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Neustadt Gemeinde greift tief in die Rücklage
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt Gemeinde greift tief in die Rücklage
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13:54 27.11.2019
Bereits in diesem Jahr investierte Stüdenitz-Schönermark in seine Kita. Für 2020 ist ähnliches geplant. Quelle: Amtsverwaltung Neustadt
Stüdenitz

Die finanziellen Aufwendungen der Gemeinde Stüdenitz-Schönermark werden voraussichtlich auch im kommenden Jahr ihre Erträge übersteigen. Das geht aus dem Haushaltsplan 2020 hervor, den die Gemeindevertreter jetzt verabschiedeten. Zwar rutscht die Gemeinde nicht wirklich ins Defizit, doch das gelingt nur dank der derzeit noch vorhandenen Rücklagen – also sozusagen mit dem Griff in die Sparbüchse.

Im Detail fehlen Stüdenitz-Schönermark 2020 101.400 Euro für eine ausgeglichene Rechnung – und das nicht zum ersten Mal. „Im laufenden Jahr übersteigen die Ausgaben ja auch schon die Einnahmen“, erklärt Kämmerin Claudia Stecher in Neustadt. Auf 225.800 Euro beläuft sich der geplante Fehlbetrag für 2019.

Der Sparstrumpf leert sich

Auch das gleicht die Gemeinde bereits mit Hilfe von Überschüssen aus den Vorjahren aus. „So schmilzt der Rücklagebetrag enorm ab“, fasst Claudia Stecher zusammen. Bis auf die letzte Stelle kann sie die Summe nicht benennen – noch liegen nicht alle Schlussrechnungen für die Vorjahre vor.

Schätzungen zufolge betrug die Stüdenitz-Schönermarker Rücklage Ende 2018 aber 570.000 Euro. Zieht man die erwarteten Fehlbeträge von 2019 und 2020 ab, so enthält der kommunale Sparstrumpf Ende nächsten Jahres nur noch 243.000 Euro. Setzte sich dieser Rückgang so fort, dann würde Stüdenitz-Schönermark in zwei, drei Jahren wirklich ins Defizit rutschen.

Fehlbetrag ist niedriger als 2019

Doch immerhin: Im Vergleich zu 2019 rechnet die Kommune für 2020 mit etwas höheren Erträgen (1,1 statt einer Million Euro) und mit geringfügig sinkenden Aufwendungen (1,21 statt 1,23 Millionen Euro).

Haupteinnahmequelle bleiben Zuweisungen der öffentlichen Hand, die im nächsten Jahr voraussichtlich rund 80.000 Euro höher ausfallen als 2019. Etwa 13.000 Euro mehr erhofft sich die Gemeinde bei den Steuereinnahmen – vor allem bei ihrem Anteil an der Einkommenssteuer. Die Hebesätze der Grundsteuern und Gewerbesteuern bleiben unverändert.

Bei den Ausgaben knapp kalkuliert

Im Gegenzug steigen aber beispielsweise die Personalausgaben von 185.000 auf 212.000 Euro. Zum einen sind Tariferhöhungen zu erwarten, zum anderen soll die Stundenzahl in der Stüdenitzer Kita aufgestockt werden.

Der Betrag den die Gemeinde an den Landkreis und das Amt Neustadt abführen muss, geht geringfügig von 576.000 auf 548.000 Euro zurück. Etwas sparen will man auch bei den Sach- und Dienstleistungen. Die Aufwendungen dafür sollen von 218.000 auf 211.000 Euro sinken.

Wenig Spielraum für Investitionen

Das bedeutet, dass im kommenden Jahr kaum mit größeren Instandhaltungs- und Investitionsvorhaben der Kommune zu rechnen ist. Umfangreichere Projekte sind der Gehweganschluss für die Sophiendorfer Straße (27.000 Euro), Spiel- und Sportgeräte für die Kita (9800 Euro), Fundamentarbeiten an der Stüdenitzer Trauerhalle (17.000 Euro) oder die Sanierung des Giebels am Stüdenitzer Sporthaus (5500 Euro). Der Schönermarker Spielplatz soll eine Rutsche bekommen. Unter anderem für die Baumpflege plant die Gemeinde deutlich mehr ein: 16.400 statt 2000 Euro.

Stüdenitz-Schönermark unterstützt weiterhin Vereine und Initiativen mit 2200 Euro sowie die Kirchengemeinden mit 13.600 Euro.

Schulden tendieren gegen Null

Von Schulden wird die Gemeinde kaum geplagt. Der Darlehensbetrag wird im neuen Haushaltsjahr von derzeit gut 10.000 Euro auf etwas über 700 Euro sinken.

Wie aus dem Vorbericht zum Haushaltsplan hervorgeht, ist die Einwohnerzahl in der Doppelgemeinde tendenziell eher rückläufig. Ende 2018 wurden demnach 589 Einwohner gezählt. Sieben Jahre zuvor waren es noch 616.

Von Alexander Beckmann

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