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Neustadt Spargelernte in Dreetz erst ab dem 7. April
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt Spargelernte in Dreetz erst ab dem 7. April
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01:15 30.03.2019
Felder des Spargelhofes Baselitz bei Dreetz: Auf 8,5 Hektar baut Familie Pelzer hier Spargel an.
Felder des Spargelhofes Baselitz bei Dreetz: Auf 8,5 Hektar baut Familie Pelzer hier Spargel an. Quelle: André Reichel
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Dreetz

Liebhaber des edlen Stangengemüses können es kaum erwarten, dass die diesjährige Spargelsaison beginnt. Zwar wurde dieser Tage verkündet, dass bereits der erste Brandenburger Spargel geerntet wurde, doch dies gilt längst nicht flächendeckend für alle Spargel anbauenden Betriebe im Lande. „Das ist bei dem derzeitigen Wetter eigentlich nur möglich, wenn die Felder beheizt werden“, meint Andreas Pelzer vom Spargelhof Baselitz in Dreetz.

Spargelbauern sind bereit für die kommende Saison

Der Dreetzer Spargelbauer und seine Frau Martina bereiten sich jedoch auch mit Hochdruck auf die bevorstehende Saison vor. Auf 8,5 Hektar bauen sie ihren Spargel an und dabei setzten sie vorrangig auf Folie. In zwei Lagen kam dieser schon vor Weihnachten auf die sorgsam aufgehäufelten Erddämme, in denen tief unten der Spargel auf den Frühling wartet.

Um die 12 Grad Celsius muss sich das Erdreich rund um die Spargelknospen erwärmt haben, damit diese anfangen zu wachsen. Dafür muss entweder die Luft längerfristig mindestens 16 Grad warm sein, oder man hilft dem Spargel mit Folien auf die Sprünge, wie es inzwischen fast alle Spargelbauern machen. Vergleichbar ist dies mit einem Gewächshaus. „Entscheidend ist bei Folieneinsatz jedoch weniger die Temperatur, sondern die Sonnenscheindauer“, berichtet Andreas Pelzer.

Der Spargel muss noch wachsen

Und gerade daran mangelt es dieser Tage. Anfang dieser Woche hat der 56-jährige Spargelbauer erst wieder einen prüfenden Blick unter die Folientunnel geworfen. Zwar wurde Pelzer schon fündig. Doch gut 30 Zentimeter fehlen noch, bis die ersten Spargelstangen an der Spitze des Erddammes „anklopfen“.

Wann es genau so weit sein wird, können die Dreetzer Spargelbauern beim besten Willen nicht sagen. „Alles hängt wie schon gesagt, von der Sonnenscheindauer ab“, so Martina Pelzer. Wenn alles sehr gut läuft, könnte der erste Spargel bereits um den 7. April herum geerntet werden. „Spätestens aber zum 10. April wird es so weit sein“, meint Martina Pelzer.

Dieses Jahr ist der Spargel drei Wochen früher erntereif

Somit wird die diesjährige Saison rund drei Wochen früher, als im Vorjahr beginnen. Zu Ostern Spargel anbieten zu können, war Familie Pelzer in den vergangenen Jahren nicht möglich. „Ostern war kalendertechnisch immer ziemlich früh und das Wetter hatte auch nie so recht mitgespielt“, sagt Andreas Pelzer.

Der Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke (CDU) besucht den Spargelhof Baselitz in Dreetz. Martina Pelzer zeigte ihm die Maschinen. Quelle: André Reichel

Bevor es so richtig losgeht, haben Martina und Andreas Pelzer noch so einiges zu tun. Sebastian Steineke, der CDU-Bundestagsabgeordnete aus Neuruppin, interessierte sich genau dafür. Er schaute in dieser Woche beim Spargelhof Baselitz in Dreetz vorbei.

Billige Konkurrenz aus dem Ausland

Steineke wollte von den Spargelbauern wissen, wie es um die Branche steht, die mit billiger ausländischer Konkurrenz zu kämpfen hat. Manch Spargelbauer hat in den vergangenen Jahren auch schon aufgegeben. Pelzers gehören inzwischen zu den nur noch wenigen regionalen Produzenten.

Ihre elf Saisonkräfte, fünf davon aus Polen und sechs aus Rumänien, kommen seit vielen Jahren und stehen bereits auf Abruf bereit. Dann geht es für sie täglich in aller Frühe an die Ernte auf dem Feld.

Gewaschen, sortiert und verpackt wird die edle Stange auf dem Hof in Dreetz, wo sich auch der Hofladen befindet. Der erste Spargel wird in aller Regel im Hofladen in Dreetz angeboten. Doch auch 60 Restaurants im Ruppiner Land und in der Prignitz werden dann beliefert, erfuhr Sebastian Steineke bei der Hofführung.

Von André Reichel