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Neustadt Neustädter erinnern an den Mauerfall
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13:48 07.11.2019
Pfarrerin Anja Grätz und Bürgermeister Karl Tedsen begrüßten die zahlreichen Gäste in der Kreuzkirche. Quelle: Renate Zunke
Neustadt

„Die Gedanken sind frei…..“, dieses alte Volkslied passte so recht als Einstimmung für eine besondere Veranstaltung. In der Neustädter Kreuzkirche wurde am Mittwochabend an die Zeit des Umbruchs vor 30 Jahren erinnert. Pfarrerin Anja Grätz und Bürgermeister Karl Tedsen begrüßten die zahlreich erschienenen Gäste.

„Die Kirchengemeinden waren während der friedlichen Revolution die tragenden Säulen“, sagte die Pfarrerin und erinnerte an die Friedensgebete in den Gotteshäusern. Hier hätten die Menschen einen geschützten Raum gefunden, um sich die Sorgen von der Seele zu reden.

Edmund Bublitz, erster Neustädter Bürgermeister nach der Wende, berichtete von den Anfängen seiner Amtszeit. Quelle: Renate Zunke

Das sei auch in Neustadt in beiden evangelischen Kirchen der Fall gewesen, so Christian Kirsch, seit 1980 Mitglied im Gemeindekirchenrat. Er gehörte zu den ersten frei gewählten Abgeordneten in der Pferdestadt und ist noch heute Stadtverordneter. Besonders der damalige Pfarrer Peter Freimark und seine Frau Gisela, seinerzeit die Katechetin, hätten in der Köritzer Kirche Freiräume für Diskussionen geschaffen.

Christian Kirsch überbrachte Grüße des Ehepaares Freimark, das gern bei der Veranstaltung in Neustadt dabei gewesen wäre, aber aus zeitlichen Gründen nicht kommen konnte. Dass der Umbruch vor 30 Jahren so friedlich ablief, daran hätte die Kirche einen großen Anteil gehabt, meinte Kirsch.

Siegbert Weiß zeigte einen Film

Dass bei weitem aber nicht alles friedlich ablief zeigte dann ein Film, den Siegbert Weiß aus 16 Stunden Filmmaterial zusammen geschnitten hatte. Hier konnte man unter anderen sehen, wie rigoros seinerzeit die Staatsmacht gegen friedliche Demonstranten in Berlin vorging.

„Aufnahmen aus Neustadt gibt es kaum. Die Stasi war ja immer dabei und man musste Angst haben, dass einem der Fotoapparat weggenommen wird“, erklärte Christian Kirsch. In Kyritz gründete sich am 20. Dezember 1989 der erste runde Tisch. Hier waren die Neustädter Ingeborg Bause, Hans-Hermann Zander und Gernot Lutz präsent. Ab dem 12. Januar 1990 gab es dann auch einen runden Tisch in der Pferdestadt. Er tagte regelmäßig bis zur Kommunalwahl.

Bürgergruppe gründete sich in Neustadt

„Um Menschen, die sich nicht parteilich binden wollten eine Plattform zu geben, gründete sich die Neustädter Bürgergruppe“, erläuterte Ulrike Lutz. Die erste öffentliche Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Neustadt, mit Wahl des Vorstandes, fand am 30. Januar 1990 statt, erfuhren die Anwesenden von Sabine Ehrlich. Sie sagte: „Wir wollten nicht nur meckern, sondern uns aktiv einbringen.“

Im März 1990 lud dann Sigrid Nau zur CDU-Versammlung ein. „Einen CDU-Ortsverband gab es ja bereits in Neustadt“, erklärte sie am Mittwochabend. „Es war eine anstrengende Zeit, aber angetrieben hat uns, etwas verändern zu wollen“, so Nau.

Edmund Bublitz wurde Bürgermeister

In der ersten Stadtverordnetenversammlung nach der Kommunalwahl im Mai 1990 wurde Edmund Bublitz (CDU) zum Bürgermeister gewählt. Er berichtete in der Kreuzkirche von den Anfängen seiner Amtszeit, die er als Sprung ins kalte Wasser bezeichnete.

Vieles mehr, was bereits in Vergessenheit geraten war, kam am Mittwochabend zur Sprache. Neustadt hätte sich seit 1992 sehr zum Positiven entwickelt, meinte am Schluss Bürgermeister Tedsen. Er hat einen besonderen Blick auf die Gegebenheiten – weil er nach der Wende aus den alten Bundesländern in die Pferdestadt kam.

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Von Renate Zunke

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