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Neustadt Bauernverbandschefin aus Ostprignitz-Ruppin: „Wir sind sehr, sehr viele“
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt Bauernverbandschefin aus Ostprignitz-Ruppin: „Wir sind sehr, sehr viele“
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14:29 26.11.2019
Maria Mundry (l.) ist Geschäftsführerin des Kreisbauernverbands Ostprignitz-Ruppin. Die Landwirtin, die Angus-Rinder züchtet, steuerte einen der unzähligen Traktoren zur Großdemo nach Berlin. Quelle: privat
Kyritz/Berlin

Guten Morgen, OPR! Aufgewacht! Schon die ganze Nacht hindurch und dann bis in den frühen Dienstag bahnen sich mit einem Hup-Konzert ungezählte Traktoren ihren Weg durch Nordwestbrandenburg in Richtung Berlin zur Großdemo. Landwirte aus Ostprignitz-Ruppin und der Prignitz schließen sich an, nutzen ebenfalls die Route über die Bundesstraße 5.

Schleswig-Holsteiner zunächst in der Prignitz zu Gast

„Fakten statt Fake-News“ oder „Ist der Bauer ruiniert, wird das Essen importiert“ steht auf Schildern zum Beispiel an zwei Fahrzeugen, die Bauern aus Schleswig-Holstein steuern. Sie pausieren ein letztes Mal in Kyritz. Um den weiten Weg in die Bundeshauptstadt zu bewältigen, nächtigten die Leute aus Eutin bei einem befreundeten Landwirt in Brandenburg: bei Bauer Veurman in Kuhsdorf in der Prignitz. „Wir kennen uns über ein Agrar-Forum aus dem Internet.

Die Landwirte aus Schleswig-Holstein beim Zwischenstopp in Kyritz. Quelle: Matthias Anke

Derweil lernen bei Gumtow andere Demo-Teilnehmer echten Prignitzer Acker kennen: Die Kolonne, die in Perleberg startete, muss in Gumtow quer übers Feld rollen. Bernd Teickner, ortsansässiger Landwirt, gestatte es, informiert Detlef Störing von der Gemeindeverwaltung: „Die B 5 ist hier wegen der Bauarbeiten ja noch immer voll gesperrt.“

Von Kyritz, wo sich B 5, B 103 und L 14 treffen, weiter nach Berlin

Und so kommen alle pünktlich in Kyritz an. Es ist 5.30 Uhr, als die schier endlosen Traktoren-Ketten aus der Prignitz von Perleberg aus über die B 5 und von Pritzwalk aus über die B 103 in Kyritz aufeinandertreffen. Hinzu kommen über die Landesstraße 14 die Demo-Teilnehmer aus dem Raum Wittstock. Gemeinsam geht es los nach Berlin. Weiter auf der B 5 geht für den gewöhnlichen Berufsverkehr jetzt nichts mehr.

Die Traktoren beim Verlassen von Kyritz am Dienstagmorgen gegen 5.30 Uhr. Quelle: Matthias Anke

„Wir sind sehr, sehr viele. Und wir sind, zumindest gefühlt, eigentlich alle dabei“, sagt Maria Mundry, die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbands Ostprignitz-Ruppin, mit Blick auf ihre Mitglieder: „Es müssten so in etwa 200 Traktoren alleine von uns sein.“

Auch Maria Mundry lenkt eine der Maschinen. Die Landwirtin im Nebenerwerb, die im havelländischen Görne Angus-Rinder züchtet, hat sich den Traktor vom Gut Rüdow bei Kyritz ausleihen dürfen.

Bauer Hans-Heinrich Grünhagen aus Wernikow: „Die Wittstocker Truppe vor der Abfahrt.“ Quelle: privat

Verglichen mit der Protestfahrt von vor einem Monat, sagt sie allerdings, wirke die Reise dieses Mal „etwas unkoordinierter“. Jedoch sei das wohl schlichtweg der „unglaublich großen Teilnehmerzahl“ geschuldet. So erreichen die einen das Herz Berlins, etwa Kay Schmidt aus Wusterhausen, der aus seinem Gefährt schon Bilder von „Goldelse“ und Brandenburger Tor schießen kann, während andere sich noch langsam über die Heerstraße schieben.

Darunter Paul Isenberg, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Breddin. „Wir sind erst in Bückwitz auf die B 5 gefahren.“

Auch der Rückweg dürfte spannend werden

Zu Isenbergs Tross zählen 40 Trecker, die sich zunächst im sachsen-anhaltinischen Havelberg trafen und unterwegs immer mehr wurden. „Wieder zurückzukommen, das wird auch interessant“, sagt Isenberg. Zu Hause warte schließlich noch eine Menge Arbeit. „Heute aber nicht mehr.“

Demonstrieren ist angesagt – gegen die aktuelle Agrarpolitik im Lande wie auch in Europa. „Ich fahre nach Berlin, weil auch meine Kinder noch eine Chance haben sollen, Landwirt zu werden“, sagt Felix von Lewinski vom Gut Burghof aus Horst bei Blumenthal in der Gemeinde Heiligengrabe.

„Ich bin hier, damit man unseren Berufsstand wieder wahrnimmt und wir mehr Anerkennung für unsere tägliche Arbeit bekommen“, sagt Guido Leinitz aus Bechlin bei Neuruppin.

Es sind nur zwei Stimmen von Abertausenden an diesem Tag, wie es sie in Berlin so noch nie zu sehen und zu hören gab.

Von Matthias Anke

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