Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Neustadt Historisches Gaswerk Neustadt bekommt Zuwachs
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt Historisches Gaswerk Neustadt bekommt Zuwachs
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:19 25.12.2019
Der Förderverein für das Technische Denkmal Gaswerk Neustadt kann jetzt über das einstige Gasmeisterhaus verfügen und plant dessen Sanierung. Quelle: Alexander Beckmann
Neustadt

Gasometer, Ofenhaus und im Hintergrund die Verwaltungsbaracke – damit präsentiert sich das einstige Neustädter Gaswerk seit Jahren als technisches Denkmal. Aber im Grunde umfasste das Firmengelände schon immer noch ein weiteres Gebäude: das sogenannte Gasmeisterhaus.

1903 als Büro- und Wohnhaus für die Leitung des Gaswerks errichtet, diente der Bau noch bis vor kurzem Wohnzwecken. Dazu hatte die Erdgas Mark Brandenburg EMB als Eigentümer das Haus vermietet.

Raum für Zukunftspläne

Der Mietvertrag wurde vor einigen Monaten beendet. Dem Förderverein zur Erhaltung des Gaswerkes in Neustadt eröffnete sich damit die Gelegenheit, das Haus selbst zu nutzen. Er sucht seit Jahren nach Möglichkeiten, seine Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen zu erweitern. Lange Zeit war dafür ein Anbau an die Verwaltungsbaracke im Gespräch.

Dank eines langfristigen Pachtvertrages kann der Verein nun seit dem Sommer über das alte Gasmeisterhaus verfügen. „Das war schon lange unser Wunschobjekt“, sagt die langjährige Vereinsvorsitzende Gudrun Weiß, die ihr Amt vor kurzem abgab. „Die Idee mit dem Anbau war ja eher eine Notlösung.“ Der Pachtvertrag eröffne dem Verein nun neue Wege.

Sanierung ist unumgänglich

Anika Bachor ist neue Vorsitzende des Gaswerkvereins in Neustadt. Quelle: Alexander Beckmann

Die werden allerdings noch recht lang sein. Daran lässt die neue Vorsitzende des Gaswerkvereins Anika Bachor keinen Zweifel. Das Gasmeisterhaus habe im Laufe der Jahrzehnte doch deutlich gelitten und befinde sich in schlechtem Zustand. „Da muss eine Komplettsanierung gemacht werden.“ Vor allem der Dachstuhl sei dringend reparaturbedürftig.

Zudem haben Umbauten in der Vergangenheit unschöne Spuren hinterlassen. Die vor vielen Jahren eingebauten Verbundfenster beispielsweise haben nichts mit den Originalen gemein, sondern wurden mehr schlecht als recht in die Fassade gesetzt. Der Förderverein würde dem Haus zumindest äußerlich gern wieder zu seinem ursprünglichen Anblick verhelfen. „Es steht ja zusammen mit der ganzen Gaswerksanlage unter Denkmalschutz“, sagt Anika Bachor.

Auf Förderung angewiesen

Wie die Neustädter das finanziell hinbekommen, ist allerdings noch weitgehend unklar. „Wir stellen auf jeden Fall einen Fördermittelantrag“, kündigt die Vereinsvorsitzende an. Auch dazu müssen erst Voraussetzungen geschaffen werden.

„Wir suchen jetzt einen Planer“, erklärt Anika Bachor. Der Verein habe einen entsprechenden Auftrag öffentlich ausgeschrieben. Neben der Sanierung der Bausubstanz gehe es auch um ihre Anpassung an die künftige Nutzung. „Wir wollen neue Ausstellungsräume schaffen und Platz für das Archiv. Wenn es möglich ist, soll auch ein neuer Büro- und Empfangsbereich entstehen.“

Die Kosten dafür lassen sich derzeit nur ganz grob abschätzen. „Wir sind ja ganz am Anfang“, sagt Anika Bachor. Auf einen sechsstelligen Betrag wird es wohl hinauslaufen – so viel steht fest.

Lesen Sie mehr: Industriegeschichte mit ganz viel Energie

Gasometer ist undicht

Zugleich sieht sich der Förderverein eigentlich dringenderen Herausforderungen gegenüber. Dass das Ofenhaus 2020 neue Außentüren bekommt, ist weitgehend geregelt: Der Verein hat Unterstützer gefunden und einen Förderantrag beim Leader-Programm gestellt.

Viel größere Sorgen bereitet aber der Gasometer. Der als Ausstellungsraum genutzte ehemalige Gasbehälter ist undicht. Es regnet hinein.

„Unsere Mitmachausstellung ist akut in Gefahr“, sagt Anika Bachor. Die Schau rund um das Thema Energiegewinnung besteht erst seit gut einem Jahr und war eines der bisher ambitioniertesten Projekte des Fördervereins.

Neue Ausstellungsideen

„Wir suchen jetzt nach einer Firma, die uns einen Voranschlag für die Abdichtung macht.“ Dann könne man eventuell Fördermittel beantragen und Sponsoren finden. „Es ist die Frage, ob wir das nächstes Jahr schon schaffen. Aber eigentlich ist es unser dringendstes Problem.“

Industrielle Rarität

Das Gaswerk Neustadt nahm 1903 seinen Betrieb auf.

Aus Steinkohle erzeugte es Stadtgas, Koks und Teer.

Das Gas wurde zunächst vorwiegend für Beleuchtungszwecke genutzt, später auch zum Kochen und Heizen.

Die Anlage gehörte stets zu den kleineren ihrer Art. Investitionen in die Technik blieben weitgehend aus.

Als Rohstoff kam ausschließlich Steinkohle zum Einsatz, obwohl die besonders in der DDR rar war.

Zur Schließung 1980 befand sich das Werk technisch nahezu auf dem selben Stand wie zur Zeit seiner Inbetriebnahme.

Noch zu DDR-Zeiten wurde die Anlage zum technischen Denkmal erklärt. Europaweit blieben nur wenige vergleichbare Anlagen erhalten.

Seit 1999 setzen sich die rund 30 Mitglieder des Fördervereins zur Erhaltung des Gaswerks Neustadt (Dosse) für das Denkmal ein.

Ab 7. Januar ist das Museum wieder dienstags bis freitags von 10 bis 13.30 Uhr für Besucher geöffnet.

Ganz sicher wird der Verein im kommenden Jahr zur Museumstag im Mai die neu gestaltete Ausstellung zur Technik des Ofenhauses präsentieren. Die Vorbereitung dafür laufen bereits mit Hilfe von der Landkreisstiftung und mit Mitarbeitern einer Beschäftigungsmaßnahme.

Und für 2021 steht landesweit das Themenjahr Industriekultur auf dem Programm. „Da wollen wir ein gemeinsames Projekt erarbeiten“, kündigt die Vereinsvorsitzende an und erwähnt eine Kooperation unter anderem mit der Papierfabrik Hohenofen und dem Wegemuseum Wusterhausen.

Von Alexander Beckmann

Nur zwei Monate nach dem großen Brand, der den Dachstuhl des Wusterhausener Feuerwehrgerätehauses komplett zerstörte, ist der Schaden repariert. Die Feuerwache hat keinen Dachschaden mehr – dank Reparatur im Rekordtempo

24.12.2019

Es nimmt offenbar kein Ende: Immer wieder werden Fahrkartenautomaten in der Region zerstört. Ein weiteres Mal traf es jetzt das Gerät am Neustädter Bahnhof. Laut Polizei blieb es wohl aber nur bei dem Versuch, ihn aufzusprengen.

23.12.2019

Große Weihnachtssingen auf Sportplätzen mit Hunderten oder gar Tausenden Teilnehmern liegen im Trend. Am Sonntagnachmittag fand ein solches Weihnachtssingen beim SV Schwarz-Rot Neustadt statt, der das Event gemeinsam mit dem Chor Querbeet organisiert hatte.

23.12.2019