quelle: Matthias Anke

Auch Erwin Jahnke verweist auf Erfahrung: Der 61-Jährige mischt seit 1993 in der Gemeindevertretung mit. „Ich war damals der jüngste, heute bin ich der älteste“, sagt er mit Blick auf die anderen Kandidaten.

Nur nebenbei als Gastwirt tätig, habe er nun noch mehr Zeit fürs Ehrenamt. Erst voriges Jahr schied er aus seinem Dienst als langjähriger Busfahrer aus.

Jahnke setzt auf die Einheit der Gemeinde

„Ich will die Eigenständigkeit unserer Gemeinde im Blick behalten“, sagt Jahnke. Er gewichte darin „natürlich“ beide Orte gleich: „Ich war immer dafür, dass wir eine Gemeinde sind. Ansonsten sollten jetzt lieber nach vorne gucken und nicht nach hinten.“ Froh sei er über die vielen vergleichsweise doch jungen Kandidaten, die mitmachen wollen.

„Wir müssen eine starke Gemeinde im Amt bleiben“, sagt Jahnke, obwohl sie dort gemessen an der Einwohnerzahl ja die kleinsten von allen sind.

Einwohnerzahl gefallen, aber Zuzug möglich

Waren es vor zwei Jahrzehnten noch gut 700 Einwohner, fiel die Zahl nun auf deutlich unter 600. „Wir müssen uns unsere Kita erhalten und auch die Feuerwehr“, nennt Jahnke zwei Schwerpunkte.

Für neuen Zuzug ließen sich Voraussetzungen schaffen. Bebaubare Flächen gebe es in Stüdenitz wie Schönermark gleichermaßen.

Größere Investitionen stünden nun in Stüdenitz neben besagtem Kegelbahndach noch in der Kirche aus.

Zudem werde die Zukunft des Windparks eine große Rolle spielen. Die bislang jährlichen 100 000 Euro für die gemeinschaftliche Kasse seien nur noch bis zum Jahr 2025 sicher.

Wer regiert seit 2014?

In Stüdenitz-Schönermark erhielten bei der Wahl 2014 fünf der acht Sitze in der Gemeindevertretung die Kandidaten der Bürgergruppe: Erwin Jahnke, Renate Relau, Reno Schmidt, Andreas Borck und Gerhard Wilke. Letzterer wurde Bürgermeister. Hinzu kam dann Thomas Völter.

Die anderen drei Gemeindevertreter stellte seither die Wählergemeinschaft Sport: Christian Kindt, Thomas Tscharntke und Tino Seeger.

Von Matthias Anke

Immer wieder verletzen sich Feuerwehrleute im Dienst. Warum setzen sie sich trotzdem der Gefahr aus, und wie werden sie versorgt? Ein Betroffener, ein stellvertretender Kreisbrandmeister und ein Seelsorger erzählen.

10.05.2019

Vom 15. bis 23. Juni ist in der Kyritzer Region einiges geplant. Die allererste Fahrt im autonomen Bus durch Wusterhausen wird dann nur ein Höhepunkt von vielen sein.

10.05.2019

Wählergemeinschaften aus Wusterhausen und Kyritz tauschen sich aus und vereinbaren eine enge Zusammenarbeit im Sinne der Region. Ein wichtiges Thema war der öffentliche Personennahverkehr.

13.05.2019