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Neustadt Schönes Fell mit Petersilie und Luzerne
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neustadt Schönes Fell mit Petersilie und Luzerne
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00:28 26.11.2018
Jens-Uwe Probst aus Neustadt züchtet Kaninchen der Rassen Rote Neuseeländer und Weißgrannen schwarz und wurde in diesem Jahr erneut Europameister und Europa-Champion. Quelle: Sandra Bels
Neustadt

An die 70 Kaninchen tummeln sich bei Jens-Uwe Probst in den Ställen auf seinem Hof in Neustadt. Die Buchten stehen in drei Stockwerken übereinander. Das Radio läuft. Es riecht nach frischem Heu. In der Ecke steht eine Schubkarre mit riesengroßen Möhren. Die sehen zum Anbeißen aus. Die Kaninchen lieben sie. In den Ställen liegen angeknabberte Exemplare.

Jens-Uwe Probst ist Züchter mit Leib und Seele. Er liebt seine Tiere und züchtet sie seit 25 Jahren. „Ich hab mich schon als Kind dafür interessiert und war auch im Verein“, sagt der Züchter. Sein Vater hatte Hühner und Tauben. „Eines Tages brachte er Kaninchen mit, Rote Neuseeländer“, erzählt Probst. Damit war der Start für seine erfolgreiche Züchterkarriere gefallen.

Jens-Uwe Probst hat schon viele Preise gewonnen. Quelle: Sandra Bels

Doch mit dem Umzug nach Berlin für den Job traten die Kaninchen erst einmal in den Hintergrund. „Ich habe mir zwar mal eine Häsin in meiner Wohnung in Berlin auf dem Balkon gehalten“, so Probst. Aber ob das erlaubt war, wusste er nicht. Einige Jahre lebte er in Berlin. Doch dann zog es ihn zurück nach Neustadt. Auf dem Hof der Eltern entstand das Eigenheim und dazu baute Probst selbstverständlich Kaninchenställe. Heute pendelt der Züchter jeden Tag zwischen Berlin und Neustadt. In der Hauptstadt baut er Schleusen. „Die Tiere sind für mich eine wunderbare Entspannung nach der Arbeit“, sagt er. „Sie freuen sich, wenn ich da bin und widersprechen nicht“, fügt er an. Bei der Arbeit mit den Tieren kann er abschalten.

Die Hauptrasse von Jens-Uwe Probst sind auch heute noch „Rote Neuseeländer“. Als Zweitrasse züchtet er „Weißgrannen schwarz“. Sie haben an der Seite weiße Haare. Daher kommt der Name. Mit dieser Rasse hat er außerdem in diesem Jahr den Europameistertitel geholt. Für sein bestes Tier bei der Europaschau im dänischen Herning nahm er dazu noch den Europa-Champion-Titel mit nach Hause.

Hohe Punktzahlen für den Europameister und Europa-Champion. Quelle: Sandra Bels

Für den Europameistertitel stellte Probst vier Tiere zusammen – eine Sammlung, wie er erklärt. Von allen ausgestellten Tieren einer Rasse wurde dann zusätzlich der Europa-Champion gekürt. Insgesamt präsentieren die Züchter in Herning 52 Kaninchen der Rasse „Weißgrannen schwarz“. Die Schau findet alle drei Jahre statt. „2015 habe ich den Titel in Frankreich auch geholt und nun verteidigt“, freut sich Jens-Uwe Probst.

Der Europa-Champion hat keinen Namen, aber eine Nummer. Es ist die 2838. Die 2 steht für den Geburtsmonat Februar, die 8 für das Jahr 2018 und die 38 zeigt an, dass es das 38. Jungtier in dem Jahr war. Für alle Tiere führt Probst ein Zuchtbuch, als Nachweis der Abstammung. „Man kann erkennen, welche Häsin schöne Jungtiere bekommt“, erklärt der Züchter.

Der Neustädter ist Mitglied in zwei Vereinen, bei den Kaninchenfreunden Berlin und im Kleintierzuchtverein D 149 Kyritz. Vom Tätowiermeister des Kyritzer Vereins haben die Kaninchen von Probst auch ihre Nummern im Ohr. Sie werden zwischen der achten und zwölften Lebenswoche tätowiert und sind wie ein Ausweis für die Tiere.

Kaninchen aus dem Probstschen Stall. Quelle: Sandra Bels

80 bis 100 Jungtiere hat Probst im Jahr. Die besten bleiben für die Zucht. Für die Ausstellungssaison braucht er etwa 70 Tiere. „Auf zehn unterschiedlichen Ausstellungen zeige ich sie pro Jahr“, erzählt er. Die Tiere, die nicht zu den schönsten gehören, finden auch ihre Abnehmer. „Die Berliner sind ganz scharf drauf“, so Probst. Eins kommt für ihn aber nicht in Frage. „Ich habe in meinem Leben noch nie ein Tier geschlachtet“, sagt er. Das gibt er lieber in Auftrag und freut sich dann über den Braten. Der „Europa-Champion wird aber alt bei mir“, sagt er. „Der bekommt später sein Gnadenbrot“, fügt er an.

Die Tiere bekommen bei Jens-Uwe Probst Spezialfutter für mittelgroße Rassen. Die Pellets sorgen unter anderem für ein schönes Fell. Sie werden mit Strukturmüsli, wie getrockneter Petersilie und Luzernestengeln, sowie Johannisbrot vermischt. „Das ist außerdem gut für die Verdauung“, sagt Probst. Dazu gibt es Gras, Löwenzahn und Möhren. Das sein Hobby bei so vielen Tieren auch teuer ist, das will er nicht abstreiten. „Aber jedes Hobby kostet doch Geld“, sagt er.

Von Sandra Bels

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