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Neustadt Trinkwasser getrübt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt Trinkwasser getrübt
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18:37 20.08.2018
Das Wasser in Sieversdorf-Hohenofen ist nicht mehr so klar wie es sein sollte, gesundheitlich aber unbedenklich. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Sieversdorf

Beim Griff zum Wasserhahn sind manche Sieversdorfer und Hohenofener derzeit offenbar verunsichert. Im Juli hatte der Wasser- und AbwasserverbandDosse“ in Neustadt sie über eine verminderte Wasserqualität informiert. Wörtlich: „Bei Kontrollen zur Trinkwasserqualität im Wasserwerk Neustadt /Dosse wurden Abweichungen für chemische Parameter Mangan und Eisen festgestellt. Eine Gesundheitsgefährdung geht davon nicht aus, allerdings darf das Wasser momentan nicht für die Zubereitung von Säuglings- und Kleinkindnahrung verwendet werden.“

Besorgte Nutzer wandten sich ans Fernsehen. Der RBB berichtete vergangene Woche kurz über die Situation. Die Frage nach den Ursachen und der eventuellen Gesundheitsgefahr ließ er weitgehend unbeantwortet.

Als Spurenelement unverzichtbar

Fest steht: Grund für Eisen und Mangan im Trinkwasser ist nicht etwa eine Havarie im Wasserwerk.

Schon seit dem vergangenen Jahr modernisiert der Wasser- und Abwasserverband das Neustädter Wasserwerk und wendet dafür rund 360 000 Euro auf. Die Technik ist inzwischen erneuert. Auch die Filteranlagen fürs Trinkwasser wurden ersetzt. Und eben dies ist Auslöser der aktuellen Ungelegenheiten.

Das in der Region aus Brunnen geförderte Grundwasser enthält fast immer Eisen und Mangan. Das ist erst einmal kein Grund zur Besorgnis. Beide Metalle gelten als weitestgehend unbedenklich. Für das Spurenelement Mangan beispielsweise empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung Erwachsenen eine Tagesmenge von 2 bis 5 Milligramm. Das Trinkwasser in Sieversdorf enthält aktuell 0,6 bis 0,7 Milligramm je Liter.

Nicht für jeden nützlich

Trotzdem gibt es Grenzwerte – beim Mangan 0,05 Milligramm pro Liter Trinkwasser. Der Gesetzgeber lässt zum einen für Kinder besondere Vorsicht walten. Zum anderen bringt ein Zuviel technische Probleme mit sich. Denn sobald Sauerstoff ins Wasser gelangt, werden aus den löslichen Metallverbindungen unlösliche. Die trüben das Wasser und hinterlassen bräunliche Ablagerungen. Die können auf die Dauer die Versorgungstechnik in Mitleidenschaft ziehen.

Deshalb wird Brunnenwasser in allen hiesigen Wasserwerken routinemäßig mit Luft versetzt und dann durch Filter aus Quarzsand geleitet. Dort lagern sich die Eisen- und Manganoxide ab – und gelangen nicht in die Trinkwasserleitungen.

Filter in der Anlaufphase

Allerdings haben nagelneue Filteranlagen wie die in Neustadt ein Problem: Sie funktionieren erst nach einer Weile optimal. Das bekommen die Sieversdorfer, die Hohenofener und auch das Neustädter Hauptgestüt derzeit zu spüren.

Der Rest der Stadt Neustadt erhält sein Wasser momentan aus Wusterhausen und Dreetz. Für mehr reichen die dortigen Kapazitäten angesichts des sehr trockenen Sommers aber nicht aus.

Die Mineralien werden also aktuell nur teilweise ausgefiltert. In den Leitungen setzt sich das als Schlamm ab. Ab und an kommen diese Ablagerungen in Bewegung. Das Wasser aus dem Hahn wird braun und macht Flecken.

Kontinuierliche Verbesserung

„Das ist nicht gesundheitsschädlich“, betont die Vorsteherin des Wasser- und AbwasserverbandesDosseClaudia Hacke. „Das ist alles mit dem Gesundheitsamt abgestimmt.“ Nach und nach verbessere sich die Filterleistung, erklärt sie. Bei Eisen würden die Grenzwerte bereits eingehalten. Beim Mangan könne es noch etwas dauern.

„Auf Anfrage kommen wir und spülen die Hausanschlüsse, wenn es vermehrt zu braunem Wasser kommt.“ Sobald die Filter ihre Normen erfüllen, werde man das komplette Netz noch einmal spülen, um Ablagerungen zu beseitigen. „Das werden wir den Leuten ankündigen.“

Von Alexander Beckmann

Ines Roß unterrichtet seit fast vier Jahrzehnten Grundschüler vor allem in der Region Kyritz. Ihre Freude auf jede neue erste Klasse, die sie bekommt, ist seit jeher ungebrochen.

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