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Neustadt Die Gewässerpflege wird teurer
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16:15 02.04.2019
Der Wasser- und Bodenverband Dosse-Jäglitz hält rund 2000 Kilometer Gewässer instand.
Der Wasser- und Bodenverband Dosse-Jäglitz hält rund 2000 Kilometer Gewässer instand. Quelle: Foto: Alexander Beckmann
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Neustadt

Viele Grundstückeigentümer im Altkreis Kyritz zahlen ab diesem Jahr höhere Abgaben. Grund sind die Beiträge zum Wasser- und Bodenverband Dosse-Jäglitz, die um gut 42 Prozent steigen.

Für den Anstieg gebe es mehrere Ursachen, erklärt der Geschäftsführer des in Neustadt ansässigen Wasser- und Bodenverbandes Gernot Elftmann. Zum einen bleibe auch der Verband nicht von der allgemeinen Teuerung verschont. Elftmann und seine gut 20 Kollegen sind für die Pflege von rund 2000 Kilometern Gewässer auf gut 1400 Quadratkilometern des Einzugsgebietes von Dosse und Jäglitz zwischen Meyenburg und Rhinow zuständig.

Verband übernimmt zusätzliche Aufgaben

Durch eine Änderung des Landeswassergesetzes im vergangenen Jahr kamen zusätzliche Aufgaben hinzu: Der Verband ist nun auch für die Unterhaltung von rund 1000 Schöpfwerken und Stauanlagen verantwortlich. Das blieb bisher den Eigentümern der Flächen überlassen, auf denen die Anlagen liegen.

Und schließlich wurden die bisherigen Beiträge sozusagen künstlich niedrig gehalten: Jahrelang baute der Verband aufgrund juristischer Forderungen Rücklagen ab. Die sind nun aufgebraucht. 19 Jahre lang seien die Beiträge auf diese Weise konstant geblieben, betont Gernot Elftmann. „Das hat sonst kaum jemand geschafft.“

Zahlen müssen erst einmal die Kommunen

Doch in der Folge beschloss der Verbandsausschuss, in dem Kommunen, Land und Bund vertreten sind, im vergangenen Dezember, die Verbandsbeiträge von 6,65 auf 9,46 Euro pro Hektar und Jahr zu erhöhen. Beitragsschuldner sind grundsätzlich die Kommunen im Verbandsgebiet. Sie holen sich das Geld von den Landbesitzern wieder.

Die Wusterhausener Gemeindevertreter passten Ende Februar ihre entsprechende Umlagesatzung an die neuen Beiträge an. Je Quadratmeter fordert die Gemeinde somit nun eine jährliche Umlage von 0,108 Cent statt 0,0765 Cent. Hinzu kommen Verwaltungskosten der Kommune von 0,0134 Cent je Quadratmeter. Das macht beispielsweise beim typischen 600-Quadratmeter-Hausgrundstück also rund 73 Cent pro Jahr. Landwirte mit mehren hundert Hektar Nutzfläche bekommen die Änderung selbstverständlich viel deutlicher zu spüren.

Bürgermeister begrüßt die Anpassung

In Breddin beschlossen die Gemeindevertreter am Montag die entsprechend geänderte Satzung. Dort und im gesamten Amt Neustadt geht es um eine Umlage von 10,10 Euro pro Hektar, also um etwa 0,0101 Cent pro Quadratmeter.

Bürgermeister Reinhard Neumann ist selbst Mitglied im Verbandsausschuss des Wasser- und Bodenverbandes und hält die Beitragsanpassung für längst überfällig: „Eigentlich müssten alle sagen: Was hatten wir das gut, dass das 19 Jahre lang nicht erhöht wurde.“

Der Verwaltungsaufwand ist beträchtlich

Einziger Diskussionspunkt ist für Neumann die Verwaltungsgebühr, die die Kommunen für das Ausstellen der Beitragsbescheide erheben müssen: Ist es wirklich gerecht, das die Eigentümer großer Flächen für ihren Bescheid ein Vielfaches mehr bezahlen müssen als der kleine Grundstücksbesitzer? Der Verwaltungsaufwand ist schließlich nahezu identisch.

Wenn allerdings der komplette Verwaltungsaufwand für die Umlagebescheide einfach durch die Zahl der Grundeigentümer geteilt würde, könnte es bei kleinen Grundstücken passieren, dass die Verwaltungsgebühr den Umlagebetrag um ein Mehrfaches übersteigt. Das stieße wohl ebenso auf Unverständnis.

Die Stadt Kyritz umgeht dieses Problem einfach. Sie erhebt von den Eigentümern keine Umlage für den Wasser- und Bodenverband, sondern zahlt die Beitragsforderungen aus ihren Grundsteuereinnahmen.

Von Alexander Beckmann