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Neustadt Großeinsatz als Übung für den Ernstfall
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt Großeinsatz als Übung für den Ernstfall
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00:20 24.10.2018
Aufsehenerregend: Die Feuerwehren rückten aus dem gesamten Amtsbereich zur Übung an. Quelle: Ronny Leßmann
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Neustadt

Über mangelnde Beschäftigung können sich die Feuerwehren des Amtes Neustadt wahrlich nicht beklagen. Zahlreiche Großeinsätze wie zuletzt in Treuenbrietzen hielten die Männer und Frauen in diesem Jahr in Atem. Trotzdem trainieren sie regelmäßig. So auch am Freitag. „Brand mit Menschenleben in Gefahr“ lautete um 16.52 Uhr die Durchsage der Leitstelle Potsdam für die Feuerwehren des Amtsgebietes. 55 Retter machten sich auf dem Weg nach Neustadt.

Mit einer gemeinsamen Übung haben die Feuerwehren des Amtes Neustadt einen Ernstfall an den Neustädter Gestüten geprobt. Simuliert wurde ein Feuer im Wohnheim, vor dem auch Menschen gerettet werden mussten.

Brand auf dem Brandenburgischen Haupt- und Landgestüt – eine angekündigte Einsatzübung für die Feuerwehren. „Es ist ein Szenario, das man sich nur ungern vorstellt“, sagt Regine Ebert, Geschäftsführerin der Stiftung Brandenburgisches Haupt- und Landgestüt. Um so wichtiger sei es, den Ernstfall und die Zusammenarbeit von Gestüt und Feuerwehr zu proben.

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Wie gut sie funktioniert, hat die Übung im alten Verwaltungsgebäude in der Havelberger Straße am Freitagabend gezeigt. Amtsbrandmeister Heino Arndt hat das Szenario gemeinsam mit der Stadt ausgearbeitet. Um 16.52 Uhr ließ Arndt bei der Leitstelle Potsdam Sonderalarm auslösen. Im Minutentakt rückten die Einsatzfahrzeuge der Wehren Neustadt, Breddin, Dreetz, Giesenhorst und Zernitz-Lohm an. Nach einer Lageerkundung bestätigte sich die Einsatzmeldung: Klopfzeichen und Hilferufe kamen aus dem Gebäude.

Erster Trupp rettet Menschen aus dem Haus

Die Einsatzleitung schickte umgehend einen Trupp zur Menschenrettung unter schwerem Atemschutz ins Gebäude, ein weiterer Trupp erhielt den Auftrag, das Feuer zu bekämpfen. Weitere Trupps bereiteten die Personenrettung aus dem ersten und zweiten Obergeschoss vor und brachten Drehleiter und Steckleitern in Stellung. Aus dem zweiten Obergeschoss wurden so acht Menschen gerettet.

Lagebesprechung an einem der Einsatzfahrzeuge. Quelle: Ronny Leßmann

Wären die Feuerwehr evakuierte, brachten Mitarbeiter des Landgestütes die Pferde aus den Ställen. Nachdem der Brand zügig unter Kontrolle gebracht werden konnte, wurde eine weitere Person aus dem zweiten Obergeschoss mit einer Fluchthaube ins Freie gebracht. Der Einsatz war insbesondere für die Atemschutztrupps eine Herausforderung. Der Zugang über des Treppenhauses war nicht einfach. Die Wasserentnahme erfolgte aus dem Oberflurhydranten im Hof des Landgestüts. Insgesamt mussten 300 Meter Schläuche verlegt werden. 55 Einsatzkräfte sorgten für einen reibungslosen Ablauf und eine schnelle Wasserförderung.

Zusammenspiel mit den Gestüten funktionierte

„Die Übung ist sehr gut verlaufen“, auch von Seiten des Gestütes habe alles super funktioniert, sagt Amtsbrandmeister Heino Arndt. „Wir haben viele positive Erkenntnisse gewonnen und werden diese in den nächsten Wochen auswerten. Wichtig war uns, dass das Zusammenspiel funktioniert.“

Zum Schluss galt allen Beteiligten ein Dank für ihr Engagement. Auch Kathrin Lorenz vom Amt Neustadt war voll des Lobes. Zusammen mit den Bürgermeistern der einzelnen Gemeinden machte sie sich ein Bild von den Gegebenheiten und dem Ablauf dieser Übung. Regine Ebert bedankte sich bei der Feuerwehr. „Es ist schon beeindruckend, wie schnell die Rettungskräfte vor Ort waren und wie professionell die Zusammenarbeit funktioniert hat.“ Zum Abschluss waren alle Retter zum Abendessen in der Graf-von-Lindenau-Halle eingeladen.

Von Ronny Lessmann